Qualitätsmanagement
Fachkräfte im Qualitätsmanagement stellen sicher, dass Produkte und Abläufe festgelegte Anforderungen erfüllen. Sie prüfen, dokumentieren, analysieren Fehler und entwickeln Prozesse weiter – meist an der Schnittstelle zwischen Produktion, Entwicklung, Einkauf und Kunden.
8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Qualitätsmanagement verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.200 € | 3.800 € | 4.500 € | 45.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.000 € | 4.900 € | 5.900 € | 58.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.200 € | 6.500 € | 8.500 € | 78.000 € |
Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: In der Metall- und Elektroindustrie richtet sich die Vergütung nach dem Entgeltrahmenabkommen ERA der IG Metall und liegt deutlich über dem, was kleine nicht tarifgebundene Zulieferer oder Prüfdienstleister zahlen. Regulierte Bereiche wie Medizintechnik und Pharma zahlen ebenfalls überdurchschnittlich, Prüftätigkeiten ohne Führungsverantwortung dagegen am unteren Rand.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht das Qualitätsmanagement?
Qualitätsmanagement sorgt dafür, dass ein Unternehmen liefert, was es zugesagt hat: maßhaltige Bauteile, nachvollziehbare Prozesse, dokumentierte Nachweise. Der Alltag besteht aus Prüfplänen und Messreihen, aus der Bearbeitung von Reklamationen, aus Ursachenanalysen nach dem Ishikawa-Diagramm oder der 5-Why-Methode und aus 8D-Berichten an Kunden. Dazu kommen interne Audits in Fertigung und Lager, die Vorbereitung von Zertifizierungsaudits nach ISO 9001, IATF 16949 oder ISO 13485 sowie die Pflege des Managementhandbuchs und der Verfahrensanweisungen.
Ein großer Teil der Arbeit ist Zahlenarbeit: Fehlerquoten, Ausschusskosten, Prozessfähigkeitsindizes, Lieferantenbewertungen. Wer im Serienanlauf arbeitet, betreut FMEA-Sitzungen, Erstbemusterungen und Messmittelfreigaben. Wer in der Reklamationsbearbeitung sitzt, telefoniert mit Kunden, die verärgert sind, und mit Kollegen aus der Produktion, die den Fehler nicht bei sich sehen. Qualitätsmanagement ist deshalb weniger eine Kontrollfunktion als eine Verhandlungs- und Überzeugungsaufgabe.
Wie wird man Qualitätsmanager?
Der häufigste Weg führt über ein Studium in Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Verfahrenstechnik, Lebensmitteltechnologie oder einem verwandten Fach. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus der Fertigung: Facharbeiter oder Technikerinnen wechseln in die Qualitätssicherung, arbeiten dort als Prüfer oder Messtechniker und qualifizieren sich weiter zum Qualitätsbeauftragten, internen Auditor oder Qualitätsmanager – Lehrgänge, die von DGQ, TÜV und Industrie- und Handelskammern angeboten werden und wenige Wochen bis mehrere Monate dauern.
Ein eigener Ausbildungsberuf existiert nicht. In regulierten Branchen wie Medizintechnik, Pharma oder Luftfahrt sind zusätzlich Kenntnisse der einschlägigen Normen und Behördenvorgaben Voraussetzung, oft verbunden mit langer Einarbeitung. Quereinstieg gelingt am ehesten mit technischer Berufserfahrung im jeweiligen Produkt oder Prozess; Normenwissen lässt sich lernen, Produktverständnis kaum von außen ersetzen.
Was der Beruf verlangt
Die Rolle bringt strukturelle Konflikte mit sich. Produktion will liefern, Vertrieb will Termine halten, Qualitätsmanagement muss gelegentlich eine Charge sperren. Wer Widerspruch schwer erträgt oder Entscheidungen nicht sachlich begründen kann, ist hier falsch. Dazu kommt viel Dokumentation – manche empfinden den Anteil an Formularen, Nachweisen und Freigabeschleifen als zäh.
Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, in der Qualitätssicherung mit Schichtbezug kann jedoch Früh- und Spätdienst anfallen. Vor Zertifizierungsaudits, bei Rückrufen oder Kundeneskalationen wird es zeitlich eng. Reisen zu Lieferanten im In- und Ausland gehören in Einkaufsnähe dazu. Körperlich ist der Beruf moderat belastend, mit Wechsel zwischen Büro, Messraum und Hallenlärm.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil Normen, Produkthaftung und Kundenauflagen nicht weniger werden. Besonders gesucht sind Fachkräfte in Medizintechnik, Pharma, Automotive und Lebensmittelbranche sowie Menschen, die Datenanalyse und Normenkenntnis verbinden. Entwicklungswege führen zum Leiter Qualitätssicherung, zum Beauftragten für ein integriertes Managementsystem mit Umwelt- und Arbeitsschutz, in die Lieferantenentwicklung oder in die selbstständige Auditoren- und Beratertätigkeit. Automatisierte Prüftechnik verändert die Prüftätigkeiten, verlagert die Arbeit aber eher in Richtung Auswertung als dass sie sie abschafft.
Aufgaben
- Prüfpläne erstellen und Messergebnisse auswerten
- Reklamationen bearbeiten und 8D-Berichte verfassen
- Fehlerursachen analysieren und Korrekturmaßnahmen nachverfolgen
- interne Audits durchführen und Zertifizierungsaudits vorbereiten
- Verfahrensanweisungen und Managementhandbuch pflegen
- FMEA-Runden moderieren und Erstbemusterungen begleiten
- Lieferanten bewerten und bei Abweichungen vor Ort prüfen
- Qualitätskennzahlen aufbereiten und im Management berichten
Voraussetzungen
- technisches Studium, Technikerabschluss oder Facharbeiterausbildung mit Zusatzqualifikation
- Kenntnis der einschlägigen Normen, etwa ISO 9001, IATF 16949 oder ISO 13485
- sorgfältiges, methodisches Arbeiten und Freude an Zahlen
- Durchsetzungsvermögen und sachliche Gesprächsführung in Konflikten
- Englisch für Normen, Kundenaudits und Lieferantenkontakte
- Bereitschaft zu Dienstreisen, je nach Aufgabengebiet
Wo man arbeitet
- Industriebetriebe der Metall-, Elektro- und Kunststoffverarbeitung
- Automobilzulieferer
- Medizintechnik- und Pharmaunternehmen
- Lebensmittelhersteller
- Prüf-, Zertifizierungs- und Beratungsgesellschaften
- Anlagen- und Maschinenbau
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen oder einer anderen technischen Fachrichtung mit drei bis fünf Jahren Dauer. Alternativ führt der Weg über eine technische Berufsausbildung und mehrjährige Praxis in der Qualitätssicherung, ergänzt durch Lehrgänge zum Qualitätsbeauftragten, Qualitätsmanager oder internen Auditor mit Prüfungszeugnis von DGQ, TÜV oder IHK.
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