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Bau & Immobilien

Vertriebsingenieur im Hochbau

Vertriebsingenieure im Hochbau verkaufen technisch komplexe Bauprodukte und Bausysteme an Planer, Bauunternehmen und Bauherren. Sie verbinden Ingenieurwissen mit Kundenberatung, Angebotskalkulation und Verhandlung.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Vertriebsingenieur im Hochbau verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.300 € 5.000 € 51.600 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.600 € 6.800 € 67.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 7.200 € 9.500 € 86.400 €

Ein Teil des Einkommens ist meist variabel und an Umsatz oder Marge gebunden, der Anteil liegt typisch zwischen zehn und dreißig Prozent. Große Hersteller und Konzerne zahlen deutlich über kleinen Handelsbetrieben; einzelne Unternehmen orientieren sich am Tarifvertrag der Steine- und Erden-Industrie oder der chemischen Industrie, im Baustoffvertrieb wird das Gehalt jedoch überwiegend frei verhandelt. Firmenwagen ist die Regel und verschiebt den Vergleich zusätzlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vertriebsingenieur im Hochbau?

Vertriebsingenieure im Hochbau vermarkten Produkte und Leistungen, die man nicht aus einem Katalog heraus verkauft: Fassadensysteme, Betonfertigteile, Bauchemie, Schalungstechnik, Brandschutz- oder Befestigungslösungen, teils auch komplette Rohbauleistungen. Der Alltag besteht aus Terminen bei Architektur- und Ingenieurbüros, bei Bauleitern auf der Baustelle und bei Einkäufern von Bauunternehmen. Dazwischen liegt Schreibtischarbeit: Ausschreibungsunterlagen und Leistungsverzeichnisse durchgehen, Massen ermitteln, Angebote kalkulieren, Nachträge bewerten, Anschlussdetails prüfen und mit der eigenen Technikabteilung Sonderlösungen abstimmen.

Ein wesentlicher Teil der Arbeit ist Einflussnahme in der Planungsphase. Wer erreicht, dass ein System in der Ausschreibung namentlich oder über seine Kennwerte beschrieben wird, hat den Auftrag zur Hälfte gewonnen. Dafür halten Vertriebsingenieure Planerschulungen, rechnen Nachweise vor, klären Zulassungsfragen und begleiten Bemusterungen. Später kommt die kaufmännische Seite: Preise, Staffeln, Lieferzeiten, Vertragsbedingungen, Gewährleistungsfragen. Reklamationen landen ebenfalls beim Vertrieb, oft mit einem verärgerten Bauleiter am Telefon und einem stillstehenden Gerüst im Hintergrund.

Wie wird man Vertriebsingenieur im Hochbau?

Der übliche Weg führt über ein Studium des Bauingenieurwesens, der Architektur oder eines verwandten Fachs wie Baubetrieb, Holzbau oder Werkstofftechnik, meist mit Bachelor- oder Masterabschluss. Viele beginnen nicht direkt im Vertrieb, sondern in der Anwendungstechnik, der Kalkulation oder als Bauleiter und wechseln nach einigen Jahren, weil dort das Produktwissen entsteht. Der Quereinstieg ist auch aus dem Handwerk möglich: Bautechniker, Meister oder Techniker mit langer Baustellenerfahrung werden in vielen Firmen genommen, wenn Auftreten und Verhandlungsgeschick stimmen. Vertriebsmethodik, Rhetorik und Vertragsrecht lernt man in der Regel im Unternehmen und über Seminare, nicht im Studium.

Was der Beruf verlangt

Die Reisetätigkeit ist hoch. Wer ein Gebiet über mehrere Bundesländer betreut, sitzt zwei bis vier Tage pro Woche im Auto und übernachtet auswärts. Feste Arbeitszeiten gibt es nicht; Angebote entstehen abends, Abgabefristen von Ausschreibungen sind unverschiebbar. Der Erfolg wird gemessen, oft monatlich, und ein variabler Gehaltsanteil hängt daran. Preisdruck im Bau ist erheblich, Gesprächspartner sind direkt bis rau, und in konjunkturell schwachen Phasen fällt das Auftragsvolumen unabhängig von der eigenen Leistung. Fachlich muss man Normen, Zulassungen und Bauphysik sicher genug beherrschen, um einem Prüfingenieur standzuhalten, ohne selbst zu planen.

Aussichten

Technisch versierte Vertriebsleute sind in der Baustoffindustrie und im Anlagenbau dauerhaft knapp, weil die Kombination aus Ingenieurwissen und Verkaufsbereitschaft selten ist. Die Wohnungsbaukrise hat Anfang der 2020er Jahre Stellen gekostet, während Sanierung, energetische Modernisierung und Brandschutz weiter Nachfrage erzeugen. Entwicklungswege führen zur Gebiets- oder Regionalleitung, ins Key-Account-Management für Großkunden und Generalunternehmer, ins Produktmanagement oder in die Vertriebsleitung. Wer international arbeiten will, findet bei Herstellern mit Exportgeschäft Möglichkeiten; Englisch ist dort Voraussetzung.

Aufgaben

  • Planer, Bauunternehmen und Bauherren technisch beraten
  • Ausschreibungen und Leistungsverzeichnisse auswerten
  • Angebote kalkulieren und Preise verhandeln
  • Massen ermitteln und Anschlussdetails prüfen
  • Produktschulungen und Bemusterungen durchführen
  • Bestandskunden im Gebiet betreuen und Neukunden gewinnen
  • Reklamationen und Gewährleistungsfälle bearbeiten
  • Markt- und Wettbewerbsbeobachtung im Vertriebsgebiet

Voraussetzungen

  • Studium im Bauingenieurwesen, in der Architektur oder vergleichbare technische Qualifikation
  • Sicheres Verständnis von Bauphysik, Normen und Zulassungen
  • Verhandlungsgeschick und Belastbarkeit im Preisgespräch
  • Bereitschaft zu hoher Reisetätigkeit, Führerschein Klasse B
  • Selbstorganisation und Umgang mit CRM- und Kalkulationssoftware
  • Englisch bei international tätigen Herstellern

Wo man arbeitet

  • Baustoff- und Bauproduktehersteller
  • Fertigteilwerke und Systemanbieter
  • Bauunternehmen mit eigener Akquisition
  • Handelsunternehmen für Baustoffe
  • Homeoffice und Vertriebsgebiet im Außendienst

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium im Bauingenieurwesen mit einer Dauer von sechs bis zehn Semestern, häufig gefolgt von einigen Jahren in Kalkulation, Bauleitung oder Anwendungstechnik. Der Wechsel in den technischen Vertrieb erfolgt danach über eine interne Einarbeitung von einigen Monaten. Auch Bautechniker und Meister mit langer Praxiserfahrung kommen als Quereinsteiger in den Beruf.

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