Was macht ein Sales Assistant?
Sales Assistants arbeiten auf der Verkaufsfläche: in Modegeschäften, Elektronikmärkten, Drogerien, Buchhandlungen oder in Filialen von Handelsketten. Sie sprechen Kundinnen und Kunden an, fragen nach dem Anliegen, zeigen Artikel, erklären Größen, Materialien, Funktionen und Preise. Sie holen Ware aus dem Lager, prüfen am Kassensystem die Verfügbarkeit und wickeln Umtausch und Reklamationen ab.
Ein großer Teil der Arbeitszeit geht in Aufgaben, die mit Beratung nichts zu tun haben: Kartons auspacken, Ware auszeichnen, Regale auffüllen, Kleidungsstücke nach Größen sortieren, die Umkleidekabinen leerräumen, Schaufenster und Tische neu bestücken, am Feierabend die Fläche für den nächsten Morgen herrichten. Dazu kommt die Kasse - Bargeld, Karten, Gutscheine, Kundenkarten, am Ende der Schicht der Kassenabschluss. In vielen Häusern gehört auch die Diebstahlsicherung dazu und die Inventur mehrmals im Jahr.
Wie wird man Sales Assistant?
Für Aushilfs- und Teilzeitstellen gibt es keine formale Zugangsvoraussetzung. Eingestellt wird, wer freundlich auftritt, verlässlich zu Schichten erscheint und sich schnell in Sortiment und Kassensystem einarbeitet. Viele Betriebe beschäftigen Schülerinnen ab 16, Studierende und Menschen, die neben anderen Verpflichtungen arbeiten. Die Einarbeitung dauert wenige Tage und läuft im Betrieb mit.
Wer dauerhaft im Handel bleiben will, kann die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder die zweijährige zum Verkäufer nachholen, auch berufsbegleitend oder in verkürzter Form, wenn Praxiserfahrung vorliegt. Mit Abschluss stehen Positionen als stellvertretende Filialleitung, Substitut oder Abteilungsleitung offen. Ohne Abschluss ist ein Aufstieg möglich, aber langsamer und stark vom einzelnen Arbeitgeber abhängig.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet im Stehen statt, oft sechs bis acht Stunden am Stück, mit Heben und Tragen von Kartons und Warenträgern. Rücken, Knie und Füße merken das. Die Arbeitszeiten liegen in den Öffnungszeiten, also am späten Nachmittag, abends und samstags; freie Wochenenden sind selten, und in der Vorweihnachtszeit oder im Schlussverkauf fällt viel Mehrarbeit an. Dienstpläne werden teils kurzfristig geändert, was die Planung des Privatlebens erschwert.
Der Umgang mit Kundschaft ist der zweite Belastungsfaktor. Freundlich bleiben, auch bei Beschwerden, Zeitdruck und Menschen, die ihren Ärger an der nächstbesten Person auslassen - das kostet Kraft. Wer schlecht mit Unhöflichkeit umgehen kann, hat es schwer. In vielen Filialen ist die Besetzung knapp, sodass Beratung, Kasse und Warenpflege gleichzeitig zu erledigen sind.
Aussichten
Aushilfen im Verkauf werden laufend gesucht, die Fluktuation ist hoch und der Einstieg entsprechend leicht - auch für Quereinsteiger, Rückkehrerinnen nach Familienzeit und Menschen ohne Berufsabschluss. Gleichzeitig verschiebt sich Umsatz in den Onlinehandel, stationäre Flächen werden verkleinert, und Selbstbedienungskassen ersetzen einen Teil der Kassiertätigkeit. Sicher ist die Beschäftigung dort, wo Beratung zählt: bei erklärungsbedürftigen Produkten, im gehobenen Sortiment, in Fachgeschäften.
Wer bleiben will, sollte den Berufsabschluss nachholen. Damit ergeben sich Wege in die Filialverantwortung, in den Einkauf, ins Visual Merchandising oder in den Außendienst. Ohne Qualifikation bleibt die Tätigkeit eine Zuverdienstoption am unteren Rand der Lohnskala.