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Recht & Beratung

Referent Recht

Referenten Recht bearbeiten juristische Fragestellungen in Unternehmen, Verbänden oder Behörden, prüfen Verträge und bereiten Entscheidungen der Leitung rechtlich vor. Sie beraten intern, vertreten aber in der Regel nicht vor Gericht.

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Gehalt

Was man als Referent Recht verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.400 € 5.400 € 52.800 €
Mit Berufserfahrung 4.600 € 5.600 € 7.000 € 67.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 7.500 € 10.000 € 90.000 €

Am stärksten hängt das Gehalt vom Arbeitgebertyp ab: Im öffentlichen Dienst und bei Sozialversicherungsträgern gelten TVöD, TV-L oder Haustarife mit Eingruppierung meist ab E 13 beziehungsweise als Volljurist häufig E 14, die Spanne ist dort eng. In der Industrie, bei Banken und Versicherungen wird frei verhandelt, Betriebsgröße, Branche und ein zweites Staatsexamen machen mehrere Tausend Euro Unterschied; Verbände und gemeinnützige Träger zahlen in der Regel deutlich weniger.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Referent Recht?

Ein Referent Recht ist die juristische Instanz im Haus. Er prüft Verträge, bevor sie unterschrieben werden, formuliert Klauseln um, die zu weit oder zu unklar gefasst sind, und schreibt Stellungnahmen zu Fragen, die aus den Fachabteilungen kommen: Darf eine Kündigung so ausgesprochen werden, hält eine Werbeaussage dem Wettbewerbsrecht stand, was folgt aus einer neuen Verordnung für die eigenen Prozesse.

Der Alltag besteht aus Lesen, Recherchieren und Schreiben. Datenbanken wie beck-online oder juris werden nach Rechtsprechung durchsucht, Gesetzesänderungen im Bundesgesetzblatt und in den Amtsblättern der EU verfolgt, Ergebnisse in Vermerken zusammengefasst, die auch Nichtjuristen verstehen müssen. Dazu kommen Besprechungen mit Einkauf, Vertrieb, Personalabteilung oder Vorstand, Korrespondenz mit externen Anwaltskanzleien und die Betreuung von Streitfällen, die außergerichtlich beigelegt werden sollen. In Verbänden gehört auch politische Arbeit dazu: Gesetzentwürfe kommentieren, Positionspapiere verfassen, Mitglieder über neue Pflichten informieren.

Je nach Arbeitgeber liegt der Schwerpunkt auf Vertragsrecht, Arbeitsrecht, Vergaberecht, Datenschutz, Sozialrecht oder Verwaltungsrecht. Reine Generalisten sind selten, meist wächst mit den Jahren eine Spezialisierung.

Wie wird man Referent Recht?

Der übliche Weg führt über ein Studium der Rechtswissenschaften mit erstem und in vielen Fällen zweitem Staatsexamen. Ein abgeschlossenes Referendariat ist nicht überall Bedingung, öffnet aber deutlich mehr Stellen und ist im öffentlichen Dienst häufig Voraussetzung. Auch Absolventen wirtschaftsjuristischer Bachelor- und Masterprogramme oder mit LL.M.-Abschluss werden eingestellt, vor allem in Unternehmen und Verbänden, dort meist mit klar umgrenztem Aufgabengebiet.

Quereinstiege gibt es aus der Anwaltschaft, aus Compliance-Funktionen oder aus der Verwaltung. Wer aus einem kaufmännischen Beruf kommt, braucht in der Regel ein juristisches Studium; Weiterbildungen allein genügen für die Bezeichnung Referent Recht selten. Praktika in Rechtsabteilungen, eine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in einer Kanzlei oder Erfahrung im Vergabe- oder Datenschutzrecht helfen beim Einstieg mehr als Examensnoten allein, auch wenn diese bei großen Arbeitgebern weiter zählen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Schreibtischarbeit mit hohem Leseanteil und verlangt Ausdauer bei Texten, die niemand freiwillig liest. Fristen setzen den Rhythmus: Vertragsverhandlungen, Stellungnahmefristen in Gesetzgebungsverfahren, Klagefristen. Vor Abschlüssen oder Sitzungen entstehen Spitzen mit Überstunden, ansonsten sind die Arbeitszeiten regelmäßig, Homeoffice ist verbreitet.

Schwer fällt vielen die Rolle: Der Referent Recht muss oft nein sagen, ohne Weisungsbefugnis zu haben, und Ergebnisse liefern, wenn die Rechtslage unklar ist. Wer eindeutige Antworten braucht, wird unzufrieden. Verlangt wird außerdem die Fähigkeit, juristische Begründungen so zu kürzen, dass eine Führungskraft in fünf Minuten entscheiden kann. Englisch ist in international tätigen Unternehmen Arbeitssprache.

Aussichten

Der Bedarf ist stabil und wächst dort, wo Regulierung zunimmt: Datenschutz, Lieferkettenpflichten, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Vergabe- und Beihilferecht. Verbände, Kassen, Kammern, Hochschulen, Behörden und mittelständische Unternehmen suchen kontinuierlich. Entwicklungswege führen zur Leitung eines Referats oder der Rechtsabteilung, in Compliance- oder Datenschutzfunktionen, in die Geschäftsführung von Verbänden oder zurück in die Anwaltschaft. Die Konkurrenz um attraktive Stellen bleibt hoch, weil jedes Jahr mehr Juristen die Universitäten verlassen, als Kanzleien und Justiz aufnehmen.

Aufgaben

  • Verträge prüfen, entwerfen und nachverhandeln
  • juristische Stellungnahmen und Vermerke für die Leitung verfassen
  • Fachabteilungen zu arbeits-, vertrags- und datenschutzrechtlichen Fragen beraten
  • Rechtsprechung und Gesetzesänderungen auswerten
  • externe Anwaltskanzleien beauftragen und steuern
  • Streitfälle außergerichtlich bearbeiten und Schriftsätze vorbereiten
  • Positionspapiere und Eingaben zu Gesetzentwürfen erstellen
  • interne Schulungen und Leitfäden zu neuen Rechtspflichten anbieten

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes rechtswissenschaftliches Studium, häufig mit zweitem Staatsexamen
  • alternativ wirtschaftsjuristischer Master oder LL.M. mit passendem Schwerpunkt
  • sichere schriftliche Ausdrucksweise und Fähigkeit zur Verkürzung komplexer Sachverhalte
  • Genauigkeit und Belastbarkeit unter Fristdruck
  • Englischkenntnisse, in international tätigen Betrieben verhandlungssicher
  • Routine im Umgang mit juristischen Datenbanken

Wo man arbeitet

  • Rechtsabteilungen von Unternehmen
  • Wirtschafts-, Sozial- und Berufsverbände
  • Behörden, Kammern und Sozialversicherungsträger
  • Hochschulen und Forschungseinrichtungen
  • Krankenkassen und Versicherungen
  • Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Studium der Rechtswissenschaften von etwa neun Semestern mit erstem Staatsexamen, gefolgt von zwei Jahren Referendariat und zweitem Staatsexamen. Auch ein wirtschaftsjuristischer Bachelor mit anschließendem Master oder ein LL.M. führt in den Beruf, vor allem in Unternehmen und Verbänden. Der Einstieg erfolgt meist direkt auf eine Referentenstelle, teils über eine Trainee- oder Assistenzposition.

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