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Vertrieb & Kundenservice

Mitarbeiter/Verkäufer für die Bedientheke

Mitarbeiter an der Bedientheke verkaufen Fleisch, Wurst, Käse, Fisch oder Feinkost im Direktkontakt mit Kunden, schneiden und portionieren die Ware und halten die Theke frisch und hygienisch sauber.

90 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Mitarbeiter/Verkäufer für die Bedientheke verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.350 € 2.600 € 28.200 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.700 € 3.000 € 32.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.800 € 3.100 € 3.700 € 37.200 €

Entscheidend ist, ob der Betrieb den Tarifvertrag des Einzelhandels des jeweiligen Bundeslandes anwendet oder nach dem Tarifvertrag für das Fleischerhandwerk zahlt; tariffreie Betriebe liegen häufig am unteren Rand. Eine abgeschlossene Ausbildung, Thekenverantwortung sowie Zuschläge für Spätdienst und Samstagsarbeit heben das Monatsbrutto deutlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Mitarbeiter an der Bedientheke?

An der Bedientheke im Supermarkt, im Fachgeschäft oder im Kaufhaus wird Ware nicht aus dem Regal genommen, sondern auf Wunsch abgewogen, geschnitten und eingepackt. Der Arbeitstag beginnt meist früh: Ware aus dem Kühlhaus holen, Frische und Haltbarkeitsdaten prüfen, die Auslage aufbauen, Preisschilder und Kennzeichnungen setzen. Danach steht der Kundenkontakt im Mittelpunkt. Kunden fragen nach 200 Gramm Aufschnitt, nach einem Stück Käse zum passenden Wein, nach Rat für den Braten am Sonntag. Wer an der Theke arbeitet, muss die Ware kennen, Mengen einschätzen und in wenigen Sätzen erklären können, wodurch sich zwei Salami-Sorten unterscheiden.

Dazu kommt die Handarbeit: Aufschnittmaschine bedienen, Käse am Stück teilen, Fleisch portionieren, Salate abfüllen, Fisch auf Eis legen. Am Ende des Tages werden Reste beurteilt, Ware umgelagert oder abgeschrieben, Maschinen zerlegt und gereinigt, Temperaturen dokumentiert. Hygienevorschriften und Rückverfolgbarkeit bestimmen viele Abläufe.

Wie wird man Mitarbeiter an der Bedientheke?

Es gibt keinen Ausbildungsberuf mit diesem Namen. Viele Betriebe stellen an der Theke an- und ungelernte Kräfte ein und schulen sie im Betrieb, oft innerhalb weniger Wochen. Eine solide Grundlage bilden die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Kaufmann im Einzelhandel, für Fleisch und Wurst die Ausbildung zum Fleischer oder zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Fleischerei. Für Käse- und Feinkosttheken bieten Handelsketten und Verbände eigene Lehrgänge an. Pflicht ist in jedem Fall eine Erstbelehrung nach dem Infektionsschutzgesetz sowie regelmäßige Hygieneschulungen.

Der Quereinstieg ist einer der leichtesten im Handel. Wer aus Gastronomie, Küche oder Pflege kommt, findet oft schnell eine Stelle, weil Belastbarkeit und Kundenumgang bereits vorhanden sind.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet stehend statt, meist auf harten Böden, sechs bis acht Stunden am Stück. Die Theke ist kühl, die Hände sind viel im Nassen, die Zugluft zwischen Kühlraum und Verkaufsfläche belastet. Schnittwunden an Messern und Maschinen kommen vor, Rückenbeschwerden durch das Heben von Kisten und Fleischstücken ebenso. Wer Fisch oder Fleisch verkauft, muss den Geruch aushalten. Die Arbeitszeiten liegen in Früh- und Spätschichten, samstags gehört dazu, in vielen Betrieben beginnt der Frühdienst vor sechs Uhr.

Hinzu kommt der Druck an der Kasse der Theke: In den Spitzenzeiten stehen zehn Leute an, jeder will beraten werden, und gleichzeitig soll die Auslage voll bleiben. Freundlich zu bleiben, wenn Kunden ungeduldig werden oder Ware reklamieren, ist der anspruchsvollste Teil der Aufgabe. Personalmangel führt in vielen Filialen dazu, dass Theken zeitweise unterbesetzt sind.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil, weil viele Ketten ihre Bedientheken als Unterscheidungsmerkmal gegenüber Discountern halten. Gleichzeitig schließen einzelne Märkte Theken, wenn sich kein Personal findet oder die Fläche nicht rentiert. Wer bleibt, kann sich zur Thekenverantwortlichen, zur Abteilungsleitung Frische oder in Richtung Marktleitung entwickeln; dafür ist meist eine abgeschlossene Ausbildung nötig. Spezialisierung auf Käse, Wein oder Fisch als Fachberater erhöht die Chancen im Fachhandel deutlich.

Aufgaben

  • Ware abwägen, schneiden, portionieren und verpacken
  • Kunden zu Herkunft, Zubereitung und Menge beraten
  • Auslage aufbauen, dekorieren und über den Tag frisch halten
  • Frische, Temperaturen und Mindesthaltbarkeitsdaten kontrollieren
  • Aufschnitt- und Schneidemaschinen bedienen, zerlegen und reinigen
  • Hygienevorgaben und HACCP-Dokumentation einhalten
  • Bestellungen aufnehmen und Warenbestand melden
  • Kasse an der Theke bedienen oder Bons ausstellen

Voraussetzungen

  • kein bestimmter Schulabschluss zwingend, Hauptschulabschluss üblich
  • Erstbelehrung nach Infektionsschutzgesetz und Hygieneschulung
  • Bereitschaft zu Früh- und Spätschichten sowie Samstagsarbeit
  • körperliche Belastbarkeit: langes Stehen, Kühle, Heben von Kisten
  • freundliches Auftreten und Geduld auch bei Warteschlangen
  • Sorgfalt beim Umgang mit Messern und Maschinen
  • gute Deutschkenntnisse für die Beratung

Wo man arbeitet

  • Supermärkte und Verbrauchermärkte
  • Metzgereien und Fleischereifilialen
  • Käse-, Fisch- und Feinkostfachgeschäfte
  • Kaufhäuser mit Lebensmittelabteilung
  • Markthallen und Wochenmarktstände

Der Weg in den Beruf

Der Einstieg gelingt häufig ohne formale Ausbildung mit betrieblicher Einarbeitung von einigen Wochen. Wer den Beruf langfristig ausüben will, absolviert die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer, die dreijährige zum Kaufmann im Einzelhandel oder die dreijährige Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Fleischerei beziehungsweise Bäckerei. Alle drei enden mit einem IHK- oder Kammerabschluss.

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