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Technik & Ingenieurwesen

VerfahrensmechanikerIn für Glastechnik

VerfahrensmechanikerInnen für Glastechnik steuern und überwachen die industrielle Herstellung und Weiterverarbeitung von Glas – von der Gemengeaufbereitung über die Schmelzwanne bis zum fertigen Produkt. Sie arbeiten an großen Anlagen, meist im Schichtbetrieb.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als VerfahrensmechanikerIn für Glastechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.000 € 3.400 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.500 € 4.000 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €

Große Werke zahlen nach den Tarifverträgen der Glas- und Keramikindustrie beziehungsweise der Chemischen Industrie (IG BCE), kleinere Veredelungsbetriebe oft darunter. Schicht-, Nacht- und Feiertagszulagen erhöhen das tatsächliche Monatseinkommen deutlich und sind in diesen Werten nicht enthalten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine VerfahrensmechanikerIn für Glastechnik?

Glas entsteht aus Quarzsand, Soda, Kalk und Altglas, das bei rund 1.600 Grad zu einer zähen Schmelze wird. VerfahrensmechanikerInnen für Glastechnik bereiten das Gemenge auf, beschicken die Schmelzwanne, kontrollieren Temperaturkurven und Ofenatmosphäre und stellen die Formgebungsmaschinen ein. Je nach Fachrichtung läuft die Arbeit an IS-Maschinen für Flaschen und Gläser, an der Floatglaslinie für Fensterscheiben, an Blas- und Pressautomaten für Hohlglas oder an Schleif-, Bohr- und Beschichtungsanlagen in der Glasveredelung.

Ein großer Teil des Alltags ist Anlagenbedienung und Qualitätskontrolle: Proben ziehen, Wanddicken messen, Spannungen im Glas prüfen, Ausschuss beurteilen, Fehlerursachen zurückverfolgen. Dazu kommt Instandhaltung – Formen wechseln, Werkzeuge tauschen, Störungen beheben, Wartungspläne abarbeiten. Wer im Anlauf einer neuen Produktion arbeitet, richtet Maschinen ein und fährt Parameter so lange nach, bis die Serie stabil läuft. Alle Werte werden dokumentiert, weil in der Glasproduktion kleine Abweichungen große Ausschussmengen verursachen.

Wie wird man VerfahrensmechanikerIn für Glastechnik?

Der Weg führt über eine dreijährige duale Ausbildung in Industriebetrieben der Glasindustrie, mit Berufsschule oder Blockunterricht an einem der wenigen Fachschulstandorte. Gewählt wird eine Fachrichtung: Behälterglas, Flachglas, Hohlglas oder Glasveredelung. Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit mittlerem Schulabschluss ein, mit gutem Hauptschulabschluss und Interesse an Technik sind die Chancen ebenfalls realistisch, weil die Zahl der Bewerbungen gering ist.

Quereinstieg ist möglich: Wer aus einem anderen Metall- oder Produktionsberuf kommt, wird häufig als AnlagenführerIn eingearbeitet und kann die Prüfung über eine Externenzulassung nachholen. Nach der Ausbildung folgen oft Zusatzqualifikationen zur Kran- oder Staplerbedienung, in Steuerungstechnik oder in der Prozessleittechnik.

Was der Beruf verlangt

Glasöfen laufen ohne Unterbrechung, oft über zehn Jahre am Stück. Deshalb ist Vollkonti-Schichtarbeit die Regel: Früh, Spät, Nacht, Wochenende, Feiertage. Wer damit langfristig nicht zurechtkommt, sollte den Beruf nicht wählen. An den Maschinen ist es heiß, laut und staubig; Schutzkleidung, Gehörschutz und Hitzeschutz gehören dazu. Schnittverletzungen und Verbrennungen sind reale Risiken, entsprechend streng sind die Sicherheitsregeln.

Körperlich ist die Arbeit fordernd: langes Stehen, Gehen über die Linie, Heben von Formen und Werkzeugen. Gleichzeitig braucht es Ruhe und Genauigkeit, weil ein falsch eingestellter Parameter tonnenweise Ausschuss bedeutet. Wer allein in einer Nachtschicht eine Störung beheben muss, trägt Verantwortung für eine teure Anlage.

Aussichten

Die Glasindustrie sucht Fachkräfte, weil viele Beschäftigte in den nächsten Jahren in Rente gehen und der Beruf kaum bekannt ist. Übernahmechancen nach der Ausbildung sind gut, allerdings ist die Zahl der Standorte begrenzt – Behälter- und Flachglaswerke liegen oft in ländlichen Regionen, Umzugsbereitschaft hilft. Energiepreise und Konjunktur in der Bau- und Getränkebranche wirken sich direkt auf die Auslastung aus.

Entwicklungswege führen über die Schichtführung zum Industriemeister Fachrichtung Glas, zum Techniker oder in die Qualitätssicherung. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium in Werkstofftechnik, Glas- und Keramiktechnik oder Verfahrenstechnik möglich. Auch der Wechsel in Anlagenplanung, Instandhaltung oder technischen Vertrieb kommt vor.

Aufgaben

  • Rohstoffe zum Gemenge mischen und die Schmelzwanne beschicken
  • Temperaturen, Ofenatmosphäre und Prozessparameter überwachen und nachregeln
  • Form- und Verarbeitungsmaschinen einrichten, umrüsten und bedienen
  • Glasprodukte auf Maße, Wandstärke und Spannungen prüfen
  • Störungen an Anlagen eingrenzen und beheben
  • Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten durchführen
  • Prozess- und Qualitätsdaten dokumentieren
  • Ausschussursachen analysieren und Gegenmaßnahmen einleiten

Voraussetzungen

  • mittlerer Schulabschluss oder guter Hauptschulabschluss
  • Interesse an Technik, Physik und Chemie
  • Bereitschaft zu Wechsel- und Nachtschicht, auch an Wochenenden
  • gesundheitliche Eignung für Arbeit bei Hitze, Lärm und Staub
  • technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
  • Sorgfalt und Zuverlässigkeit bei der Anlagenüberwachung

Wo man arbeitet

  • Behälterglaswerke für Flaschen und Konservengläser
  • Floatglaswerke der Flachglasindustrie
  • Betriebe für Hohl-, Spezial- und Laborglas
  • Glasveredelungs- und Beschichtungsbetriebe
  • Hersteller von Glasfasern und technischem Glas

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum VerfahrensmechanikerIn für Glastechnik in einem Industriebetrieb, mit Berufsschulunterricht in Blockform an einem der wenigen Fachschulstandorte. Im Verlauf wird eine der Fachrichtungen Behälterglas, Flachglas, Hohlglas oder Glasveredelung gewählt. Abschluss ist die Facharbeiterprüfung vor der Industrie- und Handelskammer.

Offene Stellen als VerfahrensmechanikerIn für Glastechnik

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