SAP Developer
SAP Developer entwickeln und erweitern betriebswirtschaftliche Software im SAP-Umfeld, meist in ABAP, zunehmend auch mit Fiori und Cloud-Diensten. Sie passen Standardmodule an die Prozesse eines Unternehmens an und halten Eigenentwicklungen lauffähig.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als SAP Developer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.800 € | 4.400 € | 5.200 € | 52.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.000 € | 5.900 € | 7.000 € | 70.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.500 € | 7.800 € | 10.000 € | 93.600 € |
Am stärksten wirken Branche und Arbeitgebertyp: Beratungshäuser und Konzerne der Industrie zahlen deutlich über kleinen Systemhäusern, im öffentlichen Dienst gilt der TVöD mit Entgeltgruppen etwa zwischen E 11 und E 14 und damit spürbar niedrigeren Spitzenwerten. Kenntnisse in S/4HANA, Fiori und Cloud-Entwicklung sowie Reisebereitschaft erhöhen das Gehalt merklich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein SAP Developer?
SAP-Systeme sind selten so im Einsatz, wie sie ausgeliefert werden. Buchungslogiken, Formulare, Schnittstellen zu Fremdsystemen, Auswertungen für den Vertrieb: All das wird angepasst oder neu gebaut. Genau das ist die Arbeit eines SAP Developers. Die Hauptsprache ist ABAP, in modernen Projekten ABAP OO und das RESTful Application Programming Model; für Oberflächen kommen SAPUI5 und Fiori mit JavaScript dazu, in Cloud-Projekten auch die SAP Business Technology Platform mit Java, Node.js oder CAP.
Der Alltag besteht aus mehr als Codeschreiben. Anforderungen kommen von Fachabteilungen oder Modulberatern und sind oft unscharf formuliert, also wird zuerst geklärt, was fachlich eigentlich gemeint ist. Dann folgt die technische Umsetzung, Tests im Entwicklungssystem, der Transport über Qualitäts- in das Produktivsystem. Ein erheblicher Teil der Zeit geht in die Analyse bestehender Programme, die vor fünfzehn Jahren jemand geschrieben hat und die niemand dokumentiert hat. Fehlersuche in Produktivsystemen, Performanceoptimierung von Datenbankzugriffen und Support bei Monats- oder Jahresabschlüssen gehören dazu.
Wie wird man SAP Developer?
Der häufigste Weg ist ein Studium der Wirtschaftsinformatik, Informatik oder eines technischen Fachs mit anschließendem Einstieg bei einem Beratungshaus, einem SAP-Partner oder in der IT-Abteilung eines größeren Unternehmens. Auch die Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung mit anschließender Einarbeitung in ABAP führt in den Beruf, ebenso duale Studiengänge. ABAP wird an Hochschulen kaum gelehrt, die Sprache lernen fast alle im Betrieb, über Trainings oder mit einem kostenlosen Testsystem. Quereinstiege gelingen häufig aus benachbarten Rollen: aus dem Modulberatungsumfeld, aus dem Anwendersupport oder von anderen Programmiersprachen kommend. Wer betriebswirtschaftliche Prozesse versteht, hat einen deutlichen Vorteil, weil der Code immer Buchhaltung, Logistik oder Personalwirtschaft abbildet.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit mit hohem Homeoffice-Anteil, in der Beratung dagegen oft mit Reisen zum Kunden. Belastend sind weniger die Regelarbeitszeiten als die Spitzen: Go-Live-Termine, Releasewechsel und Abschlussphasen bringen Abendarbeit und gelegentlich Wochenenden mit sich, teilweise auch Rufbereitschaft. Wer in Projekten arbeitet, lebt mit festen Terminen und dem Druck, dass ein Fehler im Produktivsystem sofort Geld kostet.
Schwer fällt vielen die Arbeit mit gewachsenen Altsystemen und der ständige Wechsel zwischen technischen und fachlichen Fragen. Es braucht Geduld für Dokumentation, Genauigkeit bei Tests und die Bereitschaft, sich alle paar Jahre neu einzuarbeiten, weil SAP die Technologiebasis verändert. Englisch ist in internationalen Projekten Voraussetzung.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil hoch. Der Wechsel vieler Unternehmen auf S/4HANA und in die Cloud bindet auf Jahre Kapazität, gleichzeitig gehen erfahrene ABAP-Entwickler in Rente, ohne dass genug Nachwuchs nachkommt. Wer klassisches ABAP und moderne Cloud-Entwicklung beherrscht, findet leicht eine Stelle.
Entwicklungswege führen in die technische Spezialisierung, etwa auf Schnittstellen, Berechtigungen oder Performance, in die Rolle des Software- oder Lösungsarchitekten, in die Projekt- und Teamleitung oder in die Beratung mit Kundenkontakt. Selbstständigkeit als Freelancer ist in diesem Feld verbreitet und wird gut bezahlt, bringt aber Auftragsrisiko und Reisetätigkeit mit sich.
Aufgaben
- Anforderungen aus Fachabteilungen technisch klären und aufwandsschätzen
- Programme, Reports und Schnittstellen in ABAP entwickeln
- Fiori-Apps und Oberflächen mit SAPUI5 umsetzen
- SAP-Standard über Erweiterungspunkte und BAdIs anpassen
- Fehler in Produktiv- und Testsystemen analysieren und beheben
- Datenbankzugriffe und Laufzeiten optimieren
- Transporte durch die Systemlandschaft steuern und Entwicklungen dokumentieren
- Anwender und Modulberater im laufenden Betrieb unterstützen
Voraussetzungen
- Studium in Informatik oder Wirtschaftsinformatik oder Ausbildung zum Fachinformatiker, alternativ nachweisbare Entwicklungserfahrung
- Kenntnisse in ABAP, ABAP OO und SQL, je nach Stelle auch SAPUI5 und JavaScript
- Verständnis betriebswirtschaftlicher Prozesse in Logistik, Finanzwesen oder Personalwirtschaft
- Genaue, strukturierte Arbeitsweise und Ausdauer bei der Fehlersuche
- Englisch für Dokumentation und internationale Projekte
- Bereitschaft zu Reisen und Einsätzen außerhalb der Regelarbeitszeit bei Go-Lives
Wo man arbeitet
- IT-Abteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
- SAP-Beratungshäuser und Systemhäuser
- IT-Dienstleister und Rechenzentren
- öffentliche Verwaltungen und Energieversorger
- Softwareentwicklung bei SAP-Partnern
- freiberufliche Tätigkeit in Kundenprojekten
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein drei- bis fünfjähriges Studium der Wirtschaftsinformatik oder Informatik mit Bachelor- oder Masterabschluss, ergänzt um die Einarbeitung in ABAP im Betrieb. Ebenso möglich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung mit anschließender Spezialisierung auf SAP. Zertifizierungen von SAP zu ABAP, Fiori oder der Business Technology Platform sind kein Muss, werden aber von Beratungshäusern gern gesehen.
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