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Gesundheit & Pflege

Medizinische*r Fachangestellte*r

Medizinische Fachangestellte organisieren den Praxisablauf und assistieren bei Untersuchungen und Behandlungen. Sie sind Anlaufstelle für Patienten am Empfang, nehmen Blut ab, führen EKGs durch und erledigen die Abrechnung.

14 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Medizinische*r Fachangestellte*r verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.500 € 2.800 € 30.000 €
Mit Berufserfahrung 2.600 € 2.950 € 3.300 € 35.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.000 € 3.400 € 4.000 € 40.800 €

Maßgeblich ist meist der Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte zwischen AAA und Verband medizinischer Fachberufe, der nach Tätigkeitsgruppe und Berufsjahren staffelt, aber nur für tarifgebundene Praxen gilt. In Kliniken und MVZ des öffentlichen Dienstes wird nach TVöD gezahlt, was oft günstiger ist; Zusatzqualifikationen wie NäPA, Praxismanagement oder ambulantes Operieren bringen deutliche Zuschläge.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Medizinischer Fachangestellte*r?

Medizinische Fachangestellte, früher Arzthelferinnen, halten eine Arztpraxis am Laufen. Der Tag beginnt meist mit dem Vorbereiten der Behandlungsräume und dem Sichten der Terminliste. Am Empfang nehmen sie Versichertenkarten ein, legen Akten an, koordinieren Termine und entscheiden mit, wer als Notfall dazwischengeschoben wird. Im Behandlungszimmer assistieren sie bei Untersuchungen, reichen Instrumente an, legen Verbände an, entfernen Fäden und bereiten Spritzen vor.

Ein großer Teil der Arbeit ist Labor und Diagnostik: Blut abnehmen, Proben zentrifugieren und versandfertig machen, Urinstatus bestimmen, EKG schreiben, Lungenfunktion messen, Sehtests und Hörtests durchführen. Dazu kommt die Hygiene, also Sterilisation der Instrumente und Dokumentation der Aufbereitung. Verwaltung nimmt viel Raum ein: Leistungen nach EBM oder GOÄ erfassen, Quartalsabrechnung mit der Kassenärztlichen Vereinigung vorbereiten, Befunde ablegen, Rezepte und Überweisungen ausstellen, Impfungen dokumentieren, Bestellungen aufgeben.

Je nach Fachrichtung verschiebt sich der Schwerpunkt. In der Chirurgie überwiegt die Wundversorgung, in der Radiologie die Gerätebedienung, in der Hausarztpraxis der Kontakt mit chronisch Kranken, in der Kinderarztpraxis der Umgang mit Eltern und Kleinkindern.

Wie wird man Medizinischer Fachangestellter?

Über eine duale Ausbildung von drei Jahren in Praxis und Berufsschule, abgeschlossen mit der Prüfung vor der zuständigen Ärztekammer. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss ein, Hauptschulabschluss kommt vor. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich. Quereinstieg ohne Abschluss gibt es faktisch als angelernte Praxiskraft am Empfang, allerdings schlechter bezahlt und ohne Zugang zu delegierbaren ärztlichen Leistungen. Wer aus einem Pflegeberuf kommt, kann Teile anrechnen lassen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist getaktet und wird häufig unterbrochen. Telefon, Wartezimmer und Behandlungsraum verlangen gleichzeitig Aufmerksamkeit, und die Praxis läuft selten so wie geplant. Der Umgang mit ungeduldigen, ängstlichen oder aggressiven Patienten gehört dazu, ebenso das Aushalten von Beschwerden über Wartezeiten, für die man nichts kann. Freundlichkeit muss auch in der achten Stunde noch funktionieren.

Körperlich ist der Beruf weniger belastend als die Pflege, aber Stehen, Heben beim Lagern und Dauerarbeit am Bildschirm zehren. Blut und Wunden dürfen kein Problem sein. Die Bezahlung liegt im unteren Bereich der Gesundheitsberufe und steht in keinem guten Verhältnis zur Verantwortung, das ist der häufigste Grund für Ausstiege. Positiv: In Praxen sind die Arbeitszeiten meist planbar, ohne Nachtdienst und mit wenigen Wochenenden. In Kliniken und MVZ mit Notaufnahme kann Schichtdienst dazukommen. Fehler bei Medikamenten, Dokumentation oder Hygiene haben Folgen, entsprechend genau muss gearbeitet werden.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und übersteigt das Angebot deutlich, viele Praxen suchen monatelang. Wer den Abschluss hat, findet in der Regel schnell eine Stelle und kann den Arbeitgeber wechseln. Fortbildungen erweitern das Aufgabenfeld spürbar, etwa zur Nichtärztlichen Praxisassistentin mit Hausbesuchen, zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung, in die Ambulante Operationsassistenz oder das Praxismanagement. Auch der Wechsel in Krankenhausambulanzen, zu Krankenkassen, in die medizinische Verwaltung oder in die Industrie ist möglich. Mit der Fachwirtqualifikation steht der Weg in Praxisleitung oder ein Studium offen.

Aufgaben

  • Patienten empfangen, Termine vergeben und Wartezimmer koordinieren
  • Blut abnehmen, Proben aufbereiten und Laborwerte erfassen
  • bei Untersuchungen und kleinen Eingriffen assistieren
  • Wunden versorgen, Verbände wechseln und Fäden ziehen
  • EKG, Lungenfunktion sowie Seh- und Hörtests durchführen
  • Instrumente reinigen, sterilisieren und die Aufbereitung dokumentieren
  • Leistungen nach EBM und GOÄ erfassen und Quartalsabrechnung vorbereiten
  • Impfungen, Befunde und Behandlungsverläufe dokumentieren

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten oder gleichwertige Qualifikation
  • in der Regel mittlerer Schulabschluss für den Ausbildungsplatz
  • Nachweis über Masernschutz, üblich sind zudem Hepatitis-B-Impfung
  • Sorgfalt bei Dokumentation, Hygiene und Medikamentengabe
  • Belastbarkeit bei hohem Patientenaufkommen und Unterbrechungen
  • freundliches Auftreten und Verschwiegenheit
  • kein Problem mit Blut, Wunden und Nadeln

Wo man arbeitet

  • Hausarztpraxen und Facharztpraxen
  • medizinische Versorgungszentren
  • Krankenhausambulanzen und Polikliniken
  • Betriebsärztliche Dienste und Gesundheitsämter
  • Labore und Dialysezentren
  • Krankenkassen und medizinische Verwaltung

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung in einer Arztpraxis mit begleitendem Berufsschulunterricht. Sie endet mit der Abschlussprüfung vor der Ärztekammer und dem Titel Medizinische*r Fachangestellte*r. Bei guten Leistungen oder Vorbildung ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich.

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