Sozialarbeiter / Sozialpädagogen
Sozialarbeiter und Sozialpädagogen beraten und begleiten Menschen in schwierigen Lebenslagen, vermitteln Hilfen und arbeiten mit Behörden, Familien und Einrichtungen zusammen. Das Berufsfeld reicht vom Jugendamt über die Wohnungslosenhilfe bis zur Schulsozialarbeit.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Sozialarbeiter / Sozialpädagogen verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.000 € | 3.500 € | 3.900 € | 42.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 4.000 € | 4.600 € | 48.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.100 € | 4.800 € | 5.800 € | 57.600 € |
Bei Kommunen und Landkreisen gilt der TVöD-SuE, meist Entgeltgruppe S 11b bis S 14, bei kirchlichen Trägern AVR Caritas oder AVR Diakonie mit ähnlichem Niveau. Kleinere freie Träger ohne Tarifbindung zahlen häufig deutlich weniger, Zuschläge für Schicht- und Wochenenddienst gibt es nur in stationären Einrichtungen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Sozialarbeiter?
Sozialarbeiter und Sozialpädagogen unterstützen Menschen, die ihre Situation allein nicht bewältigen: Familien in Krisen, Jugendliche mit Schulabbruch, Menschen mit Suchterkrankung, Geflüchtete ohne Sprachkenntnisse, Wohnungslose, Straffällige nach der Haft. Der Alltag besteaus aus Beratungsgesprächen, Hausbesuchen, Anträgen und Berichten. Wer im Allgemeinen Sozialen Dienst eines Jugendamts arbeitet, prüft Meldungen über Kindeswohlgefährdung, spricht mit Eltern, Lehrkräften und Kindern, dokumentiert und entscheidet mit, ob eine Familie ambulante Hilfe erhält oder ein Kind in Obhut genommen wird. In der Schulsozialarbeit stehen Konflikte im Klassenzimmer, Einzelgespräche und Elternarbeit im Vordergrund. In der Eingliederungshilfe geht es um Teilhabepläne und die Begleitung von Menschen mit Behinderung.
Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit ist Schreibtischarbeit. Fallakten, Hilfepläne, Stellungnahmen für Gerichte und Kostenträger, Abrechnungen gegenüber Zuwendungsgebern. Dazu kommen Teamsitzungen, kollegiale Fallberatung, Netzwerktreffen mit Kliniken, Schulen, Jobcenter und Trägern.
Wie wird man Sozialarbeiter?
Üblich ist ein Bachelorstudium Soziale Arbeit an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften, sieben Semester, oft mit integriertem Praxissemester. Voraussetzung ist Fachhochschulreife oder Abitur. Viele Bundesländer verlangen für bestimmte Stellen die staatliche Anerkennung, die entweder im Studium erworben wird oder ein anschließendes Anerkennungsjahr erfordert. Auch Sozialpädagogik und teils Erziehungswissenschaft oder Heilpädagogik werden akzeptiert. Duale und berufsbegleitende Studiengänge gibt es, sie sind bei Trägern beliebt, weil Erzieherinnen, Pflegekräfte oder Verwaltungsmitarbeitende so aufsatteln können. Ein echter Quereinstieg ohne einschlägiges Studium ist selten, in Ausnahmefällen werden Erzieher oder Heilerziehungspfleger auf Sozialarbeiterstellen eingesetzt, dann meist niedriger eingruppiert. Ein Masterabschluss ist für Leitungs- und Fachreferentenstellen von Vorteil, sonst kein Muss.
Was der Beruf verlangt
Die Fallzahlen sind vielerorts zu hoch, besonders in den Jugendämtern. Wer für sechzig Familien zuständig ist, arbeitet dauerhaft im Rückstand und trifft Entscheidungen unter Zeitdruck, die für Kinder und Eltern schwer wiegen. Die emotionale Belastung ist real: Gewalt in Familien, Suizidalität, Sucht, Verwahrlosung. Man muss lernen, sich abzugrenzen, ohne gleichgültig zu werden, und muss aushalten, dass Hilfe manchmal nicht ankommt. Aggressive Reaktionen von Klienten gehören dazu, in der Wohnungslosen- und Suchthilfe häufiger.
Die Arbeitszeiten sind in Ämtern und Beratungsstellen meist geregelt, mit Terminen am frühen Abend. In stationären Einrichtungen der Jugendhilfe gibt es Schicht-, Wochenend- und Nachtdienste. Befristungen sind verbreitet, weil viele Projekte über Förderprogramme laufen. Ein Führerschein wird oft verlangt, Hausbesuche gehören zum Alltag.
Aussichten
Der Bedarf ist hoch und wächst. Kommunen suchen dauerhaft Fachkräfte für Jugendämter, Schulen bauen Sozialarbeit aus, in der Eingliederungshilfe und Migrationsberatung ist die Nachfrage stabil. Wer flexibel ist, findet ohne lange Suche eine Stelle, oft mit der Möglichkeit, das Arbeitsfeld später zu wechseln. Entwicklungswege führen in Teamleitung, Fachdienst- oder Einrichtungsleitung, in die Fortbildung, Supervision oder in Fachberatung bei Trägern und Verbänden. Zusatzqualifikationen in systemischer Beratung, Traumapädagogik, Sucht- oder Schuldnerberatung erweitern die Möglichkeiten deutlich.
Aufgaben
- Beratungsgespräche mit Klienten und Angehörigen führen
- Hausbesuche machen und Lebenssituationen einschätzen
- Hilfepläne erstellen und deren Umsetzung begleiten
- Anträge auf Sozialleistungen vorbereiten und Behördengänge unterstützen
- Fälle dokumentieren und Stellungnahmen für Gerichte oder Kostenträger schreiben
- mit Schulen, Kliniken, Jobcenter und Trägern zusammenarbeiten
- Gruppenangebote und Projekte planen und durchführen
- in Krisen eingreifen, etwa bei Kindeswohlgefährdung
Voraussetzungen
- abgeschlossenes Studium Soziale Arbeit oder Sozialpädagogik, meist Bachelor
- staatliche Anerkennung für viele Stellen, teils über ein Anerkennungsjahr
- Gesprächsführung, Belastbarkeit und die Fähigkeit zur Abgrenzung
- sicherer Umgang mit Rechtsgrundlagen, vor allem SGB VIII, II, IX und XII
- sorgfältige schriftliche Dokumentation
- Führerschein Klasse B für Außendienst und Hausbesuche
- erweitertes Führungszeugnis ohne Einträge
Wo man arbeitet
- Jugendämter und kommunale Sozialdienste
- freie Träger der Jugend- und Familienhilfe
- Wohn- und Betreuungseinrichtungen
- Schulen und Kindertagesstätten
- Beratungsstellen für Sucht, Schulden oder Migration
- Kliniken und Justizvollzugsanstalten
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist ein siebensemestriges Bachelorstudium Soziale Arbeit an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften, häufig mit Praxissemester. Je nach Bundesland und Hochschule folgt ein Anerkennungsjahr, das zur staatlichen Anerkennung als Sozialarbeiter beziehungsweise Sozialpädagoge führt. Berufsbegleitende und duale Varianten dauern acht bis zehn Semester.
Offene Stellen als Sozialarbeiter / Sozialpädagogen
In der Suche fortsetzen
Sozialarbeiter / Sozialpädagogen (m/w/d)
Sozialarbeiter / Sozialpädagogen (w/m/d)
Sozialarbeiter/Sozialpädagogen (w/m/d)
Verwandte Berufe
Erzieher
Erzieherinnen und Erzieher begleiten Kinder und Jugendliche in Kitas, Horten oder Wohngruppen: Sie fördern Sprache, Motorik und Sozialverhalten, gestalten den Tagesablauf und arbeiten mit Eltern zusammen. Der Beruf ist pädagogisch anspruchsvoll und personell dauerhaft angespannt.
- Offene Stellen
- 51
- Monatsbrutto
- 2.900 – 5.200 €
Heilerziehungspfleger
Heilerziehungspfleger begleiten Menschen mit Behinderung im Alltag, fördern ihre Selbstständigkeit und übernehmen dabei auch pflegerische Aufgaben. Sie arbeiten in Wohngruppen, Werkstätten, Schulen und in der Assistenz zu Hause.
- Offene Stellen
- 24
- Monatsbrutto
- 2.900 – 4.900 €
Psychologe
Psychologinnen und Psychologen untersuchen menschliches Erleben und Verhalten und wenden dieses Wissen an – in Kliniken, Beratungsstellen, Unternehmen, Schulen oder der Forschung. Grundlage ist ein abgeschlossenes Psychologiestudium, meist mit Master.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 3.200 – 9.000 €
Passend dazu im Ratgeber
- Bildschirmarbeitsplatz einrichten: die Reihenfolge Ein Bildschirmarbeitsplatz wird von unten nach oben eingerichtet: erst der Stuhl, dann der...
- Bürostuhl kaufen: woran man einen guten erkennt Ein Bürostuhl trägt acht Stunden am Tag. Welche Prüfzeichen etwas aussagen, welche fünf Ei...
- Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und die üblichen Fragen Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind vorhersehbar. Was sich vorher klären lässt...