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Logistik & Verkehr

Techniker / Spezialist Batterie- und Gefahrstoffentsorgung

Techniker und Spezialisten für Batterie- und Gefahrstoffentsorgung nehmen Altbatterien, Lithium-Ionen-Akkus und gefährliche Abfälle an, prüfen und sortieren sie, sichern beschädigte Zellen und organisieren den vorschriftsmäßigen Transport zu Verwertungs- oder Beseitigungsanlagen.

30 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Techniker / Spezialist Batterie- und Gefahrstoffentsorgung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 2.950 € 3.300 € 35.400 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.550 € 4.100 € 42.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €

Kommunale und öffentlich-rechtliche Entsorgungsbetriebe zahlen nach TVöD (häufig Entgeltgruppen 5 bis 9), private Entsorger oft nach Haustarif oder frei verhandelt. Zusatznachweise wie ADR, Hochvolt-Fachkunde oder die Bestellung als verantwortliche Fachkraft schlagen deutlich durch, ebenso Schicht- und Gefahrenzulagen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Techniker für Batterie- und Gefahrstoffentsorgung?

Im Zentrum der Arbeit steht die Annahme und Bewertung gefährlicher Abfälle. Angelieferte Batterien werden identifiziert, nach Zellchemie sortiert und auf Beschädigungen geprüft: aufgeblähte Zellen, ausgelaufener Elektrolyt, verformte Gehäuse. Beschädigte Lithium-Ionen-Akkus gelten als kritischer Abfall und müssen einzeln in Sicherheitsbehälter mit Löschgranulat oder Vermiculit verpackt werden. Antriebsbatterien aus Fahrzeugen werden spannungsfrei geschaltet, teilweise entladen, verwogen und für den Weitertransport gesichert.

Dazu kommt die Papierarbeit, die in diesem Beruf keine Nebensache ist. Abfallschlüsselnummern werden zugeordnet, Begleitscheine und Übernahmescheine im elektronischen Nachweisverfahren erstellt, Gefahrgutpapiere nach ADR ausgefüllt, Beförderungseinheiten kontrolliert und Kennzeichnungen angebracht. Wer als Spezialist arbeitet, berät außerdem Kunden - Werkstätten, Hersteller, Kommunen -, welche Verpackung, welcher Behälter und welche Klassifizierung für ihre Abfälle richtig sind. Auch Probenahmen an Flüssigabfällen, das Umpumpen von Lösemitteln oder Säuren und das Bedienen von Anlagen zur Vorbehandlung gehören dazu.

Wie wird man Techniker für Batterie- und Gefahrstoffentsorgung?

Der klassische Weg führt über die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Auch Chemikanten, Umwelttechnologen für Kreislaufwirtschaft, Kfz-Mechatroniker mit Hochvolt-Qualifikation oder Berufskraftfahrer mit Gefahrgutschein kommen in das Feld. Ohne einschlägige Ausbildung ist ein Einstieg als angelernte Kraft im Sortierbereich möglich, die verantwortlichen Tätigkeiten setzen aber Nachweise voraus.

Entscheidend sind die Zusatzqualifikationen: ADR-Schulung für Gefahrgutfahrer oder die Bestellung als Gefahrgutbeauftragter, Fachkunde nach Entsorgungsfachbetriebeverordnung, Elektrofachkraft für Hochvoltsysteme sowie Schulungen im Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien. Diese Nachweise müssen regelmäßig aufgefrischt werden. Wer weiterkommen will, ergänzt eine Meister- oder Technikerprüfung oder ein Studium in Umwelttechnik.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet in Hallen, an Sortierbändern und auf Umschlagplätzen statt, im Sommer heiß, im Winter kalt. Persönliche Schutzausrüstung ist Pflicht: Schnittschutzhandschuhe, Säureschutzkleidung, Schutzbrille, bei manchen Arbeiten Atemschutz. Batterien sind schwer, Antriebsakkus wiegen mehrere Hundert Kilogramm und werden mit Hebezeug bewegt, kleinere Gebinde von Hand.

Das Risiko ist real. Ein thermisches Durchgehen eines Lithium-Akkus lässt sich kaum löschen, Brände in Sortieranlagen sind eine bekannte Ursache von Betriebsstillständen. Wer hier arbeitet, muss Vorschriften auch dann einhalten, wenn Zeitdruck herrscht, und muss Fehler melden statt vertuschen. Geruchsbelastung, Lärm und Staub gehören zum Alltag. Die Arbeitszeiten liegen meist im Tagdienst, an größeren Standorten im Zweischichtbetrieb; Rufbereitschaft für Havarien kommt vor.

Aussichten

Die Menge an Altbatterien wächst mit jedem Jahr der Elektromobilität, und rechtlich gilt eine steigende Sammel- und Recyclingquote. Fachkräfte mit Hochvolt- und Gefahrgutnachweis sind knapp, unbefristete Stellen die Regel. Entwicklungswege führen zum Schichtführer, zur verantwortlichen Fachkraft eines Entsorgungsfachbetriebs, zum Gefahrgutbeauftragten, Abfallbeauftragten oder in die Kundenberatung und Logistikplanung großer Entsorger. Auch der Wechsel zu Batterieherstellern, in Recyclinganlagen für Schwarzmasse oder in Behörden und Überwachungsstellen ist möglich.

Aufgaben

  • Altbatterien annehmen, identifizieren und nach Zellchemie sortieren
  • beschädigte Lithium-Ionen-Zellen erkennen und in Sicherheitsbehälter verpacken
  • Hochvolt-Antriebsbatterien spannungsfrei schalten und transportsicher lagern
  • Abfallschlüssel zuordnen und Begleitscheine im elektronischen Nachweisverfahren erstellen
  • Gefahrgutpapiere und Kennzeichnungen nach ADR prüfen und ausstellen
  • Flüssigabfälle wie Säuren, Laugen und Lösemittel umfüllen und beproben
  • Kunden zu Verpackung, Klassifizierung und Abholung beraten
  • Lagerbestände, Brandschutzauflagen und Behälterzustände kontrollieren

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung in Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Chemie oder Technik, alternativ einschlägige Berufserfahrung
  • ADR-Schein oder Bereitschaft zur Gefahrgutschulung
  • Qualifikation als Elektrofachkraft für Hochvoltsysteme von Vorteil
  • körperliche Belastbarkeit, Heben schwerer Gebinde, Tauglichkeit für Atemschutz
  • sorgfältiges Arbeiten nach Vorschrift und sauberes Dokumentieren
  • Führerschein, häufig Klasse C oder Flurförderzeugschein
  • Zuverlässigkeit und Ruhe in Gefahrensituationen

Wo man arbeitet

  • Entsorgungsfachbetriebe und Recyclinganlagen
  • Batterie-Sammel- und Sortierzentren
  • Zwischenlager für gefährliche Abfälle
  • kommunale Wertstoffhöfe und Abfallwirtschaftsbetriebe
  • Industriebetriebe mit eigener Abfalllogistik
  • Speditionen mit Gefahrgutabteilung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft mit IHK-Abschluss, alternativ ein Einstieg über Chemikant, Umwelttechnologe oder Kfz-Mechatronik. Darauf folgen betriebliche Zusatzqualifikationen wie ADR-Schulung, Fachkunde nach Entsorgungsfachbetriebeverordnung und Hochvolt-Unterweisung. Aufstiegsfortbildungen zum Meister oder Techniker dauern je nach Form ein bis zwei Jahre.

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