Pflegefachkraft ambulante Pflege
Pflegefachkräfte in der ambulanten Pflege versorgen Menschen in deren eigener Wohnung: Körperpflege, Wundversorgung, Medikamentengabe und Beratung. Sie fahren eine feste Tour und arbeiten dabei meist allein.
19 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachkraft ambulante Pflege verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.700 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.700 € | 4.200 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.200 € | 5.000 € | 50.400 € |
Entscheidend ist die Tarifbindung: Kirchliche Träger zahlen nach AVR Caritas oder AVR Diakonie, kommunale Dienste nach TVöD-P, viele private Pflegedienste zahlen darunter oder nur nach dem Pflegemindestlohn-Tarif. Zulagen für Sonntage, Feiertage und geteilte Dienste sowie Fahrtkostenregelungen können mehrere Hundert Euro im Monat ausmachen und sind hier nicht enthalten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Pflegefachkraft in der ambulanten Pflege?
Die Arbeit besteht aus einer Tour: eine Liste von Hausbesuchen, die in einer festgelegten Zeit abgearbeitet werden muss. Bei den Klienten stehen Grundpflege und Behandlungspflege an - Waschen, Duschen, Hilfe beim An- und Auskleiden, Lagern, Unterstützung beim Toilettengang, aber auch Insulininjektionen, Blutzucker- und Blutdruckkontrolle, Verbandwechsel, Kompressionsstrümpfe, Katheter- und Stomaversorgung, Medikamente stellen und verabreichen. Dazu kommt die Dokumentation, heute meist auf dem Diensthandy oder Tablet, unmittelbar nach jedem Einsatz.
Ein großer Teil der Arbeit ist Beobachtung und Kommunikation. Wer allein in eine Wohnung kommt, bemerkt Veränderungen zuerst: eine neue Druckstelle, Verwirrtheit, ein leerer Kühlschrank, eine überforderte Ehefrau. Pflegefachkräfte melden das an die Pflegedienstleitung, sprechen mit Hausärzten, beraten Angehörige zu Hilfsmitteln, Transfertechniken und Entlastungsangeboten und begleiten Menschen oft über Jahre bis zum Lebensende.
Wie wird man Pflegefachkraft in der ambulanten Pflege?
Grundlage ist die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann, die theoretischen Unterricht an einer Pflegeschule und Praxiseinsätze in Klinik, Langzeitpflege und ambulantem Dienst verbindet. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Die Ausbildung ist vergütet. Ältere Abschlüsse wie Altenpflege oder Gesundheits- und Krankenpflege gelten weiter.
Der Einstieg in die Ambulanz ist auch nach Jahren in Klinik oder Heim gut möglich; viele Dienste stellen gezielt Wechsler ein und begleiten sie einige Wochen bei Mitfahrten. Wer eine Ausbildung im Ausland hat, braucht die Anerkennung durch das zuständige Landesamt und meist einen Sprachnachweis auf B2-Niveau. Ein Führerschein Klasse B ist praktisch überall Bedingung.
Was der Beruf verlangt
Die Touren liegen früh am Morgen und abends, dazu Wochenend- und Feiertagsdienste, häufig als geteilter Dienst mit einer langen Pause am Nachmittag. Der Zeitdruck ist real: die Einsätze sind knapp kalkuliert, der Verkehr hält sich nicht daran, und bei Krankheitsausfällen wird die Tour dichter. Körperlich belasten Transfers in engen Bädern, Treppenhäuser ohne Aufzug und die vielen Ein- und Ausstiege aus dem Auto. Im Winter kommen Dunkelheit und Glätte hinzu.
Schwer fällt vielen die Einsamkeit der Entscheidung: Bei einem Notfall in der Wohnung ist niemand da, mit dem man sich kurz abstimmen kann. Dazu gehört Nähe zu Armut, Verwahrlosung, Demenz und Sterben, gelegentlich auch Aggression. Wer damit umgehen kann, schätzt im Gegenzug die Selbstständigkeit und die enge, oft dankbare Beziehung zu den Menschen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und steigt weiter, weil mehr Menschen zu Hause versorgt werden wollen und die Zahl der Pflegebedürftigen wächst. Stellen sind bundesweit unbesetzt, Bewerber können auswählen und über Dienstplan, Fahrzeug und Arbeitszeitmodell verhandeln. Entwicklungswege führen über Weiterbildungen in Wundmanagement, Palliativpflege, Praxisanleitung oder Pflegeberatung nach dem Pflegeversicherungsgesetz zur Tourenverantwortung, zur stellvertretenden oder verantwortlichen Pflegedienstleitung. Auch ein Pflegestudium oder die Gründung eines eigenen Pflegedienstes sind möglich.
Aufgaben
- Grundpflege wie Waschen, Duschen, Ankleiden und Lagern in der Wohnung der Klienten
- Behandlungspflege: Injektionen, Verbandwechsel, Katheter- und Stomaversorgung, Kompressionstherapie
- Medikamente stellen, verabreichen und die Einnahme überwachen
- Vitalwerte und Blutzucker kontrollieren, Veränderungen des Zustands erkennen und weitergeben
- Pflegedokumentation und Leistungsnachweise digital führen
- Angehörige zu Pflegetechniken, Hilfsmitteln und Entlastungsangeboten beraten
- Absprachen mit Hausärzten, Apotheken, Sanitätshäusern und Therapeuten
- Touren eigenständig planen und im Zeitrahmen abfahren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene dreijährige Ausbildung in der Pflege (Pflegefachfrau/-mann, Altenpflege oder Krankenpflege), bei ausländischem Abschluss staatliche Anerkennung
- Führerschein Klasse B
- Belastbarkeit für Früh-, Spät-, Wochenend- und Feiertagsdienste sowie geteilte Dienste
- Körperliche Fitness für Transfers, Treppen und häufige Fahrzeugwechsel
- Fähigkeit, allein zu entscheiden und Situationen ruhig einzuschätzen
- Freundlicher, klarer Umgang mit Klienten und Angehörigen, gutes Deutsch
- Impf- und Gesundheitsnachweise nach Vorgabe des Arbeitgebers
Wo man arbeitet
- Ambulante Pflegedienste und Sozialstationen
- Wohnungen und Häuser der Klienten
- Betreute Wohnanlagen und ambulant betreute Wohngemeinschaften
- Intensivpflegedienste für die Versorgung zu Hause
- Palliativ- und Hospizdienste
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann an einer Pflegeschule mit Praxiseinsätzen unter anderem in einem ambulanten Dienst; sie endet mit einer staatlichen Prüfung und einer Berufszulassung. Zugang bietet in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Wer bereits in Klinik oder Pflegeheim gearbeitet hat, wechselt ohne zusätzliche Ausbildung und wird einige Wochen in die Touren eingearbeitet.
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Pflegedienstleitung
Pflegedienstleitungen führen das Pflegeteam einer Einrichtung oder eines Pflegedienstes, planen Personaleinsatz und Dienstpläne und verantworten die Qualität der Pflege gegenüber Bewohnern, Angehörigen und Prüfinstanzen.
- Offene Stellen
- 92
- Monatsbrutto
- 3.600 – 7.000 €
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