Mediendesign am Campus oder virtuell
Mediendesignerinnen und Mediendesigner gestalten visuelle Kommunikation für digitale und gedruckte Medien – von Websites und Apps über Social-Media-Kampagnen bis zu Logos, Videos und Animationen. Der Weg in den Beruf führt häufig über ein Studium, das je nach Hochschule vor Ort am Campus oder vollständig virtuell absolviert werden kann.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Mediendesign am Campus oder virtuell verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.800 € | 3.300 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.700 € | 4.500 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 4.800 € | 6.500 € | 57.600 € |
Das Gehalt hängt stark von Branche und Schwerpunkt ab: UX- und Produktdesign in Industrie oder Softwareunternehmen zahlt deutlich besser als klassische Grafik in kleinen Agenturen oder Verlagen. Tarifbindung ist selten; wo sie besteht, gelten der Gehaltstarifvertrag für Druckindustrie und Zeitungsverlage oder im öffentlichen Dienst der TVöD, meist in den Entgeltgruppen 9 bis 11.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Mediendesignerin?
Mediendesign heißt: Inhalte so gestalten, dass sie verstanden werden und wirken. Der Arbeitstag besteht aus Entwürfen in Figma, Adobe XD, Photoshop, Illustrator oder InDesign, aus Abstimmungen mit Kundinnen, Redaktionen oder Entwicklungsteams und aus vielen Korrekturschleifen. Konkret entstehen dabei Bildschirmlayouts für Websites und Apps, Anzeigenmotive, Broschüren, Messegrafiken, Bewegtbild für Social Media, Icons, Typografiesysteme und komplette Corporate Designs mit Farbpaletten, Schriftregeln und Vorlagen.
Ein großer Teil der Arbeit ist nicht Gestaltung, sondern Klärung: Was soll die Zielgruppe tun, was muss rechtlich draufstehen, welche Bildrechte liegen vor, wie sieht das Ganze auf einem kleinen Display aus. Wer in einer Agentur arbeitet, jongliert mehrere Projekte gleichzeitig und dokumentiert Stunden. Wer im Unternehmen sitzt, betreut meist eine Marke über Jahre und pflegt Vorlagen, Bilddatenbanken und Design-Systeme.
Wie wird man Mediendesignerin?
Der häufigste Weg ist ein Bachelorstudium in Mediendesign, Kommunikationsdesign oder Digital Design an einer Hochschule oder Fachhochschule. Viele Hochschulen bieten diese Studiengänge inzwischen in zwei Formaten an: klassisch am Campus mit Werkstätten, Studios und Präsenzkorrekturen oder virtuell als Fern- beziehungsweise Onlinestudium mit Videovorlesungen, digitalen Korrekturterminen und Prüfungen im Testcenter oder online. Das virtuelle Format eignet sich für Berufstätige und Menschen mit Betreuungsaufgaben, verlangt aber deutlich mehr Selbstorganisation und bietet weniger spontanen Austausch über Entwürfe.
Daneben führt der Weg über eine duale Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print oder über eine schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule oder Akademie. Der Quereinstieg ist verbreitet und wird akzeptiert, wenn die Mappe überzeugt: Bei Bewerbungen zählt das Portfolio meist mehr als der Abschluss. Für einen Studienplatz an gestalterischen Hochschulen ist häufig eine Mappe mit eigenen Arbeiten Zulassungsvoraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Design ist Dienstleistung. Entwürfe werden kommentiert, verworfen und wieder hervorgeholt; wer eigene Arbeiten schlecht loslassen kann, leidet. Deadlines vor Kampagnenstarts oder Messen führen zu Abenden und gelegentlich Wochenenden am Rechner, besonders in Agenturen. Die Bezahlung liegt am Berufsanfang unter dem, was technische Berufe in derselben Branche zahlen, und der Einstieg läuft oft über Praktika oder Volontariate.
Hinzu kommt ein hoher Anteil sitzender Bildschirmarbeit und ständiges Nachlernen: Werkzeuge, Formate und Plattformlogiken ändern sich schnell, generative KI verschiebt gerade, welche Arbeitsschritte überhaupt noch von Hand gemacht werden. Wer freiberuflich arbeitet, muss zusätzlich Akquise, Angebote, Rechnungen und Zahlungsausfälle bewältigen.
Aussichten
Bedarf an visueller Kommunikation besteht in fast jeder Branche, gleichzeitig ist der Markt voll, weil viele Menschen gestalten können und Standardaufgaben zunehmend automatisiert werden. Gute Aussichten haben Fachleute mit klarem Schwerpunkt: UX- und UI-Design, Motion Design, Barrierefreiheit, Design-Systeme oder Verbindung von Gestaltung und Frontend-Entwicklung. Entwicklungswege führen zur Art Direction, zur Leitung eines Inhouse-Teams, in die Beratung oder in die Selbstständigkeit. Ein gepflegtes, aktuelles Portfolio bleibt über die gesamte Laufbahn das wichtigste Argument.
Aufgaben
- Layouts für Websites, Apps und Onlineshops entwerfen
- Corporate Designs mit Logo, Farben und Typografie entwickeln
- Bilder bearbeiten, freistellen und für Web und Druck aufbereiten
- Social-Media-Motive und kurze Animationen produzieren
- Druckdaten anlegen und mit Druckereien abstimmen
- Entwürfe in Kundenterminen präsentieren und begründen
- Vorlagen und Design-Systeme pflegen und dokumentieren
- Bildrechte, Lizenzen und Markenvorgaben prüfen
Voraussetzungen
- Studium in Mediendesign, Kommunikations- oder Digital Design, alternativ Ausbildung als Mediengestalter oder nachweisbare Praxis
- Aussagekräftiges Portfolio mit eigenen Projekten
- Sicherer Umgang mit Adobe Creative Cloud und Figma
- Gefühl für Typografie, Farbe, Raster und Komposition
- Fähigkeit, Kritik anzunehmen und Entwürfe sachlich zu begründen
- Grundkenntnisse in HTML, CSS und Barrierefreiheit von Vorteil
- Ausdauer bei langer Bildschirmarbeit und knappen Terminen
Wo man arbeitet
- Werbe-, Digital- und Designagenturen
- Marketingabteilungen von Unternehmen
- Verlage und Medienhäuser
- Öffentliche Einrichtungen und Verbände
- Freiberufliche Tätigkeit im eigenen Studio oder remote
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein sechs- bis achtsemestriges Bachelorstudium in Mediendesign oder Kommunikationsdesign, das je nach Hochschule am Campus oder als virtuelles Fernstudium absolviert werden kann und mit dem Bachelor of Arts endet. Alternativ führt die dreijährige duale Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print mit IHK-Abschluss in das Feld. Ein Masterstudium ist möglich, für die meisten Stellen aber nicht erforderlich – entscheidend ist das Portfolio.
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