Was macht ein Pflegeprozessmanager?
Pflegeprozessmanager sorgen dafür, dass Pflege planbar, nachvollziehbar und überprüfbar bleibt. Sie erheben bei neuen Bewohnern oder Patienten die Pflegeanamnese, formulieren Pflegediagnosen, legen Maßnahmen und Ziele fest und prüfen in festen Abständen, ob diese Ziele erreicht wurden. Dazu gehören Risikoeinschätzungen zu Sturz, Dekubitus, Mangelernährung und Schmerz, das Führen der Pflegedokumentation nach dem Strukturmodell (SIS) und die Einarbeitung der Kollegen in die Dokumentationssoftware.
Ein zweiter Teil der Arbeit ist Kontrolle und Beratung. Pflegeprozessmanager sichten Dokumentationen auf Lücken, begleiten Prüfungen des Medizinischen Dienstes und der Heimaufsicht, bereiten Fallbesprechungen vor und schulen Teams zu Expertenstandards. Viele arbeiten zusätzlich in der Pflege am Bett mit, weil die Stellen selten voll freigestellt sind – gerade in kleineren Häusern ist der Anteil direkter Pflege hoch.
Wie wird man Pflegeprozessmanager?
Grundlage ist immer eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, früher Gesundheits- und Krankenpflege oder Altenpflege. Darauf folgt Berufserfahrung, üblicherweise mindestens zwei Jahre, und eine Weiterbildung zum Pflegeprozessmanager oder zur Pflegefachkraft für Pflegeprozesssteuerung. Diese Kurse dauern je nach Anbieter zwischen 80 und 400 Stunden und laufen berufsbegleitend an Bildungswerken der Wohlfahrtsverbände, an Pflegeakademien oder bei privaten Anbietern. Wer weiterkommen will, kombiniert das mit einer Weiterbildung im Qualitätsmanagement, als Praxisanleiter oder mit einem Studium in Pflegewissenschaft oder Pflegemanagement. Ein Quereinstieg ohne pflegerische Ausbildung ist nicht möglich, weil die Verantwortung für den Pflegeprozess an die Berufszulassung gebunden ist.
Was der Beruf verlangt
Die Tätigkeit ist weniger körperlich belastend als reine Bettpflege, dafür geistig anstrengend und häufig konfliktbehaftet. Pflegeprozessmanager müssen Kollegen auf unvollständige Dokumentation hinweisen, ohne die Zusammenarbeit zu beschädigen – und stoßen dabei regelmäßig auf den Vorwurf, sie produzierten nur Papier. Sie brauchen Genauigkeit, sichere Kenntnis der Expertenstandards und Sozialgesetzgebung sowie Geduld mit Software, die selten reibungslos funktioniert.
Die Arbeitszeiten sind oft besser als im Schichtdienst, meist im Tagdienst von Montag bis Freitag. Wo die Stelle nur teilweise freigestellt ist, kommen jedoch Wochenend- und Feiertagsdienste in der Pflege hinzu. Personalmangel führt dazu, dass Managementaufgaben liegenbleiben, wenn Ausfälle im Team gedeckt werden müssen. Dokumentationsdruck und Prüfungstermine erzeugen Phasen mit hoher Belastung.
Aussichten
Der Bedarf ist stabil und wächst. Pflegeeinrichtungen stehen unter Nachweispflicht gegenüber Kostenträgern und Aufsichtsbehörden, und die Ergebnisindikatoren in der Qualitätsprüfung verlangen belastbare Daten. Wer Pflegeprozesse sauber steuern kann, ist für Träger schwer ersetzbar.
Entwicklungswege führen in die Qualitätsbeauftragung, in die Wohnbereichs- oder Pflegedienstleitung, in die Praxisanleitung oder – mit Studium – in Stabsstellen bei Trägern und Verbänden. Auch Beratung, Auditierung und Schulungstätigkeit für Softwareanbieter sind möglich. Die Bezahlung liegt meist nur leicht über der einer Pflegefachkraft im Schichtdienst, weil Zulagen für Nacht- und Wochenendarbeit entfallen.