Supply Chain Excellence Specialist
Supply Chain Excellence Specialists analysieren und verbessern Lieferketten: Sie messen Kennzahlen, decken Schwachstellen in Beschaffung, Produktion und Distribution auf und führen Prozessänderungen ein. Der Beruf sitzt zwischen Logistik, Controlling und Projektarbeit.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Supply Chain Excellence Specialist verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.200 € | 4.900 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.600 € | 5.500 € | 6.500 € | 66.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.000 € | 7.200 € | 9.000 € | 86.400 € |
Entscheidend sind Branche und Unternehmensgröße: In Konzernen der Chemie-, Pharma- und Metallindustrie mit Tarifbindung, etwa nach dem Bundesentgelttarifvertrag Chemie oder den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie, liegen die Gehälter deutlich über denen mittelständischer Handels- und Logistikunternehmen. Bei Konzernen kommen häufig Bonusanteile von zehn bis zwanzig Prozent hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Supply Chain Excellence Specialist?
Die Arbeit beginnt meist mit Zahlen. Wie hoch ist die Liefertreue gegenüber Kunden, wie lange liegt Material im Lager, wie oft weicht die Absatzprognose von der tatsächlichen Nachfrage ab, wo entstehen Sonderfahrten und Eilaufträge? Supply Chain Excellence Specialists ziehen diese Daten aus ERP- und Planungssystemen, meist SAP, oft ergänzt durch Excel, Power BI oder Datenbankabfragen, und suchen die Ursachen hinter den Abweichungen.
Danach folgt der praktische Teil. Sie sprechen mit Disponenten, Produktionsplanern, Einkäufern und Lagerleitern, zeichnen Prozesse auf, rechnen Bestandsstrategien durch und schlagen Änderungen vor: andere Losgrößen, neue Sicherheitsbestände, veränderte Bestellrhythmen, andere Verpackungseinheiten, eine überarbeitete Rollenverteilung zwischen Werk und Zentrale. Viele arbeiten mit Methoden aus Lean und Six Sigma, halten Workshops ab, moderieren Wertstromanalysen und begleiten die Umsetzung, bis die neue Arbeitsweise im Alltag hält. Dazu gehört das Pflegen von Kennzahlensystemen und Standards, die dann für mehrere Standorte gelten sollen.
Häufig ist die Rolle in Konzernen angesiedelt und wirkt in die Werke oder Landesgesellschaften hinein, ohne dort Vorgesetzter zu sein. Überzeugen ersetzt Anweisen.
Wie wird man Supply Chain Excellence Specialist?
Der übliche Weg ist ein Studium: Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Logistik, Supply Chain Management, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik oder Logistikmanagement, meist als Bachelor, oft als Master. Ein Einstieg direkt nach dem Abschluss ist möglich, häufiger kommt die Stelle aber nach zwei bis fünf Jahren in operativer Disposition, Produktionsplanung, Einkauf oder Logistikcontrolling.
Quereinstieg gelingt aus der Praxis: Wer als Fachwirt für Logistiksysteme oder nach einer Weiterbildung zum Logistikmeister jahrelang disponiert hat und Datenanalyse beherrscht, wird ernst genommen. Zertifikate wie Six Sigma Green oder Black Belt, APICS CPIM oder CSCP sind verbreitet und werden von Arbeitgebern oft mitfinanziert. Sichere SAP-Kenntnisse in den Modulen MM, PP oder SD sind in vielen Ausschreibungen Bedingung, verhandlungsfähiges Englisch fast immer.
Was der Beruf verlangt
Der Alltag ist Bürotätigkeit mit vielen Terminen, Homeoffice ist meist möglich. Belastend ist weniger die Arbeitszeit als der Widerstand: Verbesserungsprojekte greifen in gewachsene Abläufe ein, Betroffene sehen zusätzliche Arbeit und verteidigen ihre Freiräume. Wer Konflikte scheut oder schnelle Ergebnisse braucht, wird unzufrieden, denn zwischen Analyse und messbarer Wirkung liegen oft Monate.
Hinzu kommen Reisen zu Werken und Lieferanten, in Konzernen auch international, sowie Telefonkonferenzen über Zeitzonen. Bei Lieferengpässen, Werksverlagerungen oder Systemumstellungen wird es phasenweise sehr voll. Datenqualität ist ein Dauerärgernis: Ein guter Teil der Zeit geht dafür auf, Stammdaten überhaupt belastbar zu machen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis gut. Lieferkettenstörungen, steigende Bestandskosten, Nachhaltigkeitsberichtspflichten und das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz haben Supply-Chain-Themen dauerhaft in die Managementaufmerksamkeit gebracht. Gesucht wird vor allem in Industrie, Handel und Pharma.
Entwicklungswege führen zur Fachexpertenrolle für Planung, Bestandsmanagement oder Transportnetzwerke, in die Leitung eines Excellence-Teams, in die Supply-Chain- oder Werkslogistikleitung oder in die Beratung. Wer Datenanalyse und Planungssoftware beherrscht, hat die besseren Karten, weil Prognose und Bestandsoptimierung zunehmend algorithmisch gestützt laufen.
Aufgaben
- Kennzahlen zu Liefertreue, Beständen und Durchlaufzeiten auswerten
- Ursachen von Planabweichungen und Fehlteilen analysieren
- Prozesse in Beschaffung, Planung und Distribution aufnehmen und neu gestalten
- Bestandsstrategien, Losgrößen und Sicherheitsbestände berechnen
- Verbesserungsprojekte über mehrere Standorte hinweg leiten
- Workshops mit Disposition, Produktion und Einkauf moderieren
- Standards und Arbeitsanweisungen dokumentieren und einführen
- Reports und Dashboards für die Geschäftsleitung aufbauen
Voraussetzungen
- Studium in BWL, Supply Chain Management, Wirtschaftsingenieurwesen oder vergleichbare Praxiserfahrung
- Sichere Kenntnisse in ERP-Systemen, meist SAP, und in Excel oder BI-Werkzeugen
- Analytisches Denken und Freude am Umgang mit großen Datenmengen
- Englisch für Abstimmungen mit internationalen Standorten
- Fähigkeit, ohne Weisungsbefugnis zu überzeugen und Konflikte auszuhalten
- Bereitschaft zu Dienstreisen zu Werken und Lieferanten
- Methodenkenntnisse in Lean oder Six Sigma sind von Vorteil
Wo man arbeitet
- Industrieunternehmen mit eigener Produktion
- Handels- und Konsumgüterkonzerne
- Pharma- und Medizintechnikhersteller
- Logistikdienstleister und Kontraktlogistik
- Unternehmensberatungen mit Logistikschwerpunkt
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein drei- bis fünfjähriges Studium der Betriebswirtschaft, des Supply Chain Managements oder des Wirtschaftsingenieurwesens mit Bachelor- oder Masterabschluss. Viele wechseln erst nach zwei bis fünf Jahren in Disposition, Einkauf oder Produktionsplanung in die Excellence-Rolle. Zertifikate wie Six Sigma Green Belt oder APICS CPIM werden meist berufsbegleitend erworben.
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