Soziale Arbeit
Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter beraten und begleiten Menschen in schwierigen Lebenslagen – von der Jugendhilfe über die Wohnungslosenhilfe bis zur Schuldnerberatung. Sie vermitteln Hilfen, arbeiten mit Behörden zusammen und dokumentieren jeden Fall.
33 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Soziale Arbeit verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.100 € | 3.500 € | 3.900 € | 42.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.100 € | 4.600 € | 49.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 4.800 € | 5.800 € | 57.600 € |
Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach dem TVöD-SuE, bei kirchlichen Trägern nach AVR Caritas oder AVR Diakonie – dort liegen die Gehälter meist im mittleren Bereich der Spanne. Kleine, nicht tarifgebundene freie Träger zahlen deutlich weniger, Zuschläge für Schicht- und Nachtdienste in stationären Einrichtungen können das Monatsentgelt spürbar erhöhen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Fachkraft der Sozialen Arbeit?
Soziale Arbeit heißt: Menschen dabei unterstützen, ihr Leben wieder selbst zu organisieren. Das kann eine Mutter sein, deren Kind nicht mehr zur Schule geht, ein Mann mit Mietschulden und drohender Räumung, eine Jugendliche in einer Wohngruppe, ein Geflüchteter ohne Aufenthaltsperspektive. Der Alltag besteht aus Beratungsgesprächen, Hausbesuchen, Anträgen, Telefonaten mit Jobcenter, Jugendamt, Klinik oder Gericht, aus Fallbesprechungen im Team und aus Dokumentation. Wer im Allgemeinen Sozialen Dienst eines Jugendamts arbeitet, prüft Meldungen über Kindeswohlgefährdung und entscheidet mit, ob ein Kind in der Familie bleiben kann. Wer in einer Einrichtung der stationären Jugendhilfe arbeitet, gestaltet den Tagesablauf mit, kocht, streitet, tröstet und schreibt abends Berichte. In der Schulsozialarbeit stehen Einzelgespräche, Klassenprojekte und Elternkontakte im Vordergrund. Die Bandbreite ist groß, der gemeinsame Kern ist die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Einzelfall und Sozialsystem.
Wie wird man Sozialarbeiterin oder Sozialarbeiter?
Üblich ist ein Bachelorstudium Soziale Arbeit an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften, sieben Semester einschließlich Praxissemester. Zugang bietet die Fachhochschulreife oder das Abitur, an vielen Hochschulen auch eine abgeschlossene Berufsausbildung mit Berufserfahrung. Für viele Stellen, besonders im öffentlichen Dienst, wird die staatliche Anerkennung verlangt; sie wird je nach Bundesland im Studium erworben oder in einem anschließenden Anerkennungsjahr. Duale und berufsbegleitende Studiengänge gibt es an zahlreichen Standorten und sind für Umsteigende der häufigste Weg. Erzieherinnen, Heilerziehungspfleger und Verwaltungsfachkräfte finden über solche Modelle gut in das Feld. Ein Masterabschluss ist für die Praxis nicht nötig, öffnet aber Leitungs- und Fachstellen.
Was der Beruf verlangt
Die Fallzahlen sind vielerorts zu hoch, die Personaldecke dünn. Wer im Jugendamt arbeitet, trägt Verantwortung in Situationen, in denen es keine gute Lösung gibt, sondern nur eine weniger schlechte. Belastend sind weniger die einzelnen Gespräche als die Menge an Verwaltungsarbeit, die daneben zu erledigen ist, und das Wissen, Menschen nicht so begleiten zu können, wie es fachlich richtig wäre. Feindseligkeit und Bedrohungen kommen vor, in Hausbesuchen ebenso wie in der Wohnungslosenhilfe. In stationären Einrichtungen wird im Schichtdienst gearbeitet, mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten. In Beratungsstellen und Ämtern sind die Zeiten geregelter. Wer Nähe und Distanz nicht trennen kann, brennt in diesem Beruf aus; Supervision ist deshalb kein Luxus, sondern Handwerkszeug.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird es bleiben. Kommunen, freie Träger, Kirchen und Wohlfahrtsverbände suchen dauerhaft Fachkräfte, in Ballungsräumen wie in ländlichen Kreisen. Wer sich spezialisiert – Sucht, Migration, Sozialpsychiatrie, Familienhilfe, Straffälligenhilfe – findet leicht eine Stelle. Weiterbildungen in systemischer Beratung, Traumapädagogik oder Mediation sind gängig und werden oft mitfinanziert. Aufstieg führt in Team- und Einrichtungsleitung, in die Fachberatung oder in die Jugendhilfeplanung einer Verwaltung. Eine Selbstständigkeit als Familienhelferin oder Verfahrensbeistand ist möglich, bringt aber unsichere Auftragslagen mit sich.
Aufgaben
- Beratungsgespräche mit Klientinnen und Klienten führen
- Hilfebedarf einschätzen und passende Angebote vermitteln
- Anträge auf Sozialleistungen ausfüllen und begleiten
- Hausbesuche und Krisenintervention durchführen
- mit Jugendamt, Jobcenter, Schulen und Kliniken zusammenarbeiten
- Fallverläufe dokumentieren und Berichte für Gerichte oder Kostenträger schreiben
- Gruppenangebote und Projekte planen und durchführen
- an Fallbesprechungen, Teamsitzungen und Supervision teilnehmen
Voraussetzungen
- abgeschlossenes Studium der Sozialen Arbeit oder Sozialpädagogik, meist Bachelor
- staatliche Anerkennung für viele Stellen, besonders im öffentlichen Dienst
- erweitertes Führungszeugnis ohne einschlägige Einträge
- Belastbarkeit, Abgrenzungsfähigkeit und ein klarer Umgang mit Nähe und Distanz
- sichere schriftliche Ausdrucksfähigkeit für Berichte und Stellungnahmen
- Führerschein Klasse B für Hausbesuche und aufsuchende Arbeit
- Bereitschaft zu Schicht- und Wochenenddiensten in stationären Einrichtungen
Wo man arbeitet
- Jugendämter und kommunale Sozialdienste
- Beratungsstellen freier Träger und Wohlfahrtsverbände
- stationäre Jugendhilfeeinrichtungen und Wohngruppen
- Schulen und Einrichtungen der Schulsozialarbeit
- Kliniken, Reha- und Suchthilfeeinrichtungen
- Justizvollzug und Bewährungshilfe
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein siebensemestriges Bachelorstudium Soziale Arbeit an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften, das ein begleitetes Praxissemester enthält. Je nach Bundesland folgt ein Anerkennungsjahr, an dessen Ende die staatliche Anerkennung steht. Berufsbegleitende und duale Studiengänge dauern etwa acht bis zehn Semester und sind der häufigste Weg für Quereinsteigende aus Erziehung oder Pflege.
Offene Stellen als Soziale Arbeit
In der Suche fortsetzen
Duales Studium Soziale Arbeit (B.A.) - Pädagogische Praxis Seeliger und Mühl
Duales Studium Soziale Arbeit (B.A.) - Sonnen-Familienhilfe
Duales Studium Soziale Arbeit (B.A.) - Hilfe für verletzte Kinder-Seelen gGmbH
Duales Studium Soziale Arbeit (B.A.) - Reitschule Mauersberger
Duales Studium Soziale Arbeit (B.A.) - Jugendhilfe - 180 Grad GmbH
Duales Studium Soziale Arbeit (B.A.) - Wohnheim Zwei Linden GmbH
Duales Studium Soziale Arbeit (B.A.) - Lebensarchitektur e.V.
Verwandte Berufe
Erzieher
Erzieherinnen und Erzieher begleiten Kinder und Jugendliche in Kitas, Horten oder Wohngruppen: Sie fördern Sprache, Motorik und Sozialverhalten, gestalten den Tagesablauf und arbeiten mit Eltern zusammen. Der Beruf ist pädagogisch anspruchsvoll und personell dauerhaft angespannt.
- Offene Stellen
- 51
- Monatsbrutto
- 2.900 – 5.200 €
Heilerziehungspfleger
Heilerziehungspfleger begleiten Menschen mit Behinderung im Alltag, fördern ihre Selbstständigkeit und übernehmen dabei auch pflegerische Aufgaben. Sie arbeiten in Wohngruppen, Werkstätten, Schulen und in der Assistenz zu Hause.
- Offene Stellen
- 24
- Monatsbrutto
- 2.900 – 4.900 €
Psychologe
Psychologinnen und Psychologen untersuchen menschliches Erleben und Verhalten und wenden dieses Wissen an – in Kliniken, Beratungsstellen, Unternehmen, Schulen oder der Forschung. Grundlage ist ein abgeschlossenes Psychologiestudium, meist mit Master.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 3.200 – 9.000 €
Sozialpädagoge
Sozialpädagogen begleiten Menschen in schwierigen Lebenslagen: Kinder und Jugendliche, Familien, Wohnungslose, Menschen mit Suchterkrankung. Sie beraten, vermitteln zu Ämtern und Hilfen und dokumentieren ihre Arbeit.
- Offene Stellen
- 11
- Monatsbrutto
- 3.100 – 5.800 €
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