Was macht ein Medientechnologe?
Medientechnologen stellen gedruckte Produkte her: Zeitungen, Verpackungen, Kataloge, Etiketten, Werbebeilagen, bedruckte Textilien oder Displays. Der Beruf gliedert sich in drei Fachrichtungen. Medientechnologen Druck bedienen Offset-, Flexo- oder Digitaldruckmaschinen, spannen Druckplatten ein, stellen Farbe, Feuchtmittel und Passer ein und fahren die Maschine an, bis der Andruck der Vorlage entspricht. Medientechnologen Druckverarbeitung arbeiten an Falz-, Schneide-, Klebebinde- und Sammelheftanlagen und bringen den bedruckten Bogen in seine endgültige Form. Medientechnologen Siebdruck bedrucken auch unebene und ungewöhnliche Materialien wie Glas, Kunststoff, Metall oder Stoff.
Ein großer Teil der Arbeitszeit geht für Einrichten, Prüfen und Rüsten drauf. Während des Fortdrucks werden regelmäßig Bogen gezogen und kontrolliert: Farbdichte mit dem Spektralfotometer, Passer mit der Lupe, Register, Falzgenauigkeit. Abweichungen werden während des Laufs korrigiert. Dazu kommen Wartung, Reinigung der Farbwerke, Walzenwechsel und die Dokumentation von Auflage, Makulatur und Störungen.
Wie wird man Medientechnologe?
Über eine dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, meist in Blockform an einer der wenigen spezialisierten Fachschulen. Die Fachrichtung wird im Laufe der Ausbildung festgelegt. Betriebe erwarten in der Regel einen mittleren Schulabschluss; wichtiger als Noten sind technisches Verständnis, ein sicheres Farbsehen und die Bereitschaft, sich in komplexe Maschinensteuerungen einzuarbeiten. Der Abschluss erfolgt vor der Industrie- und Handelskammer. Quereinstieg kommt vor, etwa aus anderen Produktionsberufen, führt aber meist über Anlernstellen und ohne Facharbeiterabschluss zu geringerer Bezahlung.
Was der Beruf verlangt
Druckereien produzieren im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, bei Zeitungen fast immer nachts. Wer feste Abende braucht, findet in der Branche selten einen Platz. Die Arbeit findet stehend statt, es wird gehoben und gezogen, Papierstapel und Farbeimer sind schwer. In den Hallen ist es laut, Gehörschutz ist Pflicht, und der Umgang mit Lösemitteln, Reinigern und Farben erfordert Sorgfalt und Schutzausrüstung. Termindruck ist normal: Auflagen haben feste Anlieferzeiten, ein Maschinenstillstand kostet sofort Geld. Fehler fallen erst nach tausenden Bogen auf und sind dann teuer, deshalb wird Genauigkeit erwartet, auch am Ende einer Nachtschicht.
Aussichten
Die Druckindustrie schrumpft seit Jahren, besonders im Akzidenz- und Zeitungsdruck. Standorte werden zusammengelegt, Ausbildungsplätze sind weniger geworden. Gleichzeitig sind ausgebildete Fachkräfte knapp, weil viele Betriebe kaum Nachwuchs finden und ganze Belegschaften in Rente gehen. Stabil bis wachsend sind Verpackungs-, Etiketten- und Digitaldruck sowie der industrielle Siebdruck. Wer flexibel bleibt und moderne Maschinen und Workflow-Software beherrscht, findet Arbeit, muss aber häufiger regional beweglich sein. Weiterbildungswege führen zum Industriemeister Printmedien, zum Medienfachwirt oder über ein Studium in Druck- und Medientechnik in Planung, Qualitätssicherung oder Vertrieb.