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Bildung & Soziales

Praxisanleiter

Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter begleiten Auszubildende und neue Mitarbeitende am Arbeitsplatz, meist in Pflege, Therapie oder Kindertagesstätten. Sie planen Lernaufgaben, zeigen Handgriffe, führen Reflexionsgespräche und nehmen praktische Prüfungen ab.

60 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Praxisanleiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.600 € 4.000 € 43.200 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.100 € 4.600 € 49.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.100 € 4.700 € 5.400 € 56.400 €

Praxisanleitung wird meist nicht als eigener Beruf bezahlt, sondern über die Eingruppierung im Grundberuf plus eine Funktionszulage. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD-P, kirchliche Träger zahlen nach AVR Caritas oder AVR Diakonie; private Betreiber ohne Tarifbindung liegen häufig darunter, Schicht- und Wochenendzulagen fallen weg, sobald eine Freistellung für die Anleitung besteht.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Praxisanleiter?

Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter sind erfahrene Fachkräfte, die im laufenden Betrieb für die praktische Ausbildung zuständig sind. In der Pflege heißt das: mit einer Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr gemeinsam eine Wundversorgung durchführen, danach besprechen, was gut lief und was nicht, den Lernstand dokumentieren. In Kindertagesstätten und der Sozialen Arbeit läuft es ähnlich, nur sind die Lernaufgaben andere.

Zur Arbeit gehört das Planen von Anleitungssituationen, das Führen von Erst-, Zwischen- und Abschlussgesprächen, das Schreiben von Beurteilungen und die Abstimmung mit der Pflegeschule oder Fachschule. Gesetzlich sind in der Pflege mindestens zehn Prozent der praktischen Ausbildungszeit als geplante Anleitung vorgeschrieben, was in vielen Betrieben ein ständiger Konflikt mit dem Dienstplan ist. Praxisanleiter sitzen außerdem als Prüfende in den praktischen Abschlussprüfungen. Häufig übernehmen sie auch die Einarbeitung neuer Kolleginnen und die Begleitung von Fachkräften aus dem Ausland bei der Anerkennung.

Wie wird man Praxisanleiter?

Der Weg führt über einen Berufsabschluss und Berufserfahrung. In der Pflege ist die Voraussetzung eine abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau, Pflegefachmann, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Altenpflegerin oder ein entsprechendes Studium, dazu in der Regel ein Jahr Berufserfahrung im Einsatzbereich. Darauf folgt die berufspädagogische Weiterbildung zur Praxisanleitung mit mindestens 300 Stunden, die berufsbegleitend an Bildungsträgern, Pflegeschulen oder Akademien absolviert wird und meist zwischen einem halben und einem ganzen Jahr dauert. Sie endet mit einer Prüfung und einem Zertifikat. Verpflichtend ist danach eine jährliche Fortbildung von mindestens 24 Stunden.

Im sozialpädagogischen Bereich gibt es kürzere Kurse für Praxismentoring und Anleitung, deren Umfang je Bundesland variiert. Ein Quereinstieg ohne einschlägigen Berufsabschluss ist nicht möglich, die fachliche Basis ist zwingend.

Was der Beruf verlangt

Die Doppelrolle ist die größte Belastung. Praxisanleitung wird selten als eigene Stelle geführt, sondern zusätzlich zur normalen Arbeit im Schichtdienst geleistet. Wer eigentlich eine Station mitversorgt, findet an vielen Tagen keine Stunde für geplante Anleitung. Freigestellte Positionen gibt es, sind aber die Ausnahme und meist an große Kliniken oder Träger mit vielen Auszubildenden gebunden.

Dazu kommt der pädagogische Anspruch: Kritik so formulieren, dass sie ankommt, Konflikte zwischen Auszubildenden und Team aushalten, gelegentlich auch feststellen müssen, dass jemand für den Beruf nicht geeignet ist. Beurteilungen und Prüfungsentscheidungen haben Folgen für Lebenswege. Der Schreibaufwand für Dokumentation und Ausbildungsnachweise ist erheblich und fällt häufig in die Freizeit. Körperlich bleibt die Arbeit so anstrengend wie im Grundberuf, solange keine Freistellung besteht.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Ohne ausreichend qualifizierte Praxisanleitung dürfen Betriebe nicht ausbilden, und der Bedarf an Nachwuchs in Pflege und Kinderbetreuung ist groß. Wer die Weiterbildung hat, ist auf dem Arbeitsmarkt deutlich besser gestellt und findet Stellen praktisch überall.

Weiterführende Wege sind die zentrale Ausbildungskoordination eines Trägers, die Leitung einer Pflegeschule nach einem Studium in Pflegepädagogik oder Berufspädagogik, sowie Aufgaben in Personalentwicklung und innerbetrieblicher Fortbildung. Auch der Wechsel in eine Stations- oder Wohnbereichsleitung ist üblich, weil die erworbenen Gesprächs- und Führungskompetenzen dort gefragt sind.

Aufgaben

  • Anleitungssituationen planen und mit Auszubildenden durchführen
  • Lernstände beurteilen und Ausbildungsnachweise dokumentieren
  • Erst-, Zwischen- und Abschlussgespräche führen
  • Praktische Abschlussprüfungen als Prüfende begleiten
  • Kontakt zur Pflegeschule oder Fachschule halten
  • Neue Mitarbeitende und internationale Fachkräfte einarbeiten
  • Ausbildungspläne für die einzelnen Praxiseinsätze erstellen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Berufsausbildung im jeweiligen Fachbereich, etwa als Pflegefachfrau oder Erzieherin
  • In der Regel mindestens ein Jahr Berufserfahrung im Einsatzbereich
  • Berufspädagogische Weiterbildung zur Praxisanleitung mit mindestens 300 Stunden
  • Jährliche Fortbildungspflicht von mindestens 24 Stunden
  • Geduld, Kritikfähigkeit und die Fähigkeit, Rückmeldung sachlich zu formulieren
  • Bereitschaft zum Schichtdienst, solange keine Freistellung besteht
  • Sicherer schriftlicher Ausdruck für Beurteilungen und Dokumentation

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Pflegeheime und Einrichtungen der Altenhilfe
  • Ambulante Pflegedienste
  • Kindertagesstätten und Einrichtungen der Jugendhilfe
  • Pflegeschulen und Bildungsakademien
  • Rehabilitations- und Behinderteneinrichtungen

Der Weg in den Beruf

Zuerst wird ein einschlägiger Berufsabschluss erworben, in der Pflege meist die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann. Nach etwa einem Jahr Berufserfahrung folgt die berufsbegleitende Weiterbildung zur Praxisanleitung mit mindestens 300 Stunden, die in einem halben bis einem Jahr absolviert wird und mit einer Prüfung und einem Zertifikat endet.

Offene Stellen als Praxisanleiter

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