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Handwerk & Produktion

Medientechnologe

Medientechnologen richten Druckmaschinen ein, steuern den Druckprozess und überwachen die Qualität der gedruckten Produkte. Sie arbeiten in Druckereien an Offset-, Digital- oder Siebdruckmaschinen sowie in der Druckverarbeitung.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Medientechnologe verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.800 € 3.200 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 3.900 € 4.700 € 46.800 €

Entscheidend ist, ob der Betrieb dem Tarifvertrag der Druckindustrie (bvdm/ver.di) folgt; dort liegen die Löhne deutlich über denen kleiner nicht tarifgebundener Druckereien. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen erhöhen das tatsächliche Monatseinkommen im Zeitungs- und Dreischichtbetrieb spürbar.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Medientechnologe?

Medientechnologen stellen gedruckte Produkte her: Zeitungen, Verpackungen, Kataloge, Etiketten, Werbebeilagen, bedruckte Textilien oder Displays. Der Beruf gliedert sich in drei Fachrichtungen. Medientechnologen Druck bedienen Offset-, Flexo- oder Digitaldruckmaschinen, spannen Druckplatten ein, stellen Farbe, Feuchtmittel und Passer ein und fahren die Maschine an, bis der Andruck der Vorlage entspricht. Medientechnologen Druckverarbeitung arbeiten an Falz-, Schneide-, Klebebinde- und Sammelheftanlagen und bringen den bedruckten Bogen in seine endgültige Form. Medientechnologen Siebdruck bedrucken auch unebene und ungewöhnliche Materialien wie Glas, Kunststoff, Metall oder Stoff.

Ein großer Teil der Arbeitszeit geht für Einrichten, Prüfen und Rüsten drauf. Während des Fortdrucks werden regelmäßig Bogen gezogen und kontrolliert: Farbdichte mit dem Spektralfotometer, Passer mit der Lupe, Register, Falzgenauigkeit. Abweichungen werden während des Laufs korrigiert. Dazu kommen Wartung, Reinigung der Farbwerke, Walzenwechsel und die Dokumentation von Auflage, Makulatur und Störungen.

Wie wird man Medientechnologe?

Über eine dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, meist in Blockform an einer der wenigen spezialisierten Fachschulen. Die Fachrichtung wird im Laufe der Ausbildung festgelegt. Betriebe erwarten in der Regel einen mittleren Schulabschluss; wichtiger als Noten sind technisches Verständnis, ein sicheres Farbsehen und die Bereitschaft, sich in komplexe Maschinensteuerungen einzuarbeiten. Der Abschluss erfolgt vor der Industrie- und Handelskammer. Quereinstieg kommt vor, etwa aus anderen Produktionsberufen, führt aber meist über Anlernstellen und ohne Facharbeiterabschluss zu geringerer Bezahlung.

Was der Beruf verlangt

Druckereien produzieren im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, bei Zeitungen fast immer nachts. Wer feste Abende braucht, findet in der Branche selten einen Platz. Die Arbeit findet stehend statt, es wird gehoben und gezogen, Papierstapel und Farbeimer sind schwer. In den Hallen ist es laut, Gehörschutz ist Pflicht, und der Umgang mit Lösemitteln, Reinigern und Farben erfordert Sorgfalt und Schutzausrüstung. Termindruck ist normal: Auflagen haben feste Anlieferzeiten, ein Maschinenstillstand kostet sofort Geld. Fehler fallen erst nach tausenden Bogen auf und sind dann teuer, deshalb wird Genauigkeit erwartet, auch am Ende einer Nachtschicht.

Aussichten

Die Druckindustrie schrumpft seit Jahren, besonders im Akzidenz- und Zeitungsdruck. Standorte werden zusammengelegt, Ausbildungsplätze sind weniger geworden. Gleichzeitig sind ausgebildete Fachkräfte knapp, weil viele Betriebe kaum Nachwuchs finden und ganze Belegschaften in Rente gehen. Stabil bis wachsend sind Verpackungs-, Etiketten- und Digitaldruck sowie der industrielle Siebdruck. Wer flexibel bleibt und moderne Maschinen und Workflow-Software beherrscht, findet Arbeit, muss aber häufiger regional beweglich sein. Weiterbildungswege führen zum Industriemeister Printmedien, zum Medienfachwirt oder über ein Studium in Druck- und Medientechnik in Planung, Qualitätssicherung oder Vertrieb.

Aufgaben

  • Druckmaschinen einrichten, Druckplatten einspannen und Passer justieren
  • Farbführung, Feuchtmittel und Bedruckstoffzufuhr einstellen
  • Andruck erstellen und mit Vorlage oder Proof abgleichen
  • Fortdruck überwachen, Bogen ziehen und Farbdichte messen
  • Falz-, Schneide- und Bindeanlagen bestücken und überwachen
  • Störungen beheben, Walzen und Farbwerke reinigen
  • Wartungsarbeiten durchführen und Maschinendaten dokumentieren
  • Bedruckstoffe, Farben und Verbrauchsmaterialien bereitstellen

Voraussetzungen

  • mittlerer Schulabschluss oder guter Hauptschulabschluss
  • technisches Verständnis und Interesse an Maschinensteuerungen
  • normales Farbsehen und gutes Auge für Details
  • Bereitschaft zu Schicht- und Nachtarbeit
  • körperliche Belastbarkeit, längeres Stehen und Heben von Lasten
  • keine Allergien gegen Lösemittel, Farben und Papierstaub

Wo man arbeitet

  • Offset- und Digitaldruckereien
  • Zeitungs- und Zeitschriftendruckereien
  • Verpackungs- und Etikettendruckereien
  • Siebdruckbetriebe und Textildruckereien
  • Buchbindereien und Betriebe der Druckverarbeitung
  • Druckabteilungen von Industrieunternehmen

Der Weg in den Beruf

Der Weg führt über eine dreijährige duale Ausbildung zum Medientechnologen in einer der Fachrichtungen Druck, Druckverarbeitung oder Siebdruck. Der Berufsschulunterricht findet meist als Blockunterricht an überregionalen Fachschulen statt. Abgeschlossen wird mit der Facharbeiterprüfung vor der Industrie- und Handelskammer.

Offene Stellen als Medientechnologe

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