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Vertrieb & Kundenservice

Verkäufer im Einzelhandel Bereich Trachten

Verkäufer im Trachtenbereich beraten Kundinnen und Kunden beim Kauf von Dirndl, Lederhosen, Trachtenhemden und Zubehör, prüfen Passform und Größen und kassieren im Verkaufsraum.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verkäufer im Einzelhandel Bereich Trachten verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.350 € 2.600 € 28.200 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.700 € 3.100 € 32.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.800 € 3.200 € 4.000 € 38.400 €

Entscheidend ist, ob der Betrieb den Tarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes anwendet - viele kleine Trachtengeschäfte zahlen frei und damit näher am unteren Rand. Filialleitung, Provisionsanteile und die Saisonzuschläge in bayerischen Häusern heben das Einkommen deutlich, Teilzeit und Saisonverträge senken es.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verkäufer im Trachtenbereich?

Der Arbeitstag beginnt meist mit dem Herrichten der Fläche: Ware aus dem Lager holen, Dirndl auf Bügel bringen, Lederhosen nach Größen sortieren, Preisschilder prüfen. Sobald geöffnet ist, steht die Beratung im Mittelpunkt. Kundinnen suchen ein Dirndl für eine Hochzeit, ein Volksfest oder den Alltag, Männer brauchen eine Lederhose, die sitzt und einige Jahre halten soll. Verkäufer messen nach, holen mehrere Größen in die Kabine, erklären den Unterschied zwischen Ziegen-, Hirsch- und Rindsveloursleder, empfehlen Schürzenlängen, Blusenformen, Charivari, Trachtenschuhe und Strümpfe. Sie erklären auch, wie Leder gepflegt wird und warum eine Lederhose nicht in die Waschmaschine gehört.

Dazu kommt der übrige Ladenalltag: kassieren, Umtausch und Reklamation abwickeln, Änderungswünsche an die Schneiderei weitergeben, Kundenmaße notieren, Bestellungen für nicht vorrätige Größen aufnehmen. Warenannahme, Etikettierung, Inventur und Bestandskontrolle gehören ebenso dazu wie das Dekorieren von Schaufenster und Verkaufsfläche, gerade vor der Wiesn- und Volksfestsaison.

Wie wird man Verkäufer im Trachtenbereich?

Der klassische Weg ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel. Beide sind ohne festgelegten Schulabschluss zugänglich, in der Praxis werden meist Mittlere Reife oder ein guter Hauptschulabschluss erwartet. Trachten sind kein eigener Ausbildungsberuf, das Fachwissen entsteht im Betrieb und über Schulungen der Hersteller.

Der Quereinstieg ist verbreitet. Viele Trachtenhäuser stellen Menschen mit Verkaufserfahrung aus anderen Bereichen ein, ebenso Schneiderinnen, die in die Beratung wechseln. Für die Saison von Sommer bis Oktober werden zusätzlich Aushilfen gesucht, oft ohne Vorerfahrung. Wer bleibt, lernt Schnitte, Materialien und regionale Trachtenformen mit der Zeit.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist körperlich: Stehen über die ganze Schicht, Ware schleppen, Kisten aus dem Lager holen, ständiges Hin und Her zwischen Kabine und Fläche. Samstage sind Regelarbeitstage, an verkaufsoffenen Sonntagen und in der Volksfestsaison wird es voll und laut. Vor der Wiesn arbeiten Beschäftigte in bayerischen Häusern oft am Limit, danach folgen ruhige Monate, in denen manche Betriebe Stunden reduzieren.

Beratung im Trachtenbereich ist nah am Körper: Menschen probieren an, sind unsicher wegen Passform oder Figur, manche reagieren empfindlich. Taktgefühl ist Pflicht. Dazu kommen Preisdiskussionen, weil handgenähte Lederhosen und gute Dirndl teuer sind, und Kunden, die den Unterschied zwischen Handwerksware und Billigimport nicht sehen. Freundlich bleiben, wenn der Laden voll und die Kabine besetzt ist, fällt am schwersten.

Aussichten

Trachtenmode ist in Süddeutschland und Österreich ein stabiler Markt, in Norddeutschland gibt es sie fast nur im Onlinehandel und in einzelnen Fachgeschäften. Fachkräfte mit echter Materialkenntnis werden gesucht, Aushilfen dagegen sind ersetzbar. Wer bleibt, kann Erstkraft, Abteilungs- oder Filialleitung werden. Weiterbildungen zum Handelsfachwirt oder eine Ausbildereignung öffnen zusätzliche Wege. Manche wechseln in den Einkauf, in den Onlineshop des Hauses oder eröffnen ein eigenes Geschäft. Der Onlinehandel setzt kleinere Läden unter Druck, gleichzeitig bleibt Anprobe und Beratung ein Argument für die Fläche.

Aufgaben

  • Kundinnen und Kunden zu Dirndl, Lederhosen und Zubehör beraten
  • Größen und Passform prüfen, Änderungen mit der Schneiderei abstimmen
  • Materialien und Pflege von Leder, Leinen und Loden erklären
  • Kassieren, Umtausch und Reklamationen bearbeiten
  • Ware annehmen, auszeichnen und im Lager sortieren
  • Verkaufsfläche und Schaufenster dekorieren
  • Bestände kontrollieren und Nachbestellungen aufnehmen
  • Bei Inventuren mitarbeiten

Voraussetzungen

  • Ausbildung im Einzelhandel oder Verkaufserfahrung, Quereinstieg möglich
  • Freundliches Auftreten und Geduld auch bei hohem Kundendruck
  • Interesse an Trachtenmode, Stoffen und regionalen Schnittformen
  • Bereitschaft zu Samstagsarbeit und Saisonspitzen
  • Körperliche Belastbarkeit, langes Stehen und Tragen
  • Grundrechnen und Sicherheit an der Kasse
  • Deutschkenntnisse, in touristischen Lagen auch Englisch

Wo man arbeitet

  • Trachtenfachgeschäfte
  • Kaufhäuser und Modehäuser mit Trachtenabteilung
  • Werksverkauf von Trachtenherstellern
  • Saisonstände und Pop-up-Flächen zur Volksfestzeit
  • Onlineshops mit angeschlossener Filiale

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die duale Ausbildung zum Verkäufer über zwei Jahre oder zum Kaufmann im Einzelhandel über drei Jahre, jeweils mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Trachtenspezifisches Wissen kommt über den Betrieb und Herstellerschulungen dazu. Quereinsteiger mit Verkaufs- oder Schneidererfahrung werden häufig direkt eingestellt und angelernt.

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