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Bau & Immobilien

Vermessungstechniker / Geomatiker

Vermessungstechniker und Geomatiker erfassen Gelände, Grundstücke und Bauwerke mit Tachymeter, GNSS-Empfänger oder Laserscanner und verarbeiten die Daten zu Karten, Plänen und Geodatenbeständen. Der Beruf verbindet Außendienst im Gelände mit Auswertung am Rechner.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Vermessungstechniker / Geomatiker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.600 € 4.200 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €

Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach TVöD oder TV-L, meist in den Entgeltgruppen 6 bis 9, mit engen und planbaren Spannen. In Ingenieurbüros und Bauunternehmen wird freier verhandelt: Dort zahlen große Infrastruktur- und Netzbaufirmen deutlich mehr als kleine Büros, dazu kommen Auslösen und Zulagen bei Montage- und Nachtarbeit.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vermessungstechniker oder Geomatiker?

Vermessungstechniker messen im Gelände: Sie stecken Grenzpunkte ab, nehmen Straßenverläufe, Kanäle und Baugruben auf, kontrollieren, ob ein Rohbau an der Stelle und in der Höhe steht, wo er geplant war, und überwachen Setzungen an Brücken und Gebäuden. Dazu kommen Tachymeter, Nivelliergeräte, GNSS-Empfänger und zunehmend Laserscanner und Drohnen zum Einsatz. Ein zweiter Teil der Arbeit findet im Büro statt: Rohdaten werden gerechnet, ausgeglichen, in CAD- oder GIS-Systeme übertragen und zu Lageplänen, Längsschnitten, Massenberechnungen oder digitalen Geländemodellen weiterverarbeitet.

Geomatiker arbeiten stärker auf der Datenseite. Sie führen Geodatenbestände, prüfen Zuverlässigkeit und Aktualität von Daten, verknüpfen Fachinformationen mit Raumbezug und erstellen daraus thematische Karten, Web-Anwendungen und Auswertungen, etwa zu Leitungsnetzen, Bebauung oder Umweltdaten. Die Grenze zwischen beiden Berufen ist in der Praxis durchlässig; in kleinen Büros macht dieselbe Person beides.

Wie wird man Vermessungstechniker oder Geomatiker?

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung, entweder als Vermessungstechniker mit den Fachrichtungen Vermessung oder Bergvermessung oder als Geomatiker. Ausgebildet wird bei Katasterämtern, in Vermessungs- und Ingenieurbüros, bei Bauunternehmen, Stadtwerken und Netzbetreibern. Gefordert wird meist ein mittlerer Schulabschluss, gute Mathematikkenntnisse sind praktisch unverzichtbar, weil Trigonometrie und Ausgleichsrechnung zum Handwerk gehören. Quereinstiege gibt es über Bauzeichnung, Bauhandwerk oder Geografie, dann in der Regel mit Nachqualifizierung. Wer weiter will, kann Geodäsie oder Geoinformatik studieren; für den Vermessungsberuf mit öffentlichem Glauben, also amtliche Grenzfeststellungen, ist ein Studium und ein Laufbahnverfahren zwingend.

Was der Beruf verlangt

Der Außendienst findet bei jedem Wetter statt: Regen, Kälte, Hitze, Baustellenlärm, unebenes Gelände. Instrumente und Stative müssen getragen werden, oft über weite Strecken. Wer im Straßenbau oder an Bahnstrecken arbeitet, steht im Verkehrsbereich und braucht Aufmerksamkeit und Sicherungsschulung. Die Arbeit ist überwiegend an feste Arbeitszeiten gebunden, in Bauphasen kommen Überstunden, frühe Anfahrten und Montagewochen dazu; bei Bahnvermessungen fallen Nachtsperrungen an. Genauigkeit ist keine Frage des Stils, sondern Kern der Tätigkeit: Ein Fehler in der Absteckung wird auf der Baustelle in Beton gegossen. Wer schlecht mit Verantwortung für Zahlen umgeht oder ungern dokumentiert, wird hier unglücklich. Der Bürotag am Rechner ist für manche der angenehme Ausgleich, für andere der zähe Teil.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in vielen Regionen höher als das Angebot. Infrastruktur, Netzausbau, Bauleitplanung und die Digitalisierung von Bestandsdaten erzeugen dauerhaft Arbeit; Katasterämter und Ingenieurbüros suchen Nachwuchs, weil viele Beschäftigte in den Ruhestand gehen. Entwicklungswege führen über die Weiterbildung zum Vermessungstechniker mit Spezialisierung, zur Fachkraft für Laserscanning oder BIM, über den Technikerabschluss oder ein Studium in Geodäsie. Wer sich mit Punktwolken, BIM-Modellierung oder GIS-Programmierung auskennt, hat auf dem Arbeitsmarkt spürbar mehr Auswahl.

Aufgaben

  • Grenz- und Höhenpunkte im Gelände aufmessen und abstecken
  • Bauwerke, Straßen und Leitungen mit Tachymeter und GNSS aufnehmen
  • Absteckungen für Rohbau, Tiefbau und Kanalisation ausführen
  • Messdaten rechnen, ausgleichen und auf Plausibilität prüfen
  • Lagepläne, Längsschnitte und Geländemodelle in CAD erstellen
  • Geodaten in GIS-Systeme einpflegen und aktuell halten
  • Massen- und Volumenberechnungen für Erdarbeiten erstellen
  • Messprotokolle und Bestandsdokumentation führen

Voraussetzungen

  • mittlerer Schulabschluss, häufig Voraussetzung für die Ausbildung
  • sichere Mathematikkenntnisse, besonders Geometrie und Trigonometrie
  • räumliches Vorstellungsvermögen und sorgfältiges Arbeiten
  • Bereitschaft zur Arbeit im Freien bei jedem Wetter
  • körperliche Belastbarkeit für Tragen von Geräten und Gehen im Gelände
  • Führerschein Klasse B für Anfahrten zu Messstellen
  • Umgang mit CAD- und GIS-Software

Wo man arbeitet

  • Katasterämter und Vermessungsverwaltungen
  • öffentlich bestellte Vermessungsbüros
  • Ingenieur- und Planungsbüros
  • Bauunternehmen im Hoch- und Tiefbau
  • Energieversorger und Netzbetreiber
  • Bergbau- und Rohstoffbetriebe

Der Weg in den Beruf

Der Regelweg ist eine dreijährige duale Ausbildung zum Vermessungstechniker oder Geomatiker im Betrieb und in der Berufsschule, abgeschlossen mit der Prüfung vor der zuständigen Kammer oder Verwaltung. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich. Danach folgen Weiterbildungen zum staatlich geprüften Vermessungstechniker oder ein Studium der Geodäsie beziehungsweise Geoinformatik.

Offene Stellen als Vermessungstechniker / Geomatiker

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