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Gesundheit & Pflege

Mitarbeiter Sozialdienst Betreutes Wohnen und Pflegewohnen

Mitarbeiter im Sozialdienst begleiten Bewohnerinnen und Bewohner von Betreutem Wohnen und Pflegewohnen bei Einzug, Alltagsfragen und persönlichen Krisen. Sie beraten Angehörige, organisieren Betreuungsangebote und vermitteln zwischen Bewohnern, Pflegeteam und Behörden.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Mitarbeiter Sozialdienst Betreutes Wohnen und Pflegewohnen verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.700 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 3.850 € 4.400 € 46.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.400 € 5.100 € 52.800 €

Entscheidend ist der Träger: Häuser im öffentlichen Dienst zahlen nach TVöD Sozial- und Erziehungsdienst, kirchliche nach AVR Caritas oder AVR Diakonie, beide meist deutlich über privaten Betreibern ohne Tarifbindung. Ob die Stelle als Sozialarbeiterstelle oder als Betreuungsstelle mit Pflegehintergrund eingruppiert wird, verschiebt das Gehalt um mehrere hundert Euro.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Mitarbeiter im Sozialdienst?

Der Sozialdienst ist die Anlaufstelle für alles, was über die Pflege am Bett hinausgeht. Vor dem Einzug führt er Beratungsgespräche mit Interessenten und Angehörigen, besichtigt gemeinsam das Zimmer, klärt Kosten, Heimvertrag und die Frage, welche Betreuungsform überhaupt passt: Betreutes Wohnen mit eigener Wohnung und Servicepauschale oder vollstationäres Pflegewohnen. Nach dem Einzug erhebt er die Biografie, plant mit dem Pflegeteam die soziale Betreuung und begleitet die schwierige erste Zeit, in der viele Bewohner um ihre alte Wohnung und ihre Selbstständigkeit trauern.

Im Alltag kommt vieles zusammen: Anträge auf Pflegegrad, Höherstufungen, Hilfe zur Pflege beim Sozialamt, Widersprüche gegen Ablehnungen, Kontakt zu gesetzlichen Betreuern und Vormundschaftsgerichten. Dazu die Konflikte im Haus, wenn zwei Bewohner sich nicht vertragen, wenn Angehörige mit der Pflege unzufrieden sind oder wenn eine demenzielle Veränderung eine Verlegung nötig macht. Der Sozialdienst organisiert Gruppenangebote, Feste und Ausflüge, koordiniert Ehrenamtliche und begleitet Sterbende und deren Familien.

Wie wird man Mitarbeiter im Sozialdienst?

Der häufigste Weg ist ein Studium der Sozialen Arbeit oder Sozialpädagogik, in der Regel als Bachelor an einer Hochschule, teils mit staatlicher Anerkennung. Viele Träger stellen auch examinierte Pflegefachkräfte oder Altenpfleger ein, die eine Weiterbildung zur Leitung sozialer Betreuung, zur Gerontofachkraft oder zum Pflegeberater absolviert haben. In manchen Häusern arbeiten Heilerziehungspfleger oder Ergotherapeuten im Sozialdienst. Ein Quereinstieg ohne fachliche Qualifikation ist selten möglich, weil Beratung zu Sozialleistungen und Heimrecht Fachwissen verlangt. Kenntnisse in SGB XI, SGB XII und im Betreuungsrecht werden erwartet oder müssen zügig erworben werden.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten liegen meist im Tagdienst von Montag bis Freitag, mit Wochenenddiensten bei Festen und Veranstaltungen. Das ist der angenehmere Teil. Belastend ist die Nähe zu Verlust und Tod: Menschen, die man über Jahre begleitet hat, sterben, und für Trauer bleibt zwischen den Terminen wenig Raum. Dazu kommen Aggressionen bei Demenz, wütende Angehörige, Erwartungen, die mit der Personaldecke nicht zu erfüllen sind. Häufig ist der Sozialdienst mit einer halben oder ganzen Stelle für achtzig bis hundertzwanzig Bewohner zuständig und muss ständig priorisieren. Wer klare Aufgabengrenzen braucht, tut sich schwer, denn der Sozialdienst ist im Haus oft der Ansprechpartner für alles, was nirgendwo sonst hingehört. Verlässliche Dokumentation und Belastbarkeit in Gesprächen sind unverzichtbar.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und wächst mit der Zahl der Pflegeplätze und Wohnanlagen. Pflegeeinrichtungen sind zur sozialen Betreuung verpflichtet, weshalb Stellen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten selten wegfallen. Entwicklungswege führen in die Leitung der sozialen Betreuung, in das Qualitätsmanagement, in die Pflegeberatung nach Paragraf 7a SGB XI, in die Einrichtungsleitung mit entsprechender Zusatzqualifikation oder in Beratungsstellen und Pflegestützpunkte der Kommunen. Wer sich in Palliativbegleitung, Demenz oder Case Management weiterbildet, verbessert seine Position deutlich.

Aufgaben

  • Beratungs- und Aufnahmegespräche mit Interessenten und Angehörigen führen
  • Einzug organisieren, Heimvertrag erläutern und Biografie erheben
  • Anträge auf Pflegegrad, Hilfe zur Pflege und Leistungen der Krankenkasse begleiten
  • bei Konflikten zwischen Bewohnern, Angehörigen und Pflegeteam vermitteln
  • Gruppenangebote, Feste, Ausflüge und Gottesdienste planen
  • Ehrenamtliche und Betreuungskräfte anleiten und koordinieren
  • Sterbende und ihre Familien begleiten, Abschiedsrituale gestalten
  • soziale Betreuung dokumentieren und für Prüfungen des MD nachweisen

Voraussetzungen

  • Studium der Sozialen Arbeit oder Sozialpädagogik, alternativ Pflegeexamen mit einschlägiger Weiterbildung
  • Kenntnisse in SGB XI, SGB XII und Betreuungsrecht
  • Gesprächsführung mit hochaltrigen, demenziell veränderten und schwerhörigen Menschen
  • psychische Belastbarkeit im Umgang mit Sterben, Trauer und Aggression
  • organisatorische Selbstständigkeit und sichere Dokumentation am PC
  • Führerschein Klasse B ist bei ambulanten Anteilen häufig gefordert

Wo man arbeitet

  • vollstationäre Pflegeeinrichtungen
  • Anlagen des Betreuten Wohnens und Servicewohnens
  • Seniorenzentren kirchlicher und freier Träger
  • kommunale Alten- und Pflegeheime
  • Wohnstifte und Einrichtungen privater Betreiber

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein sechs- bis achtsemestriges Bachelorstudium der Sozialen Arbeit oder Sozialpädagogik mit staatlicher Anerkennung. Alternativ führt der Weg über die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Altenpfleger und eine anschließende Weiterbildung zur Leitung sozialer Betreuung oder zur Gerontofachkraft, die je nach Anbieter mehrere Monate in Teilzeit dauert.

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