Was macht ein Verkäufer im Getränkehandel?
Der Arbeitstag beginnt in der Regel mit dem Auffüllen der Verkaufsfläche. Paletten mit Wasser-, Bier- und Limonadenkästen werden mit Hubwagen oder Ameise aus dem Lager geholt, aufgerissen und in die Gassen gestellt, Einzelflaschenregale werden nachgeräumt, Aktionsware wird aufgebaut. Bei der Anlieferung durch die Brauerei oder den Getränkefachgroßhandel wird die Ware gezählt, mit dem Lieferschein verglichen und eingelagert; Differenzen und Bruch werden gemeldet.
Ein großer Teil der Zeit geht für Leergut drauf: Kästen und Flaschen zurücknehmen, sortieren, Fremdflaschen aussortieren, Pfand auszahlen oder verrechnen, Leergutpaletten für die Abholung stapeln. Dazu kommt der Kassendienst mit Bargeld, Kartenzahlung und Kassenabschluss. In der Beratung geht es um Sortenfragen, Weinempfehlungen, passende Mengen für Feiern, Fassbier und Zapfanlagen, die viele Märkte verleihen. Häufig gehören auch Kundenbestellungen, das Beladen von Kundenfahrzeugen und Auslieferungen mit dem Firmenwagen dazu. Wer länger dabei ist, übernimmt Bestellungen, Inventurvorbereitung, Preisauszeichnung und die Einarbeitung neuer Kollegen.
Wie wird man Verkäufer im Getränkehandel?
Der klassische Weg ist die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer im Einzelhandel, die mit einem weiteren Jahr zum Kaufmann im Einzelhandel ausgebaut werden kann. Ein Teil der Betriebe bildet auch zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik oder im Getränkefachgroßhandel aus. Rechtlich vorgeschrieben ist eine Ausbildung nicht: Der Getränkehandel ist ein klassisches Feld für Quereinsteiger, viele Beschäftigte lernen angelernt im Betrieb. Vorkenntnisse aus Lager, Logistik, Gastronomie oder anderen Verkaufsbereichen helfen. Wer Auslieferungen fährt, braucht mindestens den Führerschein Klasse B, oft C1. Wein- oder Spirituosenkenntnisse lassen sich über Seminare der Industrie- und Handelskammern oder Anbieterschulungen aufbauen.
Was der Beruf verlangt
Die körperliche Belastung ist der zentrale Punkt. Ein Kasten Mineralwasser wiegt rund zwölf Kilogramm, ein Kasten Bier gut fünfzehn; an einem Tag werden mehrere Hundert davon bewegt. Rücken, Knie und Schultern werden dauerhaft gefordert, und wer damit Probleme hat, hält den Beruf nicht lange durch. Gearbeitet wird im Stehen und Gehen, teils in kalten Lagerhallen und bei offenen Toren, teils im Freien bei Anlieferung.
Die Arbeitszeiten liegen in den Öffnungszeiten des Handels, also auch am Samstag und häufig in Spätschichten bis zum Ladenschluss. Vor Feiertagen, in der Grill- und Festsaison und zur Fußballmeisterschaft steigt das Volumen stark an, im Winter ist es ruhiger. Kunden erwarten Tempo beim Beladen und Auskunft zum Sortiment; freundlich bleiben, wenn zehn Leute an der Kasse warten, ist Teil der Arbeit. Die Bezahlung liegt im unteren Bereich des Einzelhandels.
Aussichten
Getränkemärkte finden Personal nur schwer, Stellen sind meist zügig zu bekommen, auch ohne Abschluss und auch in Teilzeit. Die Branche konsolidiert sich allerdings: Kleine Fachgeschäfte verschwinden, große Filialketten und Getränkeabteilungen in Vollsortimentern wachsen. Entwicklungswege führen über die Marktleitung oder stellvertretende Leitung, über den Wechsel in den Getränkefachgroßhandel, in den Außendienst einer Brauerei oder in Einkauf und Disposition. Zusätzliche Qualifikationen wie der Handelsfachwirt, Weinfachberatung oder ein Lkw-Führerschein erweitern die Möglichkeiten deutlich.