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Vertrieb & Kundenservice

Verkäufer als Vertretung der Ersten Kraft

Verkäuferinnen und Verkäufer als Vertretung der Ersten Kraft arbeiten im Verkauf und übernehmen zusätzlich die Leitung der Filiale, wenn die Erste Kraft nicht da ist. Sie stehen an der Theke oder Kasse und tragen gleichzeitig Verantwortung für Personal, Ware und Kasse.

346 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verkäufer als Vertretung der Ersten Kraft verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.450 € 2.700 € 29.400 €
Mit Berufserfahrung 2.500 € 2.800 € 3.100 € 33.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.800 € 3.200 € 3.800 € 38.400 €

Entscheidend ist, ob der Betrieb dem Tarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes oder dem Tarif des Bäcker- beziehungsweise Fleischerhandwerks folgt; in nicht tarifgebundenen Filialen und Kiosken liegen die Löhne oft nahe am Mindestlohn. Zulagen für Frühschicht, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie eine Funktionszulage für die Vertretung der Ersten Kraft können das Monatsentgelt merklich erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Vertretung der Ersten Kraft?

Der Beruf besteht aus zwei Teilen. Der größere ist der klassische Verkauf: Kundschaft bedienen, Ware an der Theke abwiegen und einpacken, kassieren, Regale und Auslagen auffüllen, Frische prüfen, reinigen. Der zweite Teil beginnt, wenn die Erste Kraft im Urlaub, krank oder in der Spätschicht nicht anwesend ist. Dann übernimmt die Vertretung die Führung des Ladens: Dienstpläne umstellen, Ware bestellen, Lieferungen kontrollieren, Kassenabschluss und Tagesabrechnung machen, Bargeld zählen und abliefern, Reklamationen entscheiden, neue Aushilfen einarbeiten und die Einhaltung der Hygienevorschriften nach HACCP dokumentieren. Typisch ist diese Position in Bäckerei- und Metzgereifilialen, in Kiosken, Tankstellenshops, Drogerien und kleineren Lebensmittelmärkten. Die Stellenbezeichnung meint fast immer eine feste Aufgabe, nicht eine gelegentliche Aushilfe: Wer sie annimmt, ist die Nummer zwei im Laden.

Wie wird man Vertretung der Ersten Kraft?

Der übliche Weg führt über eine Ausbildung zur Verkäuferin oder zum Verkäufer (zwei Jahre) oder zur Kauffrau im Einzelhandel (drei Jahre), teils auch über eine Ausbildung als Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Bäckerei oder Fleischerei. Der Aufstieg zur Vertretung erfolgt danach im Betrieb, meist nach ein bis drei Jahren an der Theke, oft ohne formale Prüfung, sondern durch Übertragung der Aufgabe. Der Quereinstieg ist verbreitet: Wer aus Gastronomie, Hotellerie oder einem anderen Handelsbereich kommt, wird angelernt. Vorausgesetzt werden dann Erfahrung im Kundenkontakt, Zuverlässigkeit im Umgang mit Geld und ein Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz für den Umgang mit Lebensmitteln. Ketten schulen intern zu Warenkunde, Kassensystem und Führung; wer weiter will, kann den Handelsfachwirt anschließen.

Was der Beruf verlangt

Der Alltag ist körperlich: Stehen über die ganze Schicht, Kisten heben, Arbeit in gekühlten Räumen, Backöfen und Aufbackstationen bedienen. Die Arbeitszeiten liegen früh oder spät, Samstagsarbeit ist Regel, in Bäckereien beginnt die Frühschicht häufig vor sechs Uhr, an Tankstellen und Bahnhöfen gibt es Sonn- und Feiertagsdienste. Die Vertretungsrolle bringt eine besondere Belastung mit sich: Verantwortung für Kasse, Personal und Umsatz, aber selten die Befugnisse und fast nie die Bezahlung einer Filialleitung. Wer die Erste Kraft ersetzt, muss oft gleichzeitig verkaufen und organisieren. Personalmangel und kurzfristige Krankmeldungen führen dazu, dass Vertretungen einspringen, freie Tage tauschen oder allein im Laden stehen. Dazu kommt der Umgang mit unfreundlicher Kundschaft, Zeitdruck in der Mittagsspitze und die Verantwortung für Kassendifferenzen. Wer keine Freude am Kundenkontakt hat oder Konflikte im Team schwer erträgt, ist in dieser Position falsch.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Der Einzelhandel und besonders das Lebensmittelhandwerk finden seit Jahren zu wenig Personal, erfahrene Kräfte mit Führungsbereitschaft werden praktisch überall gesucht, auch in Teilzeit. Der naheliegende nächste Schritt ist die Stelle der Ersten Kraft oder der Filialleitung, danach Bezirks- oder Gebietsleitung bei Ketten. Alternativen sind Wechsel in den Innendienst, in die Warendisposition oder eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt beziehungsweise Fachwirt im Lebensmittelhandwerk. Die Bezahlung bleibt im Verkauf auch mit Verantwortung im unteren Mittelfeld, wächst aber mit jeder Stufe der Filialverantwortung deutlich.

Aufgaben

  • Kundschaft an Theke und Kasse bedienen und beraten
  • Waren einräumen, Auslagen bestücken, Frische und Haltbarkeit prüfen
  • Kassenabschluss, Tagesabrechnung und Geldtransport übernehmen
  • Dienstplan und Schichtbesetzung bei Abwesenheit der Ersten Kraft steuern
  • Ware bestellen, Lieferungen annehmen und Reklamationen bearbeiten
  • Aushilfen und neue Mitarbeitende einarbeiten und anleiten
  • Hygiene- und HACCP-Vorgaben umsetzen und dokumentieren
  • Verkaufsräume und Geräte reinigen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung im Verkauf oder Einzelhandel, alternativ mehrjährige Verkaufserfahrung
  • Erfahrung im Kassieren und im Umgang mit Bargeld
  • Bereitschaft zu Früh-, Spät- und Samstagsdiensten
  • Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz bei Arbeit mit Lebensmitteln
  • Belastbarkeit für Arbeit im Stehen über die ganze Schicht
  • Freundliches Auftreten und Ruhe in Stoßzeiten
  • Bereitschaft, Verantwortung für Team und Filiale zu übernehmen

Wo man arbeitet

  • Bäckerei- und Konditoreifilialen
  • Metzgereien und Fleischereifachgeschäfte
  • Lebensmittelmärkte und Discounter
  • Tankstellenshops und Kioske
  • Drogerie- und Fachgeschäftsfilialen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine zweijährige Ausbildung zur Verkäuferin oder zum Verkäufer, eine dreijährige Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel oder eine Ausbildung als Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk. Die Rolle der Vertretung wird danach im Betrieb übertragen, meist nach ein bis drei Jahren Verkaufserfahrung. Quereinsteigende mit Kundenerfahrung werden häufig angelernt und intern zu Kasse, Warenkunde und Führung geschult.

Offene Stellen als Verkäufer als Vertretung der Ersten Kraft

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