Pflegefachkraft für den ambulanten Dienst
Pflegefachkräfte im ambulanten Dienst versorgen pflegebedürftige Menschen in deren Wohnung: Sie übernehmen Behandlungspflege, Grundpflege und Beratung und fahren dafür täglich eine feste Tour ab.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachkraft für den ambulanten Dienst verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.700 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.700 € | 4.200 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.200 € | 5.000 € | 50.400 € |
Entscheidend ist die Tarifbindung: Kirchliche Träger zahlen nach AVR Caritas oder AVR Diakonie, kommunale nach TVöD-P, viele private Dienste nur nach dem Pflegemindestlohn oder Haustarif und damit deutlich darunter. Zulagen für Wochenende, Feiertage und geteilte Dienste sowie Weiterbildungen wie Wundexpertin oder Praxisanleitung erhöhen das Entgelt spürbar.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Pflegefachkraft für den ambulanten Dienst?
Der Arbeitstag beginnt im Pflegedienst mit der Tourenübernahme: eine Liste von acht bis vierzehn Klienten, dazu Dienstwagen, Schlüssel, Dokumentationsgerät. In den Wohnungen wird gemessen, gespritzt, verbunden und gewaschen. Zur Behandlungspflege gehören Insulininjektionen, Blutzucker- und Blutdruckkontrollen, Verbandwechsel bei chronischen Wunden, Kompressionsstrümpfe, Katheter- und Stomaversorgung, Medikamente stellen und Portspülungen. Zur Grundpflege gehören Körperpflege, Hilfe beim An- und Auskleiden, Lagerung, Transfer aus dem Bett, Unterstützung beim Essen. Dazu kommt alles, was in der Häuslichkeit sonst niemand übernimmt: Angehörige anleiten, Verschlechterungen erkennen, Hausärzte anrufen, Rezepte nachfordern, Hilfsmittel beantragen, Beratungsgespräche nach Pflegeversicherungsrecht führen. Jede Leistung wird dokumentiert, weil sie gegenüber Kranken- und Pflegekasse abgerechnet wird.
Anders als im Heim arbeitet man den größten Teil des Tages allein. Es gibt keine Kollegin auf dem Flur, die kurz mithilft. Entscheidungen über eine auffällige Wunde oder einen verwirrten Klienten fallen vor Ort, notfalls nach Telefonat mit der Pflegedienstleitung.
Wie wird man Pflegefachkraft für den ambulanten Dienst?
Über die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann, die schulische Teile mit Praxiseinsätzen in Klinik, Langzeitpflege, Pädiatrie, Psychiatrie und eben ambulantem Dienst verbindet. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss; mit Hauptschulabschluss ist der Weg über die Pflegefachassistenz möglich. Wer die frühere Ausbildung als Altenpflegerin oder Gesundheits- und Krankenpflegerin abgeschlossen hat, ist gleichgestellt. Ausländische Abschlüsse müssen anerkannt werden, dazu gehört meist ein Sprachnachweis auf B2-Niveau. Ein Führerschein der Klasse B ist praktisch Pflicht. Pflegehelfer können sich über eine verkürzte Ausbildung nachqualifizieren, in einigen Ländern auch in Teilzeit.
Was der Beruf verlangt
Die Touren liegen früh und spät: Frühdienst ab sechs Uhr, Spätdienst bis zum Zubettbringen um einundzwanzig Uhr, Wochenend- und Feiertagsdienste im Wechsel. Geteilte Dienste sind verbreitet und zerreißen den Tag. Der Zeitdruck ist der härteste Teil: Die Taktung pro Einsatz ist knapp kalkuliert, Verkehr, Parkplatzsuche und ein Klient, der heute mehr Zeit braucht, kollidieren mit dem Tourenplan. Körperlich belasten Heben und Umlagern in engen Wohnungen ohne Pflegebett, Treppen und Arbeit in gebeugter Haltung. Hinzu kommt die Konfrontation mit Verwahrlosung, Demenz, Einsamkeit und Sterben, oft ohne unmittelbare Entlastung im Team. Wer schlecht allein entscheiden kann oder Nähe zu fremdem Zuhause schwer erträgt, wird hier nicht glücklich. Gleichzeitig schätzen viele genau das: eigenständiges Arbeiten und über Jahre gewachsene Beziehungen zu den Menschen auf der Tour.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und steigt, weil ambulante Versorgung politisch gewollt und die Zahl Pflegebedürftiger wächst. Wer eine Anerkennung hat, findet praktisch überall eine Stelle, oft mit Wahl zwischen Wohlfahrtsverband, privatem Dienst und kommunalem Träger. Entwicklungswege führen über Weiterbildungen in Wundmanagement, Palliativpflege, Pflegeberatung oder außerklinischer Intensivpflege, weiter zur verantwortlichen Pflegefachkraft oder Pflegedienstleitung, für die ein Studium oder eine Leitungsweiterbildung verlangt wird. Ein Pflegestudium eröffnet zusätzlich Aufgaben in Case Management und Qualitätsmanagement.
Aufgaben
- Behandlungspflege wie Injektionen, Verbandwechsel und Katheterversorgung durchführen
- Medikamente stellen, verabreichen und Wirkungen kontrollieren
- Grundpflege übernehmen: Körperpflege, Ankleiden, Lagerung, Transfer
- Vitalwerte messen und Veränderungen im Zustand beurteilen
- Angehörige anleiten und zu Pflegehilfsmitteln beraten
- mit Hausärzten, Apotheken und Sanitätshäusern abstimmen
- erbrachte Leistungen digital dokumentieren und für die Abrechnung erfassen
- die zugewiesene Tour eigenständig planen und mit dem Dienstwagen abfahren
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau/Pflegefachmann, Altenpflegerin oder Gesundheits- und Krankenpflegerin, bei ausländischem Abschluss Anerkennung
- Führerschein Klasse B
- körperliche Belastbarkeit für Heben, Umlagern und Treppen
- Fähigkeit, allein zu arbeiten und Situationen vor Ort zu entscheiden
- Deutschkenntnisse mindestens auf B2-Niveau
- Bereitschaft zu Früh-, Spät-, Wochenend- und Feiertagsdiensten
- Nachweise zum Impfstatus und erweitertes Führungszeugnis je nach Träger
Wo man arbeitet
- ambulante Pflegedienste privater Träger
- Sozialstationen von Diakonie, Caritas und AWO
- Intensivpflegedienste für die außerklinische Versorgung
- kommunale Pflegedienste
- Wohnungen und Wohngemeinschaften der Klienten
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann an einer Pflegeschule mit Praxiseinsätzen bei einem Träger, abgeschlossen mit staatlicher Prüfung und Berufszulassung. Pflegehelferinnen und -helfer können sich verkürzt nachqualifizieren, teilweise in Teilzeit. Ein duales Pflegestudium führt zur gleichen Berufszulassung mit Bachelorabschluss.
Offene Stellen als Pflegefachkraft für den ambulanten Dienst
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Pflegefachkraft für den ambulanten Dienst (m/w/d)
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- Offene Stellen
- 92
- Monatsbrutto
- 3.600 – 7.000 €
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