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Bau & Immobilien

Polier im Bereich Hochbau

Poliere im Hochbau leiten die Baustelle vor Ort: Sie setzen die Pläne der Bauleitung in konkrete Arbeitsschritte um, führen die Kolonnen und verantworten Termine, Material und Sicherheit im Rohbau.

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Gehalt

Was man als Polier im Bereich Hochbau verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.100 € 4.600 € 49.200 €
Mit Berufserfahrung 4.200 € 4.800 € 5.500 € 57.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 5.500 € 6.800 € 66.000 €

Grundlage ist meist der Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe mit den Lohngruppen für Werkpoliere und Poliere; darüber hinaus zahlen große Bauunternehmen häufig übertariflich, und Auslösung, Überstunden sowie Leistungszulagen erhöhen das tatsächliche Einkommen deutlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Polier im Hochbau?

Der Polier ist die Führungskraft, die täglich auf der Baustelle steht. Er nimmt die Vorgaben der Bauleitung und übersetzt sie in Arbeitsaufträge für Maurer, Betonbauer, Eisenflechter und Hilfskräfte. Morgens verteilt er die Kolonnen, prüft, ob Material, Schalung, Bewehrung und Geräte da sind, und klärt mit dem Kranführer die Abläufe. Er schnürt Achsen ein, kontrolliert Maße und Höhen mit Nivelliergerät oder Rotationslaser, prüft Schalungen vor dem Betonieren und überwacht die Betonage selbst. Dazwischen führt er Bautagebuch, erfasst Stunden und Leistungen, meldet Nachträge und Behinderungen an die Bauleitung und koordiniert Nachunternehmer und Lieferungen. Ein großer Teil der Arbeit ist Sicherheit: Absturzsicherungen, Geländer, Gerüstfreigaben, Grabenverbau, Unterweisungen der Mannschaft.

Wie wird man Polier im Hochbau?

Am Anfang steht fast immer eine abgeschlossene Bauausbildung, meist als Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer oder Zimmerer. Danach folgen mehrere Jahre auf der Baustelle, häufig als Vorarbeiter oder Kolonnenführer. Wer Verantwortung übernehmen will, macht die Fortbildung zum Werkpolier oder zum Geprüften Polier vor der Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer. Die Vorbereitungslehrgänge laufen berufsbegleitend über etwa zwei Jahre oder in Vollzeit über wenige Monate an einem Ausbildungszentrum der Bauwirtschaft. Inhalte sind Bautechnik, Baubetrieb, Kalkulation, Arbeitsrecht, Mitarbeiterführung und Arbeitssicherheit. Wer den Meister im Maurer- und Betonbauerhandwerk hat, kann ebenfalls als Polier eingesetzt werden. Ein reiner Quereinstieg ohne Baupraxis ist nicht üblich, weil die Mannschaft fachliche Autorität erwartet.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet draußen statt, bei Hitze, Regen und Frost. Der Arbeitstag beginnt früh, oft um sechs oder halb sieben, und endet selten pünktlich. In der Saison sind Überstunden und Samstagsarbeit normal, im Winter kann es Kurzarbeit geben. Körperlich ist der Beruf weniger belastend als die Maurertätigkeit selbst, aber Lärm, Staub, Treppensteigen und lange Stehzeiten bleiben. Größer ist der Druck von zwei Seiten: Die Bauleitung erwartet Termine und Kosten, die Kolonne erwartet realistische Vorgaben und Rückendeckung. Wer Konflikte scheut oder ungern klare Anweisungen gibt, kommt in dieser Rolle nicht weit. Dazu kommt die Haftung für Arbeitssicherheit, die persönlich zugerechnet werden kann. Bei überregional tätigen Bauunternehmen gehört Montage mit Übernachtung während der Woche dazu.

Aussichten

Erfahrene Poliere sind knapp. Viele Fachkräfte gehen in den nächsten Jahren in Rente, gleichzeitig finden Betriebe kaum Nachwuchs, der bereit ist, Führungsverantwortung auf der Baustelle zu tragen. Die Nachfrage schwankt mit der Baukonjunktur, im Wohnungsbau deutlich stärker als im öffentlichen und gewerblichen Bau, doch Personal mit dieser Qualifikation wird in allen Marktlagen gesucht. Entwicklungswege führen zum Oberpolier mit Verantwortung für mehrere Baustellen, zur Bauleitung nach zusätzlicher Weiterbildung oder zum eigenen Betrieb mit Meisterbrief. Spezialisierungen etwa auf Sichtbeton, Sanierung im Bestand oder Schlüsselfertigbau erhöhen den Marktwert.

Aufgaben

  • Arbeitsaufträge an Kolonnen und Nachunternehmer verteilen
  • Achsen und Höhen einmessen, Maße und Schalungen kontrollieren
  • Betonagen vorbereiten und überwachen
  • Material, Geräte und Kranlogistik disponieren
  • Bautagebuch führen, Stunden und Leistungen erfassen
  • Arbeitssicherheit sicherstellen und Mitarbeiter unterweisen
  • Bauablauf mit Bauleitung, Statiker und Architekt abstimmen
  • Behinderungen, Mängel und Nachträge dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Bauausbildung, etwa Maurer oder Beton- und Stahlbetonbauer
  • Mehrjährige Baustellenerfahrung, idealerweise als Vorarbeiter
  • Prüfung als Werkpolier oder Geprüfter Polier, alternativ Meisterbrief
  • Führungsfähigkeit und Durchsetzungsvermögen gegenüber der Mannschaft
  • Sicheres Lesen von Bau-, Schal- und Bewehrungsplänen
  • Kenntnisse in Arbeitssicherheit und Bauvorschriften
  • Wetterfestigkeit, Höhentauglichkeit und Führerschein Klasse B

Wo man arbeitet

  • Hochbauunternehmen und Bauträger
  • Mittelständische Maurer- und Betonbaubetriebe
  • Große Baukonzerne im Schlüsselfertigbau
  • Sanierungs- und Ausbaubetriebe
  • Baustellen im Wohnungs-, Industrie- und Gewerbebau

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung im Bauhauptgewerbe, etwa als Maurer oder Beton- und Stahlbetonbauer, gefolgt von mehreren Jahren Praxis auf der Baustelle. Darauf baut die Fortbildung zum Werkpolier oder zur Prüfung als Geprüfter Polier vor der Kammer auf, berufsbegleitend etwa zwei Jahre oder in Vollzeit einige Monate. Alternativ führt der Meisterbrief im Maurer- und Betonbauerhandwerk in die Position.

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