Oberarzt Geriatrie
Oberärzte der Geriatrie leiten die medizinische Versorgung älterer, meist mehrfach erkrankter Patienten in einer Klinik oder Fachabteilung. Sie tragen fachliche Verantwortung für Diagnostik und Therapie und führen Assistenzärzte an.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Oberarzt Geriatrie verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 8.800 € | 9.800 € | 11.000 € | 117.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 9.800 € | 11.000 € | 12.500 € | 132.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 11.500 € | 13.500 € | 17.000 € | 162.000 € |
An kommunalen und Universitätskliniken gelten die Tarifverträge für Ärzte TV-Ärzte/VKA beziehungsweise TV-Ärzte/TdL, die Oberärzte in der Gruppe Ä3 vergüten; die Spanne innerhalb des Tarifs ergibt sich vor allem aus den Erfahrungsstufen. Deutlich höher liegen frei verhandelte Verträge privater Klinikkonzerne und Rehaträger sowie Positionen als leitender Oberarzt, hinzu kommen Bereitschaftsdienstentgelte und teilweise Beteiligungen an Wahlleistungen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Oberarzt der Geriatrie?
Die Geriatrie behandelt alte Menschen, die selten nur eine Erkrankung haben. Ein typischer Patient ist 84 Jahre alt, nach einem Sturz mit Schenkelhalsfraktur operiert, nimmt neun Medikamente, hat eine beginnende Demenz, eine Niereninsuffizienz und seit dem Krankenhausaufenthalt ein Delir. Der Oberarzt sortiert diese Lage: Er visitiert, entscheidet über Diagnostik, streicht Medikamente statt neue hinzuzufügen, legt Therapieziele fest und wägt ab, was einem Menschen in diesem Alter noch nützt und was ihn nur belastet.
Dazu kommt die Leitung des Teams. Oberärzte supervidieren Assistenzärzte, gegenzeichnen Entlassbriefe, führen die wöchentliche Teambesprechung mit Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Pflege und Sozialdienst und verantworten die Dokumentation der geriatrischen Komplexbehandlung, von der die Abrechnung der Abteilung abhängt. Gespräche mit Angehörigen über Vorsorgevollmachten, Ernährung über eine Sonde oder eine Verlegung ins Pflegeheim nehmen einen erheblichen Teil der Woche ein.
Wie wird man Oberarzt der Geriatrie?
Voraussetzung ist das Medizinstudium mit Approbation, danach eine Facharztweiterbildung. Der übliche Weg führt über den Facharzt für Innere Medizin und anschließend die Zusatzweiterbildung oder Schwerpunktbezeichnung Geriatrie, in einigen Ländern auch als eigener Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie. Auch Fachärzte für Neurologie, Allgemeinmedizin oder Physikalische und Rehabilitative Medizin können die Zusatzweiterbildung Geriatrie erwerben. Insgesamt liegen zwischen Studienbeginn und Oberarztposition meist zwölf bis fünfzehn Jahre. Die Beförderung erfolgt nicht über eine Prüfung, sondern über Erfahrung, Verfügbarkeit einer Stelle und die Bereitschaft, Verantwortung für Organisation und Personal zu übernehmen. Wer aus der ambulanten Versorgung oder aus einer Rehaklinik kommt, kann quer in eine Akutgeriatrie wechseln, wenn die Zusatzweiterbildung vorliegt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist emotional fordernd. Viele Patienten verschlechtern sich, ein Teil stirbt auf der Station, Therapieerfolge sind kleinschrittig: dass jemand wieder allein zur Toilette kommt, ist ein gutes Ergebnis. Wer schnelle Heilungen und technische Eingriffe sucht, ist hier falsch.
Dazu kommen Rufdienste und Wochenenddienste, in kleineren Häusern auch Bereitschaft für die ganze Innere Medizin. Der Personalmangel in Pflege und Ärzteschaft trifft die Geriatrie besonders, weil das Fach unter Studierenden wenig beliebt ist. Ökonomischer Druck, Dokumentationslast und Konflikte mit Kostenträgern über die Verweildauer gehören zum Alltag. Belastbarkeit im Umgang mit fordernden Angehörigen ist unerlässlich.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wächst mit der Alterung der Bevölkerung. Akutgeriatrien, geriatrische Rehabilitationskliniken und Alterstraumazentren werden ausgebaut, geeignete Bewerber sind knapp, Stellen bleiben oft monatelang offen. Wer sich einmal eingearbeitet hat, hat eine sichere Position und gute Verhandlungsposition. Entwicklungswege führen zum leitenden Oberarzt, zur Chefarztstelle einer geriatrischen Abteilung, in die Leitung einer Rehaklinik oder in eine Tätigkeit als geriatrischer Konsiliarius. Auch Lehre, Qualitätsmanagement und Gutachtertätigkeit für den Medizinischen Dienst sind möglich.
Aufgaben
- Oberarztvisiten auf der geriatrischen Station durchführen
- Diagnostik und Therapie bei mehrfach erkrankten alten Patienten festlegen
- Medikationslisten überprüfen und Wechselwirkungen reduzieren
- Assistenzärzte anleiten, supervidieren und weiterbilden
- wöchentliche Teambesprechungen mit Therapie, Pflege und Sozialdienst leiten
- Gespräche mit Patienten und Angehörigen über Therapieziele und Versorgung nach der Entlassung führen
- geriatrische Komplexbehandlung dokumentieren und Entlassbriefe gegenzeichnen
- Rufbereitschaft und Wochenenddienste übernehmen
Voraussetzungen
- Studium der Humanmedizin mit Approbation
- Facharztanerkennung, meist Innere Medizin, alternativ Neurologie oder Allgemeinmedizin
- Zusatzweiterbildung oder Schwerpunktbezeichnung Geriatrie
- mehrjährige klinische Erfahrung mit älteren Patienten
- Führungs- und Kommunikationsfähigkeit im interdisziplinären Team
- Belastbarkeit im Umgang mit Sterben, Demenz und Angehörigenkonflikten
- Bereitschaft zu Diensten außerhalb der Regelarbeitszeit
Wo man arbeitet
- Akutgeriatrien an Krankenhäusern
- geriatrische Rehabilitationskliniken
- Alterstraumazentren
- Universitätskliniken mit geriatrischem Schwerpunkt
- geriatrische Tageskliniken
Der Weg in den Beruf
Nach dem sechsjährigen Medizinstudium und der Approbation folgt eine fünf- bis sechsjährige Facharztweiterbildung, üblicherweise in Innerer Medizin, danach die Zusatzweiterbildung Geriatrie von etwa 18 Monaten. Die Oberarztfunktion wird anschließend nach einigen Jahren fachärztlicher Tätigkeit im Haus übertragen, ein eigener Abschluss existiert dafür nicht.
Offene Stellen als Oberarzt Geriatrie
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Leitender Oberarzt (m/w/d) Geriatrie
Leitender Oberarzt (m/w/d) Geriatrie
Verwandte Berufe
Facharzt für Innere Medizin
Fachärzte für Innere Medizin diagnostizieren und behandeln Erkrankungen der inneren Organe, von Herz und Lunge über Magen-Darm-Trakt bis zu Stoffwechsel und Blut. Sie arbeiten in Kliniken, Praxen und Notaufnahmen und betreuen häufig ältere Menschen mit mehreren Krankheiten gleichzeitig.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 5.200 – 18.000 €
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- Offene Stellen
- 0
- Monatsbrutto
- 6.800 – 18.000 €
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