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Vertrieb & Kundenservice

Verkäufer Getränke

Verkäufer im Getränkehandel beraten Kunden zu Bier, Wein, Wasser und Spirituosen, füllen Regale und Kästenlager auf, bedienen die Kasse und nehmen Leergut zurück. Der Beruf ist körperlich fordernd und findet meist im Getränkemarkt oder Getränkefachhandel statt.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verkäufer Getränke verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.300 € 2.600 € 27.600 €
Mit Berufserfahrung 2.300 € 2.600 € 3.000 € 31.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.700 € 3.100 € 3.800 € 37.200 €

Entscheidend ist, ob der Betrieb den Tarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes anwendet - viele kleine Getränkemärkte tun das nicht und zahlen nahe am Mindestlohn. Höhere Werte erreichen Marktleitungen, tarifgebundene Filialketten und Beschäftigte im Getränkefachgroßhandel, dazu kommen bei Spätdiensten teils Zuschläge.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verkäufer im Getränkehandel?

Der Arbeitstag beginnt in der Regel mit dem Auffüllen der Verkaufsfläche. Paletten mit Wasser-, Bier- und Limonadenkästen werden mit Hubwagen oder Ameise aus dem Lager geholt, aufgerissen und in die Gassen gestellt, Einzelflaschenregale werden nachgeräumt, Aktionsware wird aufgebaut. Bei der Anlieferung durch die Brauerei oder den Getränkefachgroßhandel wird die Ware gezählt, mit dem Lieferschein verglichen und eingelagert; Differenzen und Bruch werden gemeldet.

Ein großer Teil der Zeit geht für Leergut drauf: Kästen und Flaschen zurücknehmen, sortieren, Fremdflaschen aussortieren, Pfand auszahlen oder verrechnen, Leergutpaletten für die Abholung stapeln. Dazu kommt der Kassendienst mit Bargeld, Kartenzahlung und Kassenabschluss. In der Beratung geht es um Sortenfragen, Weinempfehlungen, passende Mengen für Feiern, Fassbier und Zapfanlagen, die viele Märkte verleihen. Häufig gehören auch Kundenbestellungen, das Beladen von Kundenfahrzeugen und Auslieferungen mit dem Firmenwagen dazu. Wer länger dabei ist, übernimmt Bestellungen, Inventurvorbereitung, Preisauszeichnung und die Einarbeitung neuer Kollegen.

Wie wird man Verkäufer im Getränkehandel?

Der klassische Weg ist die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer im Einzelhandel, die mit einem weiteren Jahr zum Kaufmann im Einzelhandel ausgebaut werden kann. Ein Teil der Betriebe bildet auch zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik oder im Getränkefachgroßhandel aus. Rechtlich vorgeschrieben ist eine Ausbildung nicht: Der Getränkehandel ist ein klassisches Feld für Quereinsteiger, viele Beschäftigte lernen angelernt im Betrieb. Vorkenntnisse aus Lager, Logistik, Gastronomie oder anderen Verkaufsbereichen helfen. Wer Auslieferungen fährt, braucht mindestens den Führerschein Klasse B, oft C1. Wein- oder Spirituosenkenntnisse lassen sich über Seminare der Industrie- und Handelskammern oder Anbieterschulungen aufbauen.

Was der Beruf verlangt

Die körperliche Belastung ist der zentrale Punkt. Ein Kasten Mineralwasser wiegt rund zwölf Kilogramm, ein Kasten Bier gut fünfzehn; an einem Tag werden mehrere Hundert davon bewegt. Rücken, Knie und Schultern werden dauerhaft gefordert, und wer damit Probleme hat, hält den Beruf nicht lange durch. Gearbeitet wird im Stehen und Gehen, teils in kalten Lagerhallen und bei offenen Toren, teils im Freien bei Anlieferung.

Die Arbeitszeiten liegen in den Öffnungszeiten des Handels, also auch am Samstag und häufig in Spätschichten bis zum Ladenschluss. Vor Feiertagen, in der Grill- und Festsaison und zur Fußballmeisterschaft steigt das Volumen stark an, im Winter ist es ruhiger. Kunden erwarten Tempo beim Beladen und Auskunft zum Sortiment; freundlich bleiben, wenn zehn Leute an der Kasse warten, ist Teil der Arbeit. Die Bezahlung liegt im unteren Bereich des Einzelhandels.

Aussichten

Getränkemärkte finden Personal nur schwer, Stellen sind meist zügig zu bekommen, auch ohne Abschluss und auch in Teilzeit. Die Branche konsolidiert sich allerdings: Kleine Fachgeschäfte verschwinden, große Filialketten und Getränkeabteilungen in Vollsortimentern wachsen. Entwicklungswege führen über die Marktleitung oder stellvertretende Leitung, über den Wechsel in den Getränkefachgroßhandel, in den Außendienst einer Brauerei oder in Einkauf und Disposition. Zusätzliche Qualifikationen wie der Handelsfachwirt, Weinfachberatung oder ein Lkw-Führerschein erweitern die Möglichkeiten deutlich.

Aufgaben

  • Kästen, Paletten und Einzelflaschen in der Verkaufsfläche auffüllen
  • Kunden zu Bier, Wein, Spirituosen und Mengen für Feiern beraten
  • Leergut zurücknehmen, sortieren und Pfand abrechnen
  • Kasse bedienen und Kassenabschluss durchführen
  • Anlieferungen kontrollieren, einlagern und Bruch melden
  • Preise auszeichnen, Aktionsware aufbauen und Inventur mitmachen
  • Zapfanlagen und Fassbier vermieten und erklären
  • Kundenfahrzeuge beladen und teils Bestellungen ausliefern

Voraussetzungen

  • Körperliche Belastbarkeit für schweres Heben und Tragen über den ganzen Tag
  • Keine formale Pflicht, üblich ist eine Ausbildung im Einzelhandel oder eine Anlernphase im Betrieb
  • Freundlicher, zügiger Umgang mit Kundschaft
  • Zuverlässigkeit beim Kassieren und Umgang mit Bargeld
  • Führerschein Klasse B, für Auslieferung oft C1
  • Bereitschaft zu Samstagsarbeit und Spätschichten
  • Grundkenntnisse zum Getränkesortiment, die sich auch im Betrieb aufbauen lassen

Wo man arbeitet

  • Getränkemärkte und Getränkeabholmärkte
  • Getränkefachhandel und Weinfachgeschäfte
  • Getränkeabteilungen von Supermärkten und Verbrauchermärkten
  • Getränkefachgroßhandel mit Abholbereich
  • Hofverkauf von Brauereien und Kellereien

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer im Einzelhandel, die mit einem dritten Jahr zum Kaufmann im Einzelhandel führt. Viele Betriebe stellen aber auch ohne Abschluss ein und lernen neue Kräfte innerhalb weniger Wochen an. Fachwissen zu Wein, Bier und Spirituosen kommt über Herstellerschulungen und IHK-Seminare hinzu.

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