Was macht ein Sachbearbeiter Fuhrparkmanagement?
Jedes Unternehmen mit mehr als einer Handvoll Fahrzeuge braucht jemanden, der den Überblick behält. Sachbearbeiter im Fuhrparkmanagement führen die Fahrzeugakten, bestellen Neufahrzeuge nach der geltenden Car Policy, holen Angebote von Leasinggesellschaften ein und vergleichen Konditionen. Sie melden Fahrzeuge an und ab, verwalten Kennzeichen, Fahrzeugscheine und Versicherungsverträge und kümmern sich um Tank- und Ladekarten.
Ein großer Teil der Arbeit ist Terminverwaltung: Hauptuntersuchung, Wartungsintervalle, Reifenwechsel, Ablauf von Leasingverträgen. Dazu kommt die Schadenabwicklung - Unfallmeldungen aufnehmen, Gutachten anfordern, mit Werkstätten und Versicherern korrespondieren, Selbstbeteiligungen verbuchen. Rechnungen von Werkstätten, Mietwagenfirmen und Tankkartenanbietern werden geprüft, kontiert und an die Buchhaltung weitergegeben. Wer Dienstwagen mit privater Nutzung betreut, führt außerdem Nachweise für die Lohnsteuer und organisiert die gesetzlich vorgeschriebene Führerscheinkontrolle und Fahrerunterweisung.
Daneben entstehen Auswertungen: Kosten pro Fahrzeug und Kilometer, Kraftstoffverbrauch, Schadenquoten, CO2-Werte für die Nachhaltigkeitsberichte. Aus diesen Zahlen leiten sich Entscheidungen ab, welche Modelle künftig bestellt werden und ob sich die Umstellung auf Elektrofahrzeuge rechnet.
Wie wird man Sachbearbeiter Fuhrparkmanagement?
Der übliche Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Büromanagement, Automobilkaufmann, Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung oder Industriekaufmann. Automobilkaufleute bringen den technischen Bezug bereits mit, andere lernen ihn im Betrieb. Ein Studium ist nicht nötig.
Quereinstiege sind häufig, vor allem aus dem Kfz-Handwerk, aus Autohäusern, Werkstattannahme oder Disposition. Wer aus der Technik kommt, muss sich in Vertragsrecht, Buchhaltung und Tabellenkalkulation einarbeiten. Zur Weiterbildung gibt es Zertifikatslehrgänge zum Fuhrparkmanager oder Flottenmanager bei Kammern und Fachverbänden sowie Schulungen zur Halterhaftung nach der Unfallverhütungsvorschrift.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend Bürodienst zu regulären Zeiten, gelegentlich mit Terminen in Werkstätten oder auf dem Betriebshof. Belastend ist weniger die Körperarbeit als die Zahl paralleler Vorgänge: Ein Fuhrpark mit dreihundert Fahrzeugen erzeugt täglich Schäden, Pannen, Ersatzwagenanfragen und Beschwerden von Fahrern, die ihr Auto sofort brauchen. Genauigkeit ist Pflicht, denn eine übersehene Hauptuntersuchung oder eine nicht kontrollierte Fahrerlaubnis kann für das Unternehmen rechtliche Folgen haben.
Wer schlecht Nein sagen kann, hat es schwer: Zwischen Car Policy und den Wünschen einzelner Mitarbeiter entstehen regelmäßig Konflikte. Auch die Aktenlage ist selten so ordentlich wie gewünscht, viele Betriebe arbeiten noch mit Tabellen statt mit einer Fuhrparksoftware.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil. Fuhrparks werden nicht kleiner, und die Regulierung nimmt zu - Halterhaftung, Ladeinfrastruktur, Flottengrenzwerte, Nachhaltigkeitsberichte. Genau dieses Wissen macht erfahrene Kräfte gesucht, besonders wenn Erfahrung mit der Elektrifizierung von Flotten vorliegt.
Entwicklungswege führen zur Leitung des Fuhrparks, in den Einkauf, ins Vertragsmanagement oder zu Leasinggesellschaften und Fuhrparkdienstleistern, die diese Aufgaben für Kunden übernehmen. Auch der Wechsel in Versicherungs- oder Schadenmanagement ist möglich.