Was macht ein Verkäufer an der SB-Frischetheke?
Der Arbeitstag beginnt früh, oft vor Ladenöffnung. Die Theke wird bestückt: Wurst und Käse aus dem Kühlhaus holen, auflegen, Preisschilder kontrollieren, Dekoration richten. Danach steht die Bedienung im Mittelpunkt. Kunden wollen Aufschnitt in bestimmter Dicke, ein Stück Käse von etwa 200 Gramm, Hackfleisch frisch durchgedreht. Dazu gehört, Sorten zu kennen, Auskunft über Herkunft und Allergene zu geben und Vorschläge zu machen, wenn ein Wunsch nicht vorrätig ist.
Zwischen den Kundengesprächen läuft die Warenpflege: Ware auf Frische prüfen, Mindesthaltbarkeitsdaten kontrollieren, Reste rechtzeitig reduzieren oder aussortieren, Kühltemperaturen dokumentieren. In vielen Märkten kommt die Vorproduktion für die Selbstbedienungsauslage dazu, also Aufschnitt in Schalen packen, wiegen, etikettieren. Zum Schichtende werden Maschinen zerlegt, gereinigt und die Theke desinfiziert. Die Reinigung ist ein fester, nicht kleiner Teil der Arbeit.
Wie wird man Verkäufer an der Frischetheke?
Es gibt zwei Wege. Der klassische ist die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Kaufmann im Einzelhandel, jeweils mit Schwerpunkt Lebensmittel. Auch Fleischereifachverkäufer, offiziell Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, arbeiten an solchen Theken und bringen die tiefste Warenkenntnis mit.
Der zweite Weg ist der Quereinstieg, und er ist in diesem Bereich üblich. Handelsketten und Filialbetriebe suchen laufend Personal für Bedientheken und schulen selbst an: Warenkunde, Schneidetechnik, Hygienevorschriften nach HACCP, Kassieren. Wer aus der Gastronomie, aus einer Küche oder aus dem Verkauf kommt, findet sich schnell ein. Verlangt wird eine Erstunterweisung nach Infektionsschutzgesetz durch das Gesundheitsamt. Nach einigen Jahren Praxis lässt sich die Ausbildung über eine Externenprüfung nachholen.
Was der Beruf verlangt
Stehen, den ganzen Tag, auf gefliestem Boden und in gekühlter Luft. Die Theke hat um zehn Grad, Zugluft aus der Kühlung ist normal. Hände sind ständig nass, Handschuhe und Schürze gehören dazu. Wer empfindliche Haut, Rückenprobleme oder Gelenkbeschwerden hat, merkt das schnell. Der Umgang mit Aufschnittmaschinen und scharfen Messern erfordert Konzentration, Schnittverletzungen passieren.
Die Arbeitszeiten liegen in den Öffnungszeiten des Marktes, also Frühschicht ab etwa sechs Uhr, Spätschicht bis Ladenschluss, Samstage regelmäßig. Vor Feiertagen wird es voll und laut, und die Schlange an der Theke wird nicht kürzer, weil die Vorproduktion noch nicht fertig ist. Freundlichkeit auch beim zwanzigsten Kunden mit Sonderwunsch ist Teil der Leistung. Die Bezahlung liegt im unteren Bereich des Arbeitsmarkts, Teilzeitverträge sind verbreitet.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Bedientheken gelten für Supermärkte als Kundenmagnet, gleichzeitig finden die Märkte kaum Personal dafür, weshalb Quereinsteiger gute Chancen auf eine Festanstellung haben, oft ohne lange Bewerbungsphase. Wer bleibt und Verantwortung übernimmt, kann Thekenleitung oder stellvertretende Marktleitung erreichen, mit weiteren Qualifikationen auch Substitut oder Abteilungsleiter Frische. Möglich ist ebenso ein Wechsel in eine Fleischerei, eine Käsefachhandlung oder in den Großhandel.