Was macht ein Projektleiter Sicherheitstechnik?
Wenn in einem Krankenhaus, einem Rechenzentrum oder einem Bürogebäude eine Brandmeldeanlage, eine Videoüberwachung oder eine Zutrittskontrolle eingebaut wird, steuert ein Projektleiter Sicherheitstechnik diesen Auftrag von der Auftragsklärung bis zur Abnahme. Er prüft die Ausschreibungsunterlagen und Planungen, kalkuliert Material und Montagestunden, bestellt Zentralen, Melder, Kameras und Kabel und legt fest, in welcher Reihenfolge gearbeitet wird. Auf der Baustelle stimmt er sich mit Elektrofirmen, Trockenbauern und der Bauleitung ab, weist die eigenen Monteure ein und kontrolliert, ob die Installation der VDE-Normen, den DIN 14675 oder VDE 0833 entsprechend ausgeführt wird.
Ein großer Teil der Arbeit ist Dokumentation und Kommunikation: Aufmaße, Nachträge, Änderungsprotokolle, Mängellisten, Abnahmeprotokolle mit Sachverständigen und Feuerwehr. Bei der Inbetriebnahme werden Melder eingelernt, Ansteuerungen zu Lüftung, Aufzügen und Türen geprüft, Meldewege zur Leitstelle getestet und der Betreiber eingewiesen. Danach folgen oft Wartungsverträge, die der Projektleiter mit vorbereitet.
Wie wird man Projektleiter Sicherheitstechnik?
Der häufigste Weg führt über eine Ausbildung als Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme oder für Informations- und Systemtechnik, einige Jahre Montage- und Inbetriebnahmeerfahrung in der Sicherheitstechnik und dann die Aufstiegsfortbildung zum Meister oder Techniker. Ebenso verbreitet ist der Einstieg über ein Studium der Elektrotechnik, Gebäudetechnik oder Sicherheitstechnik, meist mit einer Zeit als Projektingenieur vorweg. Quereinstiege gelingen aus verwandten Gewerken, etwa aus der Elektroinstallation, der Nachrichten- oder Netzwerktechnik, wenn die Bereitschaft besteht, die Normenwelt der Gefahrenmeldetechnik nachzuarbeiten. Herstellerschulungen für Brandmeldezentralen und Zutrittssysteme sowie die Fachkraft-Qualifikation nach DIN 14675 sind übliche Nachweise.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf sitzt zwischen Baustelle und Büro, und beide Seiten drängen. Bauzeitenpläne verschieben sich, Material kommt zu spät, Räume sind nicht fertig, die Abnahme steht aber fest im Terminplan. Wer nicht mit Druck, Konflikten und kurzfristigen Umplanungen umgehen kann, verschleißt hier schnell. Reisetätigkeit ist häufig, bei überregionalen Projekten mit Übernachtungen. Inbetriebnahmen in laufenden Betrieben finden abends, nachts oder am Wochenende statt, weil Alarmanlagen tagsüber nicht abgeschaltet werden können. Verantwortung wiegt schwer: Fehler in einer Brandmeldeanlage sind sicherheitsrelevant und haftungsträchtig, deshalb ist sorgfältige Dokumentation kein Formalismus. Verlangt werden außerdem solide Kenntnisse in Netzwerktechnik, weil moderne Systeme IP-basiert arbeiten, sowie Sicherheit im Umgang mit Datenschutzfragen bei Videoanlagen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Gefahrenmeldetechnik ist in vielen Gebäuden gesetzlich vorgeschrieben, der Bestand muss gewartet und modernisiert werden, und Fachkräfte mit Normenkenntnis sind knapp. Errichterfirmen, Facility-Dienstleister und Hersteller suchen dauerhaft. Entwicklungswege führen zur Gesamtprojektleitung großer Bauvorhaben, zur Niederlassungs- oder Serviceleitung, in den technischen Vertrieb, in die Fachplanung bei Ingenieurbüros oder zum Sachverständigen für Anlagentechnik. Auch der Wechsel auf die Betreiberseite, etwa in das technische Gebäudemanagement eines Konzerns oder einer Klinik, ist ein üblicher Schritt mit ruhigeren Arbeitszeiten.