Was macht ein Techniker für Batterie- und Gefahrstoffentsorgung?
Im Zentrum der Arbeit steht die Annahme und Bewertung gefährlicher Abfälle. Angelieferte Batterien werden identifiziert, nach Zellchemie sortiert und auf Beschädigungen geprüft: aufgeblähte Zellen, ausgelaufener Elektrolyt, verformte Gehäuse. Beschädigte Lithium-Ionen-Akkus gelten als kritischer Abfall und müssen einzeln in Sicherheitsbehälter mit Löschgranulat oder Vermiculit verpackt werden. Antriebsbatterien aus Fahrzeugen werden spannungsfrei geschaltet, teilweise entladen, verwogen und für den Weitertransport gesichert.
Dazu kommt die Papierarbeit, die in diesem Beruf keine Nebensache ist. Abfallschlüsselnummern werden zugeordnet, Begleitscheine und Übernahmescheine im elektronischen Nachweisverfahren erstellt, Gefahrgutpapiere nach ADR ausgefüllt, Beförderungseinheiten kontrolliert und Kennzeichnungen angebracht. Wer als Spezialist arbeitet, berät außerdem Kunden - Werkstätten, Hersteller, Kommunen -, welche Verpackung, welcher Behälter und welche Klassifizierung für ihre Abfälle richtig sind. Auch Probenahmen an Flüssigabfällen, das Umpumpen von Lösemitteln oder Säuren und das Bedienen von Anlagen zur Vorbehandlung gehören dazu.
Wie wird man Techniker für Batterie- und Gefahrstoffentsorgung?
Der klassische Weg führt über die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Auch Chemikanten, Umwelttechnologen für Kreislaufwirtschaft, Kfz-Mechatroniker mit Hochvolt-Qualifikation oder Berufskraftfahrer mit Gefahrgutschein kommen in das Feld. Ohne einschlägige Ausbildung ist ein Einstieg als angelernte Kraft im Sortierbereich möglich, die verantwortlichen Tätigkeiten setzen aber Nachweise voraus.
Entscheidend sind die Zusatzqualifikationen: ADR-Schulung für Gefahrgutfahrer oder die Bestellung als Gefahrgutbeauftragter, Fachkunde nach Entsorgungsfachbetriebeverordnung, Elektrofachkraft für Hochvoltsysteme sowie Schulungen im Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien. Diese Nachweise müssen regelmäßig aufgefrischt werden. Wer weiterkommen will, ergänzt eine Meister- oder Technikerprüfung oder ein Studium in Umwelttechnik.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet in Hallen, an Sortierbändern und auf Umschlagplätzen statt, im Sommer heiß, im Winter kalt. Persönliche Schutzausrüstung ist Pflicht: Schnittschutzhandschuhe, Säureschutzkleidung, Schutzbrille, bei manchen Arbeiten Atemschutz. Batterien sind schwer, Antriebsakkus wiegen mehrere Hundert Kilogramm und werden mit Hebezeug bewegt, kleinere Gebinde von Hand.
Das Risiko ist real. Ein thermisches Durchgehen eines Lithium-Akkus lässt sich kaum löschen, Brände in Sortieranlagen sind eine bekannte Ursache von Betriebsstillständen. Wer hier arbeitet, muss Vorschriften auch dann einhalten, wenn Zeitdruck herrscht, und muss Fehler melden statt vertuschen. Geruchsbelastung, Lärm und Staub gehören zum Alltag. Die Arbeitszeiten liegen meist im Tagdienst, an größeren Standorten im Zweischichtbetrieb; Rufbereitschaft für Havarien kommt vor.
Aussichten
Die Menge an Altbatterien wächst mit jedem Jahr der Elektromobilität, und rechtlich gilt eine steigende Sammel- und Recyclingquote. Fachkräfte mit Hochvolt- und Gefahrgutnachweis sind knapp, unbefristete Stellen die Regel. Entwicklungswege führen zum Schichtführer, zur verantwortlichen Fachkraft eines Entsorgungsfachbetriebs, zum Gefahrgutbeauftragten, Abfallbeauftragten oder in die Kundenberatung und Logistikplanung großer Entsorger. Auch der Wechsel zu Batterieherstellern, in Recyclinganlagen für Schwarzmasse oder in Behörden und Überwachungsstellen ist möglich.