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Vertrieb & Kundenservice

Sales Manager Rind/Kalb

Sales Manager Rind/Kalb verkaufen Rind- und Kalbfleisch an Handel, Großverbraucher und Exportkunden. Sie kalkulieren Preise für einzelne Teilstücke, verhandeln Mengen und stimmen Absatz mit Schlachtung und Zerlegung ab.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Sales Manager Rind/Kalb verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.400 € 4.000 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 4.600 € 5.600 € 55.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.000 € 6.200 € 8.500 € 74.400 €

Einen Tarifvertrag gibt es für diese Position in der Regel nicht, gezahlt wird frei verhandelt. Entscheidend sind Betriebsgröße, Exportanteil und vor allem der variable Anteil: Provisionen und Ergebnisbeteiligungen machen bei erfahrenen Verkäufern oft ein Fünftel bis ein Drittel des Jahreseinkommens aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Sales Manager Rind/Kalb?

Rind- und Kalbfleisch wird nicht als Ganzes verkauft, sondern in Teilstücken: Roastbeef, Filet, Vorderviertel, Kalbsrücken, Verarbeitungsfleisch. Für jedes dieser Stücke gibt es einen eigenen Markt mit eigenem Preisniveau. Die Aufgabe im Vertrieb besteht darin, ein geschlachtetes Tier möglichst vollständig und möglichst gut zu verwerten. Das heißt: Kunden für die begehrten Edelteile finden und gleichzeitig Abnehmer für Vorderviertel, Knochen und Zuschnitte sichern.

Der Arbeitstag beginnt früh, oft vor sieben Uhr, weil Notierungen, Schlachtzahlen und offene Bestände zu diesem Zeitpunkt vorliegen. Es folgen Telefonate mit Einkäufern des Lebensmitteleinzelhandels, mit Fleischgroßhändlern, Gastronomielieferanten und Verarbeitern im In- und Ausland. Preise werden meist wöchentlich neu ausgehandelt, bei manchen Kunden täglich. Parallel läuft die Abstimmung mit Disposition, Zerlegung und Versand: Was ist verfügbar, wann steht der Lkw bereit, welche Etiketten und Zertifikate braucht die Sendung.

Wie wird man Sales Manager Rind/Kalb?

Es gibt keinen eigenen Ausbildungsberuf. Üblich sind zwei Wege. Der erste führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement, gefolgt von Jahren im Innendienst eines Fleischunternehmens. Der zweite kommt aus dem Handwerk oder der Technik: Fleischer mit Meisterbrief, Fleischtechniker oder Absolventen eines Studiums in Agrarwirtschaft, Lebensmitteltechnologie oder Betriebswirtschaft mit Agrarbezug.

Entscheidend ist Warenkenntnis. Wer nicht beurteilen kann, ob eine Partie den zugesagten Fettdeckungsgrad und die zugesagte Fleischigkeit hat, verliert in Verhandlungen und bei Reklamationen. Diese Kenntnis entsteht in der Zerlegehalle und am Kühlhaus, nicht am Schreibtisch. Quereinsteiger aus anderen Vertriebsfeldern brauchen deshalb eine längere Einarbeitung, die meist im Innendienst beginnt.

Was der Beruf verlangt

Die Ware ist verderblich und der Preis schwankt täglich. Wer eine Partie zwei Tage liegen lässt, verkauft sie mit Verlust. Dieser Druck ist dauerhaft und lässt sich nicht durch gute Planung wegorganisieren. Dazu kommen Tierseuchen, Exportsperren und Verschiebungen im Verbraucherverhalten, die Absatzwege innerhalb von Tagen schließen können.

Die Arbeitszeiten sind früh, Freitagnachmittage und gelegentlich Samstage gehören dazu, wenn Wochenendware disponiert wird. Wer Exportmärkte betreut, reist zu Kunden und Messen und arbeitet mit Zeitverschiebung. Im Betrieb ist Kälte, Geruch und der Anblick von Schlachtkörpern Teil des Alltags. Verhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel werden hart geführt, Margen sind schmal. Wer Konflikte schwer erträgt oder persönlich nimmt, wird in diesem Feld unglücklich.

Aussichten

Der Rindfleischverbrauch in Deutschland sinkt langsam, die Kuhbestände ebenso. Gleichzeitig steigt die Bedeutung des Exports und die von Herkunfts-, Tierwohl- und Bioprogrammen, für die es eigene Vertriebskanäle braucht. Erfahrene Verkäufer mit belastbarem Kundennetz und Warenkenntnis sind knapp, weil der Nachwuchs fehlt und viele Beschäftigte in den nächsten Jahren ausscheiden. Entwicklungswege führen zur Leitung eines Verkaufsteams, in den Einkauf, in die Verantwortung für eine ganze Produktgruppe oder in die Geschäftsführung mittelständischer Handelsbetriebe.

Aufgaben

  • Teilstücke von Rind und Kalb an Handel, Verarbeiter und Gastronomie verkaufen
  • Wochen- und Tagespreise auf Basis von Notierungen und Rohstoffkosten kalkulieren
  • Mengen und Konditionen mit Einkäufern verhandeln
  • Absatz mit Schlachtung, Zerlegung und Disposition abstimmen
  • Vollständige Verwertung der Schlachtkörper sicherstellen
  • Reklamationen zu Qualität, Gewicht und Lieferung bearbeiten
  • Neukunden im In- und Ausland gewinnen und Märkte beobachten
  • Export- und Zertifizierungsunterlagen mit der Qualitätssicherung prüfen

Voraussetzungen

  • Kaufmännische oder fleischwirtschaftliche Ausbildung, Fleischermeister oder Studium mit Agrar- beziehungsweise Lebensmittelbezug
  • Warenkenntnis bei Rind- und Kalbfleisch, Zuschnitten und Handelsklassen
  • Verhandlungssicherheit und Belastbarkeit bei täglich schwankenden Preisen
  • Sicherer Umgang mit ERP-Systemen, Kalkulationen und Excel
  • Englisch, bei Exportmärkten weitere Sprachen
  • Bereitschaft zu frühem Arbeitsbeginn und Reisen, Führerschein
  • Kein Problem mit Kälte, Geruch und dem Umfeld eines Schlacht- und Zerlegebetriebs

Wo man arbeitet

  • Schlacht- und Zerlegebetriebe
  • Fleischgroßhandel und Handelshäuser
  • Fleischverarbeitende Industrie
  • Erzeugergemeinschaften und Vermarktungsorganisationen
  • Importeure und Exporteure von Fleisch

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg beginnt mit einer dreijährigen kaufmännischen Ausbildung, etwa als Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, oder einer Fleischerausbildung mit anschließendem Meister. Danach folgen meist zwei bis fünf Jahre im Vertriebsinnendienst oder in der Disposition eines Fleischunternehmens, bevor eigene Kunden übernommen werden. Alternativ steigen Absolventen eines Bachelorstudiums in Agrarwirtschaft oder Lebensmitteltechnologie über ein Traineeprogramm ein.

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