Patentanwaltsfachangestellte
Patentanwaltsfachangestellte organisieren die Verfahren zum Schutz von Erfindungen, Marken und Designs: Sie reichen Anmeldungen bei den Patentämtern ein, überwachen Fristen und Gebühren und führen die Korrespondenz mit Mandanten und Behörden im In- und Ausland.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Patentanwaltsfachangestellte verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.700 € | 4.300 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 4.500 € | 5.500 € | 54.000 € |
Einen Tarifvertrag gibt es in diesem Beruf nicht, die Gehälter werden frei verhandelt. Entscheidend sind Kanzleigröße und Standort - große internationale Kanzleien in München, Düsseldorf oder Hamburg und die IP-Abteilungen der Industrie zahlen deutlich mehr als kleine Kanzleien in der Provinz; Erfahrung mit europäischen und PCT-Verfahren erhöht den Marktwert spürbar.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Patentanwaltsfachangestellte?
Patentanwaltsfachangestellte arbeiten in Patentanwaltskanzleien oder in den Patentabteilungen großer Unternehmen. Ihr Arbeitsgegenstand sind gewerbliche Schutzrechte: Patente, Gebrauchsmuster, Marken und Designs. Sie erstellen Anmeldeunterlagen, reichen diese elektronisch beim Deutschen Patent- und Markenamt, beim Europäischen Patentamt oder über die WIPO ein und legen die Akte an. Zentral ist die Frist- und Terminüberwachung: In Schutzrechtsverfahren laufen zahlreiche Fristen parallel, viele sind nicht verlängerbar, und eine versäumte Frist kann ein Schutzrecht endgültig kosten. Dazu kommt die Verwaltung der Jahresgebühren, die über die gesamte Laufzeit eines Patents fällig werden, sowie die Kostenrechnung gegenüber Mandanten.
Ein großer Teil der Arbeit ist Korrespondenz, häufig auf Englisch, weil Anmeldungen international eingereicht und über ausländische Kollegen weiterverfolgt werden. Recherchen in Patent- und Markenregistern, das Zusammenstellen von Prioritätsunterlagen und Übersetzungen sowie das Vorbereiten von Schriftsätzen für den Patentanwalt gehören ebenfalls dazu.
Wie wird man Patentanwaltsfachangestellte?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Patentanwaltsfachangestellten. Ausbildungsbetriebe sind Patentanwaltskanzleien; der theoretische Teil findet in Blockunterricht an wenigen spezialisierten Berufsschulen statt, weshalb Auszubildende zeitweise auswärts untergebracht sind. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, tatsächlich stellen die Kanzleien meist Bewerber mit Fachhochschulreife oder Abitur ein, weil solide Englischkenntnisse und Textsicherheit erwartet werden.
Der Quereinstieg ist möglich und nicht selten: Rechtsanwaltsfachangestellte, Fremdsprachenkorrespondenten oder Kaufleute für Büromanagement werden eingearbeitet, wenn sie sorgfältig arbeiten und Englisch beherrschen. Die Fristenlehre und das Verfahrensrecht lernt man dabei in der Praxis, was mehrere Monate bis Jahre dauert.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist Bürotätigkeit am Bildschirm, körperlich unbelastend, aber geistig anspruchsvoll und fehlerintolerant. Wer Formalien als lästig empfindet, wird hier nicht glücklich: Es geht um Aktenzeichen, Gebührensätze, Sprachfassungen und Stichtage, und jede Unaufmerksamkeit hat Folgen für den Mandanten. Vor Fristläufen und bei großen Anmeldeprojekten wird es zeitweise hektisch, Überstunden kommen vor, Schicht- oder Wochenendarbeit in der Regel nicht. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, Teilzeit ist in vielen Kanzleien möglich.
Belastend finden manche die Enge des Feldes: Die Materie ist speziell, die Zahl der Arbeitgeber überschaubar und häufig auf wenige Städte wie München, Düsseldorf, Hamburg oder Berlin konzentriert. Wer umzieht, findet nicht überall eine passende Stelle.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und übersteigt seit Jahren das Angebot, weil nur wenige hundert Personen jährlich ausgebildet werden. Fachkräfte mit Erfahrung in der Fristenüberwachung und in europäischen Verfahren werden von Kanzleien aktiv umworben. Entwicklungswege führen über Spezialisierung auf Markenverfahren, europäische Patentverfahren oder das Gebührenmanagement, über die Fortbildung zur Patentanwalts-Fachwirtin oder in die Büroleitung einer Kanzlei. Auch der Wechsel in die IP-Abteilung eines Industrieunternehmens ist verbreitet und meist mit besseren Arbeitsbedingungen verbunden.
Aufgaben
- Anmeldungen für Patente, Marken, Gebrauchsmuster und Designs vorbereiten und elektronisch einreichen
- Fristen und Termine in Erteilungs-, Einspruchs- und Widerspruchsverfahren überwachen
- Amts- und Jahresgebühren berechnen, zahlen und deren Eingang kontrollieren
- Korrespondenz mit Mandanten, Patentämtern und ausländischen Kollegen führen, häufig auf Englisch
- Recherchen in Patent- und Markenregistern durchführen
- Akten anlegen, führen und den Schutzrechtsbestand von Mandanten verwalten
- Schriftsätze und Übersetzungsunterlagen für die Patentanwälte vorbereiten
- Honorarrechnungen erstellen und Kostenvorschüsse abrechnen
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung zur Patentanwaltsfachangestellten oder eine vergleichbare kaufmännische bzw. rechtsnahe Ausbildung
- gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift, weitere Fremdsprachen von Vorteil
- hohe Sorgfalt und Zuverlässigkeit im Umgang mit Fristen
- sicheres Deutsch in Rechtschreibung und Ausdruck
- routinierter Umgang mit Office-Programmen und kanzleispezifischer Verwaltungssoftware
- Verschwiegenheit, da laufend unveröffentlichte Erfindungen bearbeitet werden
Wo man arbeitet
- Patentanwaltskanzleien
- Patent- und Rechtsanwaltskanzleien mit IP-Ausrichtung
- Patent- oder IP-Abteilungen von Industrieunternehmen
- Patentabteilungen von Forschungseinrichtungen und Hochschulen
- Patentverwertungsagenturen
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Patentanwaltsfachangestellten in einer Patentanwaltskanzlei, die mit einer Prüfung vor der Patentanwaltskammer abschließt. Der Berufsschulunterricht findet in Blockform an wenigen bundesweit zuständigen Standorten statt. Ein Quereinstieg aus verwandten Büroberufen ist mit längerer Einarbeitung möglich.
Offene Stellen als Patentanwaltsfachangestellte
In der Suche fortsetzenPatentanwaltsfachangestellte (m/w/d)
Patentanwaltsfachangestellte (m/w/d)
Patentanwaltsfachangestellter (w/m/x) - befristet für 2 Jahre
Patentanwaltsfachangestellte (m/w/d)
Passend dazu im Ratgeber
- Bildschirmarbeitsplatz einrichten: die Reihenfolge Ein Bildschirmarbeitsplatz wird von unten nach oben eingerichtet: erst der Stuhl, dann der...
- Bürostuhl kaufen: woran man einen guten erkennt Ein Bürostuhl trägt acht Stunden am Tag. Welche Prüfzeichen etwas aussagen, welche fünf Ei...
- Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und die üblichen Fragen Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind vorhersehbar. Was sich vorher klären lässt...