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Gesundheit & Pflege

Oberarzt Gefäßchirurgie

Oberärzte der Gefäßchirurgie operieren und behandeln Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße, führen ein Team aus Assistenzärzten und tragen die fachliche Verantwortung für einen Bereich der Klinik.

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Gehalt

Was man als Oberarzt Gefäßchirurgie verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 9.500 € 10.500 € 12.000 € 126.000 €
Mit Berufserfahrung 11.000 € 12.500 € 14.500 € 150.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 13.000 € 15.500 € 21.000 € 186.000 €

An kommunalen und universitären Häusern gilt meist der TV-Ärzte/VKA oder TV-Ärzte/TdL mit festen Oberarztstufen; Bereitschaftsdienste, Rufbereitschaft und Zulagen erhöhen das Jahreseinkommen erheblich. Private Klinikkonzerne und leitende Positionen zahlen frei verhandelt und deutlich breiter gestreut, teilweise mit Zielvereinbarungen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Oberarzt der Gefäßchirurgie?

Die Gefäßchirurgie behandelt Erkrankungen der Blutgefäße außerhalb von Herz und Gehirn: Verschlusskrankheiten der Beinarterien, Aortenaneurysmen, Carotisstenosen, Krampfadern, diabetische Fußsyndrome, Dialyseshunts und Gefäßverletzungen nach Unfällen. Ein Oberarzt in diesem Fach operiert selbst die anspruchsvollen Eingriffe – Bypassanlagen, Endarteriektomien, offene und endovaskuläre Aortenversorgungen – und assistiert oder supervidiert dort, wo Weiterbildungsassistenten am Tisch stehen.

Neben dem Operieren steht die Indikationsstellung im Zentrum. Bei Visiten, in Gefäßkonferenzen und in der Ambulanz wird entschieden, wer operiert wird, wer interventionell versorgt wird und wer konservativ behandelt bleibt. Dazu kommen Duplexsonographien, die Befundung von Angiographien und CT-Angiographien, Aufklärungsgespräche, Amputationsentscheidungen und die Abstimmung mit Diabetologie, Nephrologie, Radiologie und Kardiologie. Ein erheblicher Teil des Tages besteht aus Organisation: OP-Plan, Dienstplan, Anleitung der Assistenzärzte, Freigaben, Arztbriefe, Kodierung.

Wie wird man Oberarzt der Gefäßchirurgie?

Am Anfang steht das Medizinstudium mit etwa sechs Jahren und drei Staatsexamina, danach die Approbation. Es folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Gefäßchirurgie, die nach den Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern sechs Jahre dauert und Anteile in der allgemeinen Chirurgie, definierte Operationszahlen und den Erwerb endovaskulärer Techniken umfasst. Nach der Facharztprüfung arbeiten die meisten noch einige Jahre als Facharzt, bevor eine Oberarztstelle erreichbar ist – Zeit, die für eigene Schwerpunkte genutzt wird, etwa Aortenchirurgie, endovaskuläre Verfahren oder Shuntchirurgie. Eine Promotion ist an Universitätskliniken faktisch Voraussetzung, an Häusern der Grund- und Regelversorgung nicht zwingend. Ein Quereinstieg existiert nicht; wer aus einem anderen chirurgischen Fach kommt, muss Weiterbildungszeiten anrechnen lassen und die Facharztprüfung ablegen.

Was der Beruf verlangt

Gefäßchirurgie ist ein Notfallfach. Rupturierte Aneurysmen, akute Beinischämien und Blutungen kommen nachts und am Wochenende, und der Oberarzt ist derjenige, der gerufen wird. Rufdienste, Bereitschaftsdienste und lange OP-Tage prägen die Woche; Arbeitszeiten deutlich über der vertraglichen Stundenzahl sind an vielen Häusern Normalität, ebenso Dokumentationsdruck und Personalengpässe im Pflegebereich, die OP-Programme kippen lassen. Körperlich fordern Stehzeiten im Operationssaal, Strahlenbelastung bei endovaskulären Eingriffen und das Tragen von Bleischürzen. Psychisch belastend sind Amputationen, multimorbide alte Patienten mit schlechter Prognose und Komplikationen, für die man persönlich haftet. Wer keine Freude an Führung und Konflikten hat, wird die Rolle als Zumutung erleben.

Aussichten

Gefäßchirurgen werden gesucht. Die Zahl arterieller Erkrankungen steigt mit einer alternden Bevölkerung und der Verbreitung von Diabetes, gleichzeitig entscheiden sich wenige Nachwuchsärzte für das Fach. Oberarztstellen sind daher gut zugänglich, insbesondere abseits der Großstädte. Entwicklungswege führen zum leitenden Oberarzt, zur Sektionsleitung, zur Chefarztposition oder in eine Zertifizierung als Gefäßzentrum mitverantwortende Rolle. Wer stark interventionell arbeitet, kann sich in Richtung endovaskulärer Spezialisierung entwickeln; andere gehen in die ambulante Versorgung, in ein medizinisches Versorgungszentrum oder in eine eigene gefäßchirurgische Praxis mit ambulanten Operationen.

Aufgaben

  • anspruchsvolle offene und endovaskuläre Gefäßeingriffe durchführen
  • Operationsindikationen stellen und in der Gefäßkonferenz vertreten
  • Duplexsonographien durchführen und Angiographiebefunde bewerten
  • Assistenzärzte am Operationstisch anleiten und weiterbilden
  • Visiten leiten und Therapieentscheidungen bei Komplikationen treffen
  • Sprechstunden und prästationäre Aufklärung übernehmen
  • Rufbereitschaft und Notfallversorgung bei akuter Ischämie oder Aortenruptur
  • OP-Programm, Dienstpläne und Dokumentation mitverantworten

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Medizinstudium und deutsche Approbation
  • Facharztanerkennung für Gefäßchirurgie
  • mehrjährige operative Erfahrung, nachgewiesen über Eingriffszahlen
  • Kenntnisse in endovaskulären Techniken und Gefäßultraschall
  • Fachkunde Strahlenschutz
  • Belastbarkeit für lange OP-Tage, Nachtdienste und Rufbereitschaft
  • Führungsbereitschaft und Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck

Wo man arbeitet

  • Kliniken für Gefäßchirurgie an Krankenhäusern der Regel- und Schwerpunktversorgung
  • Universitätskliniken
  • zertifizierte Gefäßzentren
  • Fachkliniken mit gefäßmedizinischem Schwerpunkt
  • medizinische Versorgungszentren mit ambulanten Operationen

Der Weg in den Beruf

Nach dem sechsjährigen Medizinstudium und der Approbation folgt die sechsjährige Weiterbildung zum Facharzt für Gefäßchirurgie mit vorgeschriebenen Eingriffszahlen. Die Oberarztfunktion wird üblicherweise nach weiteren drei bis fünf Jahren als Facharzt übertragen, häufig verbunden mit einem operativen Schwerpunkt.

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