Zum Inhalt springen
IT & Software

Verpackungsentwickler

Verpackungsentwickler konzipieren Verpackungen aus Karton, Kunststoff, Glas oder Metall, konstruieren sie am Computer und bringen sie bis zur Serienreife. Dabei geht es um Schutz des Produkts, Materialkosten, Maschinengängigkeit und zunehmend um Recyclingfähigkeit.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verpackungsentwickler verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.100 € 4.700 € 49.200 €
Mit Berufserfahrung 4.300 € 5.000 € 5.900 € 60.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.300 € 6.200 € 7.500 € 74.400 €

Das Gehalt hängt vor allem von der Branche ab: In Pharma und Chemie mit dem Tarifvertrag der chemischen Industrie und bei großen Markenartiklern liegt es deutlich höher als bei mittelständischen Kartonagenherstellern, wo häufig der Tarifvertrag der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie gilt oder gar keine Tarifbindung besteht. Techniker ohne Studium steigen meist einige hundert Euro unter den genannten Werten ein.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verpackungsentwickler?

Verpackungsentwickler entwerfen die Hülle, in der ein Produkt verkauft, gelagert und transportiert wird: Faltschachtel, Blisterpackung, Flasche, Beutel oder Transportpalette. Am Anfang steht ein Lastenheft mit Anforderungen an Produktschutz, Haltbarkeit, Kosten, Abfüllgeschwindigkeit und Gestaltung. Daraus entstehen Konstruktionen in CAD-Programmen wie ArtiosCAD, SolidWorks oder Creo, oft ergänzt durch Simulationen zu Stapeldruck oder Falltests. Mit Musterplottern und 3D-Druckern werden Prototypen gebaut und anschließend im Labor geprüft: Stauchtest, Klimalagerung, Dichtigkeit, Transportsimulation. Ein großer Teil der Arbeit ist Abstimmung mit Einkauf, Marketing, Produktion, Packmittellieferanten und Maschinenherstellern. Hinzu kommen Materialrecherche, Kostenkalkulation und Dokumentation, in Pharma und Lebensmittelbranche auch regulatorische Nachweise. Mit dem Begriff Software-Paketierung in der IT hat der Beruf nichts zu tun, die digitale Seite liegt hier bei Konstruktion, Simulation und Produktdatenverwaltung.

Wie wird man Verpackungsentwickler?

Der häufigste Weg ist ein Bachelorstudium in Verpackungstechnik, das in etwa sieben Semestern an Hochschulen wie der HdM Stuttgart, der BHT Berlin, der HTWK Leipzig oder der Hochschule München angeboten wird. Ebenso verbreitet sind Absolventen aus Maschinenbau, Kunststofftechnik, Papiertechnik oder Lebensmitteltechnologie, die sich im Betrieb einarbeiten. Ohne Studium führt der Weg meist über die dreijährige Ausbildung zum Packmitteltechnologen und eine anschließende Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker, etwa in der Fachrichtung Papier- oder Kunststofftechnik. Quereinsteiger aus dem Produktdesign finden vor allem bei Agenturen und Kartonagenherstellern Zugang, müssen sich aber das technische Prüfwissen erarbeiten.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet überwiegend im Büro und im Prüflabor statt, bei Maschinenversuchen und Produktionsanläufen aber auch in lauten Werkshallen, teils früh morgens oder in Randschichten. Termindruck ist verbreitet, weil Verpackungen oft zum Ende eines Produktprojekts fertig sein müssen und Verzögerungen an anderer Stelle hier ankommen. Die Interessen widersprechen sich häufig: Das Marketing will Auffälligkeit, der Einkauf niedrige Kosten, die Produktion eine Packung, die bei hoher Taktzahl nicht klemmt. Wer zwischen diesen Positionen vermitteln und Kompromisse technisch begründen kann, kommt gut zurecht. Gesetzliche Vorgaben zu Recycling und Rezyklatanteilen ändern sich laufend und müssen verfolgt werden. Reisen zu Lieferanten und Werken gehören in vielen Stellen dazu.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und wächst durch die europäische Verpackungsverordnung, die recyclinggerechte Gestaltung und weniger Material verlangt. Viele Unternehmen stellen bestehende Kunststoffverpackungen auf Monomaterialien oder Papierlösungen um und brauchen dafür Fachleute. Die Zahl der spezialisierten Absolventen ist klein, was Berufseinsteigern zugutekommt. Entwicklungswege führen in die Projekt- oder Teamleitung, in das Nachhaltigkeitsmanagement, in den technischen Vertrieb bei Packmittelherstellern oder in die Selbstständigkeit als Berater. Bei Markenartiklern sind die Stellen begehrt und oft an große Standorte gebunden.

Aufgaben

  • Verpackungen und Stanzkonturen im CAD konstruieren
  • Prototypen bauen und Prüfungen wie Stauch- und Falltests auswerten
  • Materialien nach Schutzwirkung, Kosten und Recyclingfähigkeit auswählen
  • Maschinenversuche an Abfüll- und Verpackungslinien begleiten
  • Spezifikationen und Prüfberichte erstellen
  • mit Lieferanten, Einkauf und Marketing Anforderungen abstimmen
  • Verpackungskosten kalkulieren und Einsparpotenziale suchen
  • gesetzliche Vorgaben zu Lebensmittelkontakt und Recycling prüfen

Voraussetzungen

  • Studium der Verpackungstechnik oder eines verwandten Ingenieurfachs, alternativ Technikerabschluss
  • sicherer Umgang mit CAD-Software
  • Kenntnisse in Werkstoffen wie Karton, Kunststoffen und Verbundmaterialien
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Verhandlungsgeschick im Umgang mit mehreren Abteilungen
  • gute Englischkenntnisse für internationale Lieferanten und Konzerne
  • Reisebereitschaft

Wo man arbeitet

  • Hersteller von Lebensmitteln und Getränken
  • Pharma- und Kosmetikunternehmen
  • Kartonagen- und Packmittelhersteller
  • Verpackungsmaschinenbau
  • Verpackungsagenturen und Ingenieurbüros
  • Versand- und Onlinehandel

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium in Verpackungstechnik mit etwa sieben Semestern und dem Abschluss Bachelor of Engineering, ein Master ist für Führungsrollen hilfreich, aber nicht nötig. Alternativ führt die dreijährige Ausbildung zum Packmitteltechnologen mit anschließender zweijähriger Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker in den Beruf.

Offene Stellen als Verpackungsentwickler

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Konstruktionsingenieur

Konstruktionsingenieure entwickeln und gestalten technische Bauteile, Baugruppen und Maschinen. Sie legen Maße, Werkstoffe und Fertigungsverfahren fest und sorgen dafür, dass ein Produkt funktioniert, gebaut werden kann und bezahlbar bleibt.

Offene Stellen
3
Monatsbrutto
3.800 – 8.500 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Zur Reichweitenmessung nutzen wir Matomo auf unserem eigenen Server – ohne Cookies und mit gekürzter IP-Adresse. Keine Werbenetzwerke, kein Tracking über andere Seiten hinweg. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz