Pflegefachkraft Palliative Care
Pflegefachkräfte mit Weiterbildung Palliative Care begleiten schwerkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige. Im Mittelpunkt stehen Schmerzlinderung, Symptomkontrolle und Zuwendung statt Heilung.
25 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachkraft Palliative Care verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.200 € | 3.600 € | 4.000 € | 43.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.700 € | 4.100 € | 4.600 € | 49.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 4.700 € | 5.400 € | 56.400 € |
In kirchlichen und kommunalen Häusern gilt meist der TVöD-P, die AVR Caritas oder die AVR Diakonie, dort ist die Eingruppierung festgelegt und die Palliative-Care-Weiterbildung kann eine höhere Entgeltgruppe oder Zulage auslösen. Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge sowie Rufbereitschaft machen einen spürbaren Teil des tatsächlichen Verdienstes aus, private Träger ohne Tarifbindung zahlen häufig weniger.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Pflegefachkraft Palliative Care?
Palliativpflege beginnt dort, wo eine Erkrankung nicht mehr heilbar ist. Die Arbeit richtet sich darauf, Beschwerden zu lindern und die verbleibende Lebenszeit erträglich zu gestalten. Konkret heißt das: Schmerzen einschätzen und dokumentieren, Bedarfsmedikation nach ärztlicher Anordnung verabreichen, Schmerzpumpen und subkutane Zugänge versorgen, Atemnot, Übelkeit, Angst und Unruhe behandeln, Wunden und Mundschleimhäute pflegen, bei der Körperpflege und Lagerung unterstützen. Dazu kommen Gespräche mit Patientinnen und Patienten über Wünsche, Ängste und das, was noch geregelt werden soll, sowie die Begleitung von Angehörigen vor und nach dem Tod.
Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Abstimmung: mit Palliativmedizinern, Hausärztinnen, Physiotherapie, Seelsorge, Sozialdienst und ehrenamtlichen Hospizhelfern. In der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung fahren die Fachkräfte zu den Menschen nach Hause, richten dort die Versorgung ein, schulen Angehörige im Umgang mit Medikamenten und sind über Rufbereitschaft erreichbar.
Wie wird man Pflegefachkraft Palliative Care?
Voraussetzung ist die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann, alternativ ein älterer Abschluss in der Gesundheits- und Krankenpflege oder Altenpflege. Darauf folgt in der Regel nach mindestens zwei Jahren Berufserfahrung die Weiterbildung Palliative Care, üblicherweise 160 Unterrichtsstunden nach dem Curriculum Kern, Müller, Aurnhammer, häufig berufsbegleitend in Blöcken über mehrere Monate. Viele Arbeitgeber übernehmen die Kosten oder stellen frei. Wer weitergehen will, kann ein Studium in Pflegewissenschaft oder Palliative Care anschließen. Ein direkter Quereinstieg ohne Pflegeexamen ist nicht möglich, im Hospizbereich gibt es aber ehrenamtliche Begleitung als Zugang zum Feld.
Was der Beruf verlangt
Der Tod gehört zum Arbeitsalltag, oft mehrmals in der Woche. Wer damit nicht umgehen kann oder keine Wege findet, Belastendes abzulegen, hält das nicht lange durch. Supervision und kollegiale Fallbesprechungen sind deshalb in guten Einrichtungen fest eingeplant. Körperlich ist die Arbeit fordernd: Heben, Umlagern, Arbeiten in gebeugter Haltung. Auf Palliativstationen und in stationären Hospizen wird im Schichtdienst gearbeitet, mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten. In der ambulanten Versorgung kommen Fahrzeiten und Rufbereitschaft hinzu.
Schwer fällt vielen die Nähe zu Angehörigen in Ausnahmesituationen: Wut, Verleugnung, Erschöpfung, manchmal Konflikte innerhalb von Familien. Auch die Personaldecke ist dünn, Zeitdruck steht im Widerspruch zum eigenen Anspruch, jemandem wirklich beizustehen. Gleichzeitig berichten viele, dass die Betreuungsschlüssel in Hospizen und auf Palliativstationen besser sind als in der Regelversorgung.
Aussichten
Der Bedarf steigt deutlich. Die Bevölkerung wird älter, die spezialisierte ambulante Palliativversorgung wird ausgebaut, und Pflegeheime bauen palliative Konzepte auf. Wer die Weiterbildung hat, findet ohne größere Suche eine Stelle und kann den Arbeitsort weitgehend wählen. Entwicklungswege führen in die Koordination eines SAPV-Teams, in die Leitung eines Hospizes, in die Praxisanleitung oder in die Lehre an Bildungseinrichtungen. Zusatzqualifikationen wie Schmerzmanagement, Wundexpertise oder Trauerbegleitung erweitern das Aufgabenfeld.
Aufgaben
- Schmerzen und Symptome erfassen, dokumentieren und im Team besprechen
- Bedarfs- und Dauermedikation verabreichen, Schmerzpumpen und subkutane Zugänge versorgen
- Atemnot, Übelkeit, Unruhe und Angst pflegerisch lindern
- Körperpflege, Lagerung, Mund- und Wundpflege bei schwerkranken Menschen
- Angehörige beraten, anleiten und in der Sterbephase begleiten
- Mit Palliativmedizin, Seelsorge, Sozialdienst und Ehrenamt zusammenarbeiten
- Verstorbene versorgen und Abschiedssituationen gestalten
- In der ambulanten Versorgung Hausbesuche fahren und Rufbereitschaft übernehmen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann beziehungsweise ein gleichwertiger Pflegeabschluss
- Weiterbildung Palliative Care, meist 160 Stunden, in der Regel nach zwei Jahren Berufspraxis
- Gefestigter Umgang mit Sterben, Tod und Trauer
- Kommunikationsfähigkeit und Ruhe in belastenden Gesprächssituationen
- Körperliche Belastbarkeit für Heben, Umlagern und Schichtdienst
- Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten
- Führerschein Klasse B für Stellen in der ambulanten Palliativversorgung
Wo man arbeitet
- Palliativstationen in Krankenhäusern
- Stationäre Hospize
- Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung
- Ambulante Pflegedienste
- Pflegeheime mit palliativem Versorgungskonzept
Der Weg in den Beruf
Zunächst die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann mit staatlicher Prüfung. Nach etwa zwei Jahren Berufserfahrung folgt die berufsbegleitende Weiterbildung Palliative Care mit rund 160 Unterrichtsstunden, verteilt auf mehrere Monate, abgeschlossen mit einem Zertifikat.
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