Zum Inhalt springen
IT & Software

Mediendesign am virtuellen Campus

Mediendesignerinnen und Mediendesigner am virtuellen Campus gestalten die visuellen und interaktiven Bestandteile digitaler Lehre: Kursoberflächen, Lernvideos, Grafiken, Animationen und interaktive Übungen. Sie arbeiten an Hochschulen, in Akademien und bei Anbietern von E-Learning-Inhalten.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Mediendesign am virtuellen Campus verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 4.000 € 4.600 € 48.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 4.900 € 6.000 € 58.800 €

An Hochschulen und öffentlichen Bildungseinrichtungen gilt der TV-L oder TVöD, üblich sind Entgeltgruppen 9b bis 12 je nach Abschluss und Verantwortung; das begrenzt die Spanne nach oben, sichert aber Stufensteigerungen. In Agenturen und bei privaten E-Learning-Anbietern wird frei verhandelt, dort entscheiden Portfolio, Videokompetenz und Betriebsgröße stärker als der Abschluss.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht Mediendesign am virtuellen Campus?

Der virtuelle Campus ist die digitale Lernumgebung einer Hochschule, Akademie oder eines Weiterbildungsanbieters. Mediendesign bedeutet dort, Lehrinhalte in eine Form zu bringen, die auf Bildschirmen funktioniert. Konkret heißt das: Kursvorlagen in Moodle, Ilias oder einem anderen Lernmanagementsystem anlegen und gestalten, Vorlesungsfolien in ein einheitliches Layout überführen, Erklärvideos schneiden und mit Untertiteln versehen, Diagramme und Schaubilder zeichnen, kurze Animationen bauen, interaktive Übungen mit Werkzeugen wie H5P oder Articulate Storyline erstellen.

Ein großer Teil der Arbeit ist Abstimmung. Lehrende liefern Manuskripte, Folien und Rohaufnahmen, oft unvollständig und kurz vor Semesterbeginn. Das Mediendesign klärt, was didaktisch gemeint ist, schlägt eine Darstellungsform vor und produziert. Dazu kommen Aufgaben, die selten in Stellenanzeigen stehen: Barrierefreiheit prüfen, Alternativtexte schreiben, Kontraste messen, Bildrechte klären, Dateigrößen für schlechte Internetverbindungen optimieren.

Wie wird man Mediendesignerin am virtuellen Campus?

Es gibt keinen geschützten Ausbildungsweg. Üblich ist ein Studium in Mediendesign, Kommunikationsdesign, Medieninformatik oder Medienpädagogik, teils auch ein Bachelor in Bildungswissenschaften mit gestalterischer Zusatzqualifikation. Ebenso verbreitet ist die duale Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print oder zur Gestalterin für visuelles Marketing mit anschließender Spezialisierung.

Der Quereinstieg funktioniert, wenn ein Portfolio vorliegt. Wer aus der Grafik, dem Videoschnitt, der Webentwicklung oder aus der Lehre kommt und sich Autorenwerkzeuge und ein Lernmanagementsystem selbst erarbeitet hat, wird eingestellt. Hochschulen achten bei Bewerbungen weniger auf Titel als auf gezeigte Arbeiten und auf die Fähigkeit, mit Fachleuten anderer Disziplinen zusammenzuarbeiten.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, folgen aber dem Semesterrhythmus. Vor Semesterstart und in Prüfungsphasen stauen sich Aufträge, in den Ferien wird es ruhiger. Wer mit Deadlines schlecht umgeht, die von anderen Verzögerungen verursacht werden, hat es schwer: Das Material kommt spät, der Termin bleibt.

Belastend ist die Rolle zwischen den Bereichen. Gestaltungsvorschläge werden von Lehrenden häufig als Geschmacksfrage behandelt und überstimmt. Technische Grenzen des Lernmanagementsystems verhindern Ideen. Die Arbeit ist überwiegend sitzend am Bildschirm, mit den bekannten Folgen für Augen, Nacken und Rücken.

Ein ehrlicher Punkt: Viele Stellen an Hochschulen sind projektfinanziert und damit befristet, oft an Förderprogramme für digitale Lehre gebunden. Kettenbefristungen über mehrere Jahre sind in diesem Feld verbreitet.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und wächst langsam weiter, weil digitale Lehre nach der Pandemie an Hochschulen und in der betrieblichen Weiterbildung fest verankert ist. Entwicklungswege führen in die Leitung eines Medienzentrums oder E-Learning-Teams, in die Instructional-Design-Beratung, in die Spezialisierung auf Barrierefreiheit oder auf Videoproduktion. Wer generative Werkzeuge beherrscht und sie kritisch einordnen kann, ist gefragt, weil einfache Produktionsschritte zunehmend automatisiert werden. Die Selbstständigkeit als Auftragsproduzentin für Bildungsanbieter ist ein gängiger zweiter Weg.

Aufgaben

  • Kursräume in Lernmanagementsystemen wie Moodle oder Ilias gestalten und strukturieren
  • Lernvideos schneiden, vertonen und mit Untertiteln versehen
  • Grafiken, Schaubilder und kurze Animationen für Lehrinhalte erstellen
  • interaktive Übungen und Selbsttests mit Autorenwerkzeugen umsetzen
  • Folien, Skripte und Dokumente in ein einheitliches Layout überführen
  • Barrierefreiheit prüfen: Alternativtexte, Kontraste, Tastaturbedienbarkeit
  • Lehrende zu Gestaltung und technischen Möglichkeiten beraten
  • Bild- und Musikrechte klären und dokumentieren

Voraussetzungen

  • Studium oder Ausbildung im Bereich Mediendesign, Medieninformatik oder Mediengestaltung, alternativ belastbares Portfolio
  • sichere Beherrschung von Bild-, Video- und Layoutsoftware
  • Grundkenntnisse in HTML, CSS und mindestens einem Lernmanagementsystem
  • Verständnis für didaktische Abläufe und die Bereitschaft, fachfremde Inhalte zu durchdringen
  • Geduld und Verbindlichkeit in der Abstimmung mit Lehrenden
  • Kenntnisse zu Barrierefreiheit und Urheberrecht
  • Belastbarkeit bei Bildschirmarbeit und in Stoßzeiten zum Semesterbeginn

Wo man arbeitet

  • Hochschulen und Universitäten, meist in Medien- oder E-Learning-Zentren
  • Fern- und Privathochschulen
  • Weiterbildungsakademien und Bildungsträger
  • Anbieter von E-Learning-Inhalten und Agenturen für digitale Bildung
  • Aus- und Weiterbildungsabteilungen großer Unternehmen
  • freiberuflich im Auftrag von Bildungsanbietern

Der Weg in den Beruf

Der häufigste Weg ist ein sechs- bis siebensemestriger Bachelor in Mediendesign, Kommunikationsdesign oder Medieninformatik, oft ergänzt durch ein Volontariat oder Praktikum an einem Hochschulmedienzentrum. Alternativ führt die dreijährige duale Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print in den Beruf, mit anschließender Einarbeitung in Lernmanagementsysteme und Autorenwerkzeuge. Ein einschlägiges Portfolio ersetzt in der Praxis häufig den formalen Abschluss.

Offene Stellen als Mediendesign am virtuellen Campus

In der Suche fortsetzen

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz