Sachbearbeiter Vertriebsinnendienst Export
Sachbearbeiter im Vertriebsinnendienst Export betreuen Auslandskunden vom Angebot bis zur Lieferung und kümmern sich um Zollpapiere, Akkreditive und Versandabwicklung. Der Beruf verbindet kaufmännische Sachbearbeitung mit Außenhandelsrecht und Fremdsprachen.
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Was man als Sachbearbeiter Vertriebsinnendienst Export verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.100 € | 3.600 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.900 € | 4.600 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.700 € | 5.800 € | 56.400 € |
Am stärksten wirkt die Branche: In Betrieben mit Tarifbindung, etwa nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder der chemischen Industrie, liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner Handelsfirmen ohne Tarif. Zusätzlich zahlen sich Akkreditiverfahrung, Exportkontrollverantwortung und eine zweite Fremdsprache aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Sachbearbeiter Vertriebsinnendienst Export?
Der Arbeitsplatz ist der Schreibtisch zwischen Kunde, Produktion und Spedition. Anfragen aus dem Ausland kommen per Mail oder über das CRM-System herein, werden geprüft, kalkuliert und in ein Angebot mit Incoterms, Zahlungsbedingung und Lieferzeit übersetzt. Nach der Auftragsbestätigung folgt die Abwicklung: Auftrag im ERP-System anlegen, Liefertermin mit der Fertigung abstimmen, Versand mit dem Spediteur buchen, Ausfuhranmeldung über ATLAS erstellen, Ursprungszeugnisse, Lieferantenerklärungen, Präferenznachweise und Packlisten zusammenstellen. Bei Akkreditivgeschäften prüfen Exportsachbearbeiter die Dokumente Wort für Wort gegen den Akkreditivtext, weil eine falsche Bezeichnung im Handelsrechnung die Zahlung blockiert.
Dazu kommt der Kundenkontakt. Kunden fragen nach dem Sendungsstand, reklamieren Mengen, wollen Ersatzteile oder verhandeln über Preise. Vieles läuft auf Englisch, oft auch auf Französisch, Spanisch oder Italienisch. Wer für den Vertrieb im Außendienst arbeitet, pflegt Kundendaten, bereitet Besuchsberichte auf und übernimmt Angebotsnachverfolgung. Sanktionslisten- und Embargoprüfung gehört inzwischen in fast jedem Industriebetrieb zur Routine.
Wie wird man Sachbearbeiter Vertriebsinnendienst Export?
Der klassische Weg ist eine kaufmännische Ausbildung, meist Industriekaufmann, Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement oder Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung. Drei Jahre dual, Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Auch Quereinstiege sind verbreitet: Wer aus dem Innendienst im Inlandsvertrieb kommt, wächst über Schulungen in die Exportthemen hinein. Weiterbildungen zum Fachkraft für Zollabwicklung, zum Exportmanager oder zum Fachwirt für Außenwirtschaft sind gängige Bausteine. Ein Studium in Internationalem Management oder Betriebswirtschaft öffnet Türen zu größeren Konzernen, ist aber keine Voraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Genauigkeit ist keine Tugend, sondern Pflicht. Ein Zahlendreher in der Zolltarifnummer, eine fehlende Unterschrift auf dem Ursprungszeugnis oder ein falsch gesetztes Incoterm kostet Geld und Zeit. Gleichzeitig ist das Tempo hoch: Mehrere Aufträge, Rückfragen und Termine laufen parallel, und wenn ein Container den Abfahrtstermin verpasst, muss innerhalb von Stunden eine Lösung her. Die Rechtslage ändert sich ständig, Sanktionen und Freihandelsabkommen kommen und fallen weg.
Die Arbeitszeit ist meist geregelt, oft in Gleitzeit, teils mit Homeoffice-Anteil. Belastend sind eher die Spitzen zum Monats- und Quartalsende und die Zeitverschiebung bei Kunden in Asien oder Amerika, die frühe oder späte Termine erzwingt. Wer Konflikte scheut, tut sich schwer: Verzögerungen in der Produktion muss man dem Kunden erklären, und Reklamationen landen zuerst im Innendienst.
Aussichten
Exportorientierte Industriebetriebe, Maschinenbauer, Chemie- und Zulieferunternehmen suchen laufend Personal mit Zoll- und Dokumentenkenntnis, weil dieses Wissen selten und schlecht ersetzbar ist. Routineschritte werden zunehmend automatisiert, die Prüfung und Beurteilung heikler Fälle bleibt Menschen. Entwicklungswege führen zur Teamleitung im Innendienst, zum Exportkontrollbeauftragten, in den Außendienst oder ins Key-Account-Management. Wer eine Zusatzsprache und Erfahrung mit Akkreditiven mitbringt, verhandelt deutlich besser.
Aufgaben
- Anfragen aus dem Ausland prüfen und Angebote kalkulieren
- Aufträge im ERP-System anlegen und Liefertermine mit der Fertigung abstimmen
- Ausfuhranmeldungen über ATLAS erstellen und Zolltarifnummern zuordnen
- Ursprungszeugnisse, Präferenznachweise und Packlisten zusammenstellen
- Akkreditiv- und Inkassodokumente auf Übereinstimmung prüfen
- Sendungen mit Speditionen und Reedereien buchen und nachverfolgen
- Kundenanfragen und Reklamationen auf Englisch und weiteren Sprachen bearbeiten
- Sanktionslisten- und Embargoprüfung für Neukunden durchführen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, häufig Industrie- oder Außenhandelskaufmann
- Verhandlungssicheres Englisch, eine zweite Fremdsprache ist oft gefordert
- Kenntnisse in Incoterms, Zollrecht und Zahlungssicherung
- Sicherer Umgang mit ERP-Systemen wie SAP und mit Excel
- Sorgfalt bei Dokumenten und Zahlen
- Belastbarkeit in Auftragsspitzen und Freude an Kundenkontakt
Wo man arbeitet
- Exportorientierte Industriebetriebe, etwa Maschinen- und Anlagenbau
- Groß- und Außenhandelsunternehmen
- Speditionen und Logistikdienstleister
- Chemie-, Pharma- und Konsumgüterhersteller
- Handelsniederlassungen internationaler Konzerne
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zum Industriekaufmann oder Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement mit IHK-Abschluss. Exportspezifisches Wissen kommt danach über Lehrgänge zu Zollabwicklung, Exportkontrolle oder eine Weiterbildung zum Fachwirt für Außenwirtschaft dazu. Ein Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt internationales Management ist ein alternativer Einstieg.
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