Tierpfleger
Tierpfleger versorgen Tiere in Zoos, Tierheimen, Forschungseinrichtungen oder Tierkliniken: Sie füttern, reinigen Gehege, beobachten den Gesundheitszustand und unterstützen bei Behandlungen.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Tierpfleger verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.500 € | 2.900 € | 30.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 2.950 € | 3.400 € | 35.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.000 € | 3.450 € | 4.200 € | 41.400 € |
Entscheidend ist der Arbeitgeber: Zoos in kommunaler Hand, Universitäten und öffentliche Forschungseinrichtungen zahlen nach TVöD beziehungsweise TV-L, meist in den Entgeltgruppen 4 bis 6, mit Leitungsfunktion höher. Private Tierheime und Pensionen liegen häufig deutlich darunter, Pharma- und Biotechunternehmen mit Haustarif oft klar darüber. Schicht-, Wochenend- und Feiertagszulagen machen im Klinik- und Forschungsbereich einen spürbaren Teil des Einkommens aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Tierpfleger?
Der Arbeitstag beginnt früh und fast immer mit Futter und Schmutz. Tierpfleger stellen Rationen zusammen, wiegen ab, zerkleinern Fleisch, Obst und Gemüse, verteilen Heu und füllen Tränken. Anschließend werden Gehege, Boxen, Käfige, Aquarien oder Stallungen ausgemistet, desinfiziert und mit frischer Einstreu versehen. Zwischen diesen Arbeiten läuft die eigentliche fachliche Aufgabe: Tiere beobachten. Wer ein Tier täglich sieht, merkt, wenn es weniger frisst, hinkt, sich zurückzieht oder anders atmet. Solche Beobachtungen werden dokumentiert und an Tierarzt oder Revierleitung weitergegeben.
Je nach Fachrichtung kommen unterschiedliche Aufgaben hinzu. In Zoos gehören Beschäftigungsmaterial, medizinisches Training, Gehegegestaltung und Gespräche mit Besuchern dazu. In Tierheimen stehen Vermittlungsgespräche, Sozialisierung von Hunden, Spaziergänge und der Umgang mit verhaltensauffälligen Tieren im Vordergrund. In Forschung und Klinik geht es um Hygieneschleusen, exakte Dokumentation, Zuchtplanung, Blutentnahmen und die Assistenz bei Eingriffen.
Wie wird man Tierpfleger?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Tierpfleger mit den Fachrichtungen Zoo, Forschung und Klinik oder Tierheim und Tierpension. Rechtlich genügt ein Hauptschulabschluss, faktisch werden meist Realschulabschluss oder Abitur eingestellt, weil auf einen Ausbildungsplatz in Zoos oft dreistellige Bewerberzahlen kommen. Ein Praktikum vorab ist praktisch Pflicht und dient beiden Seiten als Prüfung. Quereinstieg gibt es vor allem in Tierheimen und Pensionen als Hilfskraft, seltener mit anschließender Nachqualifizierung. Wer aus der Landwirtschaft, der Tierarztpraxis oder einem Pflegeberuf kommt, hat es leichter.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist körperlich schwer und schmutzig. Schubkarren, Futtersäcke, nasse Einstreu, gebückte Haltung, Arbeit im Freien bei jedem Wetter, Staub, Gerüche, Tierhaare. Allergien schließen viele Bereiche aus. Tiere brauchen an Feiertagen dasselbe Futter wie an Werktagen, deshalb sind Wochenend-, Feiertags- und Bereitschaftsdienste normal, in Kliniken und der Forschung auch Nachtdienste. Verletzungsrisiko und Zoonosen sind reale Themen, Impfungen und Sicherheitsvorschriften keine Formsache.
Schwer wiegt oft die emotionale Seite. Tiere werden krank, alt und eingeschläfert, Tierheime müssen Aufnahmen ablehnen, in der Forschung werden Versuchstiere getötet. Wer Tiere liebt, aber Abgrenzung nicht lernt, hält den Beruf selten lange durch. Dazu kommt: Die Bezahlung steht in keinem guten Verhältnis zur Belastung, und weil viele den Beruf aus Idealismus wählen, ist der Verhandlungsspielraum klein.
Aussichten
Stellen gibt es kontinuierlich, aber begrenzt. Zoologische Gärten und Wildparks stellen selten und nur bei Fluktuation ein, offene Stellen sind stark umkämpft. Deutlich beständiger ist der Bedarf in der biomedizinischen Forschung, in Universitätsinstituten, Pharmaunternehmen und Tierkliniken, wo Fachkräfte mit Erfahrung in Versuchstierkunde gesucht werden. Tierheime kämpfen mit knappen Budgets und finanzieren Stellen oft über Spenden.
Entwicklungswege führen über die Revier- oder Bereichsleitung, die Meisterprüfung als Tierpflegemeister, den Ausbilderschein oder Zusatzqualifikationen in Versuchstierkunde und Tierschutz. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium in Biologie, Agrarwissenschaft oder Tiermanagement möglich und öffnet Kuratoren- und Managementpositionen.
Aufgaben
- Futterrationen zusammenstellen, zubereiten und verteilen
- Gehege, Stallungen, Käfige und Becken reinigen und desinfizieren
- Gesundheitszustand und Verhalten der Tiere beobachten und dokumentieren
- Tierarzt bei Untersuchungen und Behandlungen assistieren
- Beschäftigungsmaterial anbieten und medizinisches Training durchführen
- Jungtieraufzucht und Handaufzucht betreuen
- Besucher informieren oder Vermittlungsgespräche führen
- Technische Anlagen wie Heizung, Filter und Zäune kontrollieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Tierpfleger, in Tierheimen teils auch Einstieg als Hilfskraft
- Gute körperliche Belastbarkeit, Rückengesundheit und keine Tierhaar- oder Heustauballergie
- Bereitschaft zu Wochenend-, Feiertags- und teils Nachtdiensten
- Zuverlässigkeit und Genauigkeit bei Hygienevorschriften und Dokumentation
- Ruhiges, umsichtiges Verhalten im Umgang mit gefährlichen oder gestressten Tieren
- Emotionale Belastbarkeit bei Krankheit, Euthanasie und Tierleid
- Häufig Führerschein Klasse B
Wo man arbeitet
- Zoologische Gärten, Tierparks und Aquarien
- Tierheime und Tierpensionen
- Universitätsinstitute und Forschungseinrichtungen
- Pharma- und Biotechunternehmen mit Tierhaltung
- Tierkliniken und größere Tierarztpraxen
- Zuchtbetriebe und Wildgehege
Der Weg in den Beruf
Der Standardweg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Tierpfleger mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer, wählbar in den Fachrichtungen Zoo, Forschung und Klinik oder Tierheim und Tierpension. Der Unterricht findet an wenigen spezialisierten Berufsschulen statt, oft im Blockunterricht mit Internatsunterbringung. Ein mehrwöchiges Vorpraktikum ist bei den meisten Betrieben Voraussetzung für eine Bewerbung.
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