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Bildung & Soziales

Soziale Arbeit am virtuellen Campus

Fachkräfte der Sozialen Arbeit am virtuellen Campus begleiten, beraten und unterrichten Menschen über digitale Kanäle – etwa Studierende im Fernstudium Soziale Arbeit oder Ratsuchende in Online-Beratungsstellen. Der Arbeitsplatz ist ein Bildschirm, die Aufgabe bleibt sozialpädagogisch.

17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Soziale Arbeit am virtuellen Campus verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.700 € 4.100 € 44.400 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 4.400 € 5.000 € 52.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.600 € 5.300 € 6.500 € 63.600 €

An staatlichen Hochschulen und bei kommunalen Trägern richtet sich die Bezahlung nach TV-L oder TVöD-SuE, meist in den Entgeltgruppen 11 bis 13 beziehungsweise S 12 bis S 17. Private Fernhochschulen zahlen frei verhandelt und teils darunter, Lehraufträge werden pro Stunde honoriert und sind nicht mit einer Festanstellung vergleichbar.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Fachkraft für Soziale Arbeit am virtuellen Campus?

Der virtuelle Campus ist die Lern- und Beratungsumgebung einer Fern- oder Präsenzhochschule, einer Bildungsträgerin oder einer Online-Beratungsstelle. Wer hier in der Sozialen Arbeit tätig ist, arbeitet an zwei Fronten: Er begleitet Studierende und Teilnehmende durch ihr Studium oder ihre Weiterbildung, und er vermittelt oder praktiziert sozialarbeiterische Methoden in digitaler Form.

Konkret heißt das: Online-Seminare in Videokonferenzen leiten, Lernmodule in einer Lernplattform wie Moodle oder Ilias einstellen und aktuell halten, Studienleistungen korrigieren und rückmelden, Foren moderieren, in denen Studierende Fälle diskutieren. Dazu kommt die individuelle Begleitung: Sprechstunden per Video, Beratung bei Prüfungsangst, Studienabbruchgedanken oder der Vereinbarkeit von Job, Familie und Studium. Wer in der Online-Beratung arbeitet, führt Chat- und Mailberatungen mit Klientinnen und Klienten, dokumentiert Verläufe und verweist an Präsenzangebote weiter, wenn eine Krise das erfordert. Häufig gehört auch die Organisation von Praxisphasen dazu – Praxisstellen prüfen, Anleitungsverträge sichten, Praxisberichte bewerten.

Wie wird man Fachkraft für Soziale Arbeit am virtuellen Campus?

Grundlage ist ein Studium der Sozialen Arbeit, Sozialpädagogik oder Erziehungswissenschaft, in der Regel mit Bachelor, für Lehr- und Modulverantwortung meist mit Master. Für staatlich anerkannte Aufgaben in der Beratung wird die staatliche Anerkennung als Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge verlangt. Wer lehrend arbeiten will, braucht neben dem Abschluss einschlägige Praxiserfahrung, oft mehrere Jahre in Jugendhilfe, Beratungsstelle, Klinik oder Eingliederungshilfe.

Der Weg an den virtuellen Campus führt selten direkt von der Hochschule dorthin. Üblich ist der Wechsel aus der Praxis, ergänzt um Fortbildungen in Online-Beratung, Mediendidaktik oder E-Learning. Für die Beratung per Chat und Mail gibt es zertifizierte Weiterbildungen, die von Trägern und Fachverbänden zunehmend erwartet werden. Lehrbeauftragte steigen häufig nebenberuflich mit einzelnen Modulen ein.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist ortsunabhängig, aber nicht zeitfrei: Fernstudierende sind berufstätig, Seminare und Sprechstunden liegen deshalb oft abends und am Wochenende. Präsenzphasen bringen Reisetage. Die Bildschirmarbeit ist dicht, sechs Videostunden hintereinander ermüden stärker als sechs Stunden im Seminarraum.

Schwer fällt vielen die reduzierte Wahrnehmung. Ohne Körpersprache und geteilten Raum ist schwerer zu erkennen, wie es einem Menschen wirklich geht. Krisen zeigen sich im Chat später als im Gespräch, und die Verantwortung, sie trotzdem zu erkennen, bleibt. Dazu kommt Dokumentationsaufwand, Datenschutz als ständige Nebenpflicht und die Abhängigkeit von Technik, die ausfällt. Ein Teil der Stellen ist befristet oder auf Honorarbasis vergeben, besonders in der Lehre – das ist die unangenehmste Seite des Feldes.

Aussichten

Fernstudiengänge in der Sozialen Arbeit wachsen, ebenso digitale Beratungsangebote von Kirchen, Wohlfahrtsverbänden und Kommunen. Die Nachfrage nach Fachkräften, die sozialarbeiterisches Können und digitale Didaktik verbinden, ist entsprechend stabil. Entwicklungswege führen in die Studiengangs- oder Modulkoordination, in die Leitung von Online-Beratungsdiensten, in die Konzeptentwicklung digitaler Angebote oder – mit Promotion – in eine Professur an einer privaten oder staatlichen Hochschule.

Aufgaben

  • Online-Seminare und Webinare in Videokonferenzsystemen leiten
  • Lernmodule und Materialien auf der Lernplattform pflegen
  • Studienleistungen und Praxisberichte korrigieren und bewerten
  • Studierende in Videosprechstunden individuell beraten
  • Beratungsgespräche per Chat, Mail oder Telefon führen und dokumentieren
  • Diskussionsforen moderieren und Lerngruppen begleiten
  • Praxisstellen prüfen und Praxisphasen organisieren
  • Digitale Beratungs- und Lehrkonzepte weiterentwickeln

Voraussetzungen

  • Studium der Sozialen Arbeit, Sozialpädagogik oder Erziehungswissenschaft
  • Staatliche Anerkennung für beratende Tätigkeiten, für Lehraufgaben häufig Master
  • Mehrjährige Praxiserfahrung in einem Feld der Sozialen Arbeit
  • Sicherer Umgang mit Lernplattformen, Videokonferenz- und Dokumentationssoftware
  • Fähigkeit, Beziehung und Krisensignale ohne persönliches Gegenüber wahrzunehmen
  • Bereitschaft zu Abend- und Wochenendterminen sowie zu Präsenzphasen
  • Sorgfalt im Datenschutz und in der Falldokumentation

Wo man arbeitet

  • Fernhochschulen und private Hochschulen
  • Staatliche Hochschulen mit digitalen Studienangeboten
  • Online-Beratungsstellen von Wohlfahrtsverbänden und Kirchen
  • Bildungsträger und Weiterbildungsanbieter
  • Kommunale Jugend- und Sozialämter mit digitalen Angeboten

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium Soziale Arbeit über sechs bis sieben Semester mit staatlicher Anerkennung, häufig ergänzt um einen Master in vier Semestern. Danach folgen mehrere Jahre Praxis in Beratung, Jugendhilfe oder Eingliederungshilfe. Der Einstieg in den virtuellen Campus gelingt meist über Fortbildungen in Online-Beratung oder Mediendidaktik und über nebenberufliche Lehraufträge.

Offene Stellen als Soziale Arbeit am virtuellen Campus

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Offene Stellen
11
Monatsbrutto
3.100 – 5.800 €

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