Pflegefachkraft / Altenpfleger Praxisanleitung
Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter sind examinierte Pflegefachkräfte mit Zusatzqualifikation, die Auszubildende in der Pflege am Arbeitsplatz anleiten, begleiten und bewerten. Sie arbeiten weiter in der Pflege und übernehmen zusätzlich die praktische Ausbildung.
10 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachkraft / Altenpfleger Praxisanleitung verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.700 € | 4.100 € | 44.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.700 € | 4.200 € | 4.700 € | 50.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.100 € | 4.600 € | 5.300 € | 55.200 € |
Entscheidend ist die Tarifbindung: Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD-P, bei kirchlichen Trägern die AVR von Caritas oder Diakonie, dort kommt für die Praxisanleitung meist eine Funktionszulage oder eine höhere Entgeltgruppe hinzu. Nicht tarifgebundene private Einrichtungen zahlen häufig spürbar weniger, dazu kommen bei allen Schicht-, Nacht- und Wochenendzuschläge, die nicht in den genannten Werten enthalten sind.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Praxisanleitung in der Pflege?
Praxisanleitungen führen Auszubildende der generalistischen Pflegeausbildung in die praktische Arbeit ein. Sie zeigen, wie eine Ganzkörperwaschung im Bett abläuft, wie ein Verband gewechselt, ein Zugang versorgt, ein Blutzucker gemessen und dokumentiert wird. Sie lassen Auszubildende Handgriffe selbst ausführen, beobachten, korrigieren und besprechen den Ablauf danach. Ein Teil der Arbeit ist Organisation: Anleitungssituationen planen, Lernziele mit dem Ausbildungsplan abgleichen, Gespräche zum Ausbildungsstand führen, Beurteilungen schreiben, praktische Prüfungen vorbereiten und als Fachprüferin oder Fachprüfer daran teilnehmen. Gesetzlich sind mindestens zehn Prozent der praktischen Einsatzzeit als geplante Anleitung vorgeschrieben. Daneben bleibt die eigene Pflegetätigkeit bestehen, in vielen Einrichtungen sogar den größeren Teil der Arbeitszeit. Praxisanleitungen sind außerdem Ansprechpartner für die Pflegeschulen und oft die ersten, die merken, wenn ein Auszubildender überfordert ist oder abbrechen will.
Wie wird man Praxisanleitung?
Voraussetzung ist eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, früher Altenpflegerin, Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Kinderkrankenpflegerin, sowie in der Regel ein Jahr Berufserfahrung im entsprechenden Bereich. Darauf folgt die berufspädagogische Zusatzqualifikation mit mindestens 300 Stunden, meist berufsbegleitend über etwa ein Jahr an Bildungsträgern, Pflegeschulen oder Akademien der Träger. Der Kurs endet mit einer schriftlichen Arbeit, einer Lehrprobe und einem Kolloquium. Danach sind jährlich mindestens 24 Stunden Fortbildung verpflichtend, sonst erlischt die Berechtigung zur Anleitung. Viele Arbeitgeber übernehmen die Kursgebühren und stellen für die Präsenztage frei, weil sie Praxisanleitungen dringend brauchen.
Was der Beruf verlangt
Die größte Belastung ist der Zwiespalt zwischen Anleitung und Stationsalltag. Wer im Dienstplan als Pflegekraft eingeplant ist und nebenbei anleiten soll, kommt bei Personalengpässen regelmäßig nicht dazu. Freigestellte Stellen gibt es, sind aber nicht die Regel. Dazu kommt die körperliche Arbeit der Pflege selbst, Schicht- und Wochenenddienst, Heben und Umlagern. Anleitung verlangt Geduld mit Menschen, die Fehler machen, und die Fähigkeit, unangenehme Rückmeldungen zu geben, auch wenn man mit derselben Person am nächsten Tag im Frühdienst steht. Ein Teil der Auszubildenden bringt sprachliche Hürden mit, ein Teil kommt aus anderen Lebensläufen und braucht mehr Begleitung. Beurteilungen und Prüfungsprotokolle entstehen häufig in der Freizeit oder zwischen zwei Übergaben.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird es bleiben. Ohne ausreichend Praxisanleitungen dürfen Einrichtungen nicht ausbilden, und ausbilden müssen sie, um den eigenen Personalbedarf zu decken. Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Dienste suchen dauerhaft. Die Zusatzqualifikation ist der übliche erste Schritt aus der reinen Pflege heraus und wird in vielen Häusern mit einer Funktionszulage vergütet. Von dort führen Wege in die Praxisanleitung mit vollständiger Freistellung, in die Position der zentralen Ausbildungskoordination, in die Wohnbereichs- oder Stationsleitung nach entsprechender Weiterbildung oder über ein Studium der Pflegepädagogik in den Unterricht an Pflegeschulen.
Aufgaben
- Auszubildende bei pflegerischen Tätigkeiten anleiten und beobachten
- geplante Anleitungssituationen vorbereiten und nachbesprechen
- Lernziele mit dem betrieblichen Ausbildungsplan abstimmen
- Zwischen- und Abschlussbeurteilungen schreiben
- als Fachprüfung an praktischen Examensprüfungen mitwirken
- Kontakt zur Pflegeschule und zur Ausbildungskoordination halten
- eigene Pflegetätigkeit in Schicht und Bereich weiterführen
- neue Mitarbeitende und Praktikanten einarbeiten
Voraussetzungen
- abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung mit staatlicher Anerkennung
- in der Regel mindestens ein Jahr Berufserfahrung
- berufspädagogische Weiterbildung von mindestens 300 Stunden
- jährlich 24 Stunden verpflichtende Fortbildung
- Geduld, Beobachtungsgabe und die Fähigkeit zu klarer Rückmeldung
- körperliche Belastbarkeit und Bereitschaft zu Schichtdienst
Wo man arbeitet
- Krankenhäuser und Kliniken
- stationäre Pflegeeinrichtungen
- ambulante Pflegedienste
- Rehabilitationskliniken
- Einrichtungen der Behindertenhilfe
- Pflegeschulen und Bildungszentren der Träger
Der Weg in den Beruf
Zuerst die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann, die mit einem Staatsexamen endet. Nach etwa einem Jahr Berufserfahrung folgt die berufsbegleitende Weiterbildung zur Praxisanleitung mit mindestens 300 Stunden, die in der Regel ein Jahr dauert und mit Lehrprobe und Abschlussgespräch endet.
Offene Stellen als Pflegefachkraft / Altenpfleger Praxisanleitung
In der Suche fortsetzenPflegefachkraft / Altenpfleger Praxisanleitung (m/w/d)
Pflegefachkraft / Altenpfleger Praxisanleitung (m/w/d)
Pflegefachkraft / Altenpfleger Praxisanleitung (m/w/d)
Pflegefachkraft / Altenpfleger Praxisanleitung (m/w/d)
Pflegefachkraft / Altenpfleger Praxisanleitung (m/w/d)
Pflegefachkraft / Altenpfleger Praxisanleitung (m/w/d)
Pflegefachkraft / Altenpfleger Praxisanleitung (m/w/d)
Verwandte Berufe
Pflegepädagoge
Pflegepädagogen unterrichten angehende Pflegefachkräfte an Pflegeschulen und begleiten sie in der praktischen Ausbildung. Sie planen Unterricht, nehmen Prüfungen ab und vermitteln zwischen Schule und Ausbildungsbetrieb.
- Offene Stellen
- 5
- Monatsbrutto
- 3.600 – 6.600 €
Stationsleitung
Die Stationsleitung führt das Pflegeteam einer Krankenhausstation oder eines Pflegebereichs, organisiert Dienstpläne und Abläufe und trägt Verantwortung für die Pflegequalität. Sie arbeitet zwischen Geschäftsführung, Ärzteschaft und Pflegeteam.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 3.800 – 6.600 €
Wohnbereichsleitung
Wohnbereichsleitungen führen einen Pflegebereich im Alten- oder Pflegeheim mit meist 20 bis 40 Bewohnern. Sie planen Dienste, verantworten die Pflegequalität und leiten ein Team aus Pflegefach- und Pflegehilfskräften.
- Offene Stellen
- 114
- Monatsbrutto
- 3.400 – 5.500 €
Passend dazu im Ratgeber
- Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht, Angebot, Wunsch Vorsorge ist keine Eignungsprüfung und kein Test, den man bestehen muss. Welche drei Arten...
- Bildschirmarbeitsplatz einrichten: die Reihenfolge Ein Bildschirmarbeitsplatz wird von unten nach oben eingerichtet: erst der Stuhl, dann der...
- Quereinstieg: wie ein Wechsel in einen anderen Beruf gelingt Ein Berufswechsel scheitert selten an der Fähigkeit und oft an der Darstellung. Welche Weg...