Was macht ein Teamleiter mechanische Montage?
Ein Teamleiter mechanische Montage verantwortet einen abgegrenzten Bereich der Fertigung: eine Montagelinie, eine Insel für Baugruppen oder die Endmontage von Maschinen und Anlagen. Zu Schichtbeginn prüft er den Auftragsvorrat, verteilt die Arbeit auf die Mitarbeiter, klärt fehlende Teile mit der Logistik und entscheidet, welcher Auftrag vorgezogen wird, wenn Material fehlt. Läuft eine Station nicht, springt er ein oder organisiert Ersatz. Er unterschreibt Prüfprotokolle, dokumentiert Ausschuss und Nacharbeit, führt Übergabegespräche an die nächste Schicht und meldet Kennzahlen wie Stückzahl, Durchlaufzeit und Fehlerquote an die Fertigungsleitung.
Dazu kommt Personalarbeit: Urlaubsplanung, Schichtbesetzung, Einarbeitung neuer Kollegen und Leiharbeiter, Gespräche bei Konflikten oder häufigen Fehlzeiten. Bei Reklamationen aus dem Feld sucht er mit der Qualitätssicherung die Ursache. Bei Umbauten oder neuen Produkten testet er Montagefolgen, kommentiert Arbeitspläne und schlägt Vorrichtungen vor. Die Nähe zum Produkt bleibt: Wer die Handgriffe nicht selbst kann, wird in der Werkstatt nicht ernst genommen.
Wie wird man Teamleiter mechanische Montage?
Der übliche Weg führt über eine gewerbliche Ausbildung, etwa als Industriemechaniker, Konstruktionsmechaniker, Feinwerkmechaniker oder Mechatroniker, und mehrere Jahre Arbeit in der Montage. Wer Verantwortung übernehmen will, macht danach den Industriemeister Metall, seltener den Technischen Fachwirt oder eine Weiterbildung zum Techniker. Viele Betriebe besetzen die Stelle aber auch intern mit erfahrenen Fachkräften ohne Meisterbrief, die sich als Vorarbeiter bewährt haben, und lassen die Weiterbildung nebenher laufen. Ein Ingenieurstudium ist kein Nachteil, führt aber häufiger in die Fertigungsplanung als an die Linie. Quereinstieg aus anderen Branchen ist selten, weil Produktkenntnis und handwerkliches Urteil erwartet werden.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet in der Halle statt, oft im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, mit Lärm, Öl, Zugluft und langen Steh- und Gehzeiten. Termindruck ist der Normalfall: Kundentermine liegen fest, Material kommt zu spät, Mitarbeiter fehlen. Der Teamleiter trägt diesen Druck weiter und muss ihn gleichzeitig abfedern, damit die Qualität nicht leidet. Unangenehm für viele ist die Doppelrolle: Man führt Kollegen, mit denen man jahrelang an der gleichen Station gestanden hat, und muss trotzdem Leistung ansprechen, Abmahnungen mitzeichnen und Schichtpläne verteidigen. Wer Konflikte scheut, verbraucht sich in dieser Position schnell. Dazu kommt Dokumentationsarbeit am Rechner, die viele unterschätzen, und die Verantwortung für Arbeitssicherheit im Bereich.
Aussichten
Fachkräfte mit Führungserfahrung in der Montage sind im Maschinenbau, in der Fahrzeug- und Zulieferindustrie und in der Elektroindustrie gesucht, weil viele erfahrene Meister in den nächsten Jahren in Rente gehen. Gleichzeitig hängt die Beschäftigung an der Konjunktur der Kundenbranchen, und Verlagerungen von Montageumfängen ins Ausland treffen einfache Serienmontage stärker als komplexen Anlagenbau. Entwicklungswege führen zum Meister mit größerem Bereich, zum Fertigungs- oder Produktionsleiter, in die Arbeitsvorbereitung, ins Industrial Engineering oder in die Prozessverbesserung. Wer Anlagen und Produkte gut kennt, wechselt gelegentlich auch in Montageplanung oder Serviceleitung.