Mediendesign
Mediendesignerinnen und Mediendesigner gestalten visuelle Inhalte für Print, Web, Social Media und Bewegtbild – von Logos und Anzeigen über Websites bis zu Animationen. Sie arbeiten in Agenturen, Verlagen und Marketingabteilungen.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Mediendesign verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.600 € | 3.100 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.400 € | 4.200 € | 40.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 4.600 € | 6.000 € | 55.200 € |
Die Spanne ist weit, weil kaum ein Tarifvertrag greift: Agenturen zahlen am unteren Rand, Marketingabteilungen großer Unternehmen und Konzerne deutlich mehr, im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach TVöD (etwa E 9). Spezialisierung auf UX/UI oder Motion Design hebt das Gehalt spürbar, reines Printlayout drückt es.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Mediendesigner?
Mediendesign heißt: Inhalte sichtbar machen. Am Anfang steht ein Auftrag – eine Kampagne, ein Geschäftsbericht, ein Messestand, ein Instagram-Format, ein Website-Relaunch. Daraus entstehen zunächst Skizzen und Layoutvarianten, dann Reinzeichnungen und produktionsfertige Dateien. Der Alltag besteht aus Arbeit in Adobe InDesign, Illustrator, Photoshop, After Effects und zunehmend Figma: Rasterlayouts aufbauen, Typografie setzen, Bilder freistellen und retuschieren, Farbprofile für Druck prüfen, Icons zeichnen, Animationen bauen, Präsentationen vorbereiten.
Ein großer Teil der Arbeit ist Abstimmung. Entwürfe werden Kunden oder der eigenen Geschäftsführung vorgestellt, kommentiert, verworfen, überarbeitet. Wer im Mediendesign arbeitet, muss Gestaltungsentscheidungen begründen können und mit Kritik umgehen, die nicht immer sachlich formuliert ist. Dazu kommt Zulieferarbeit: Texte vom Redakteur, Bilder vom Fotografen, Freigaben vom Rechtsabteilungsmitarbeiter, Druckdatenübergabe an die Druckerei.
Wie wird man Mediendesigner?
Es gibt zwei Hauptwege. Der erste ist die duale Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print, drei Jahre, mit Fachrichtungen wie Gestaltung und Technik oder Konzeption und Visualisierung. Der zweite ist ein Studium: Kommunikationsdesign, Mediendesign oder Grafikdesign an einer Fachhochschule, Kunsthochschule oder privaten Hochschule, sechs bis sieben Semester bis zum Bachelor. Für das Studium ist fast immer eine Mappe mit eigenen Arbeiten nötig, manchmal zusätzlich eine Aufnahmeprüfung.
Quereinstieg kommt vor, ist aber ohne Nachweis gestalterischer Fähigkeit schwierig. Entscheidend ist in jedem Fall das Portfolio: Auftraggeber und Studios schauen sich Arbeiten an, nicht Zeugnisse. Wer aus einem anderen Feld kommt, sammelt meist über Praktika, kleine Aufträge und Weiterbildungen in UI-Design oder Motion Design genug Material.
Was der Beruf verlangt
Mediendesign ist ein überlaufenes Feld. Auf jede gut bezahlte Stelle in einer Agentur kommen viele Bewerbungen, und die Einstiegsgehälter liegen deutlich unter dem, was technische Berufe mit vergleichbarer Qualifikation zahlen. In Agenturen sind Überstunden vor Abgabeterminen und Pitches üblich, unbezahlt oder pauschal abgegolten. Praktikums- und Juniorphasen ziehen sich manchmal länger als angenehm.
Körperlich ist die Arbeit unauffällig, aber Bildschirmzeit von acht Stunden am Tag fordert Augen, Nacken und Rücken. Belastend ist eher das Grundsätzliche: eigene Ideen werden regelmäßig aus Budget-, Geschmacks- oder Rechtsgründen abgelehnt, und ein Teil der Arbeit ist Routine – Formatadaptionen, Nachbestellungen, kleine Korrekturen. Wer Gestaltung nur als Selbstausdruck versteht, wird enttäuscht.
Aussichten
Der Bedarf verschiebt sich. Klassisches Printlayout schrumpft, digitale Formate wachsen: Interface-Design, Motion Design, Social-Media-Content, Barrierefreiheit. Generative KI-Werkzeuge übernehmen inzwischen einfache Bildbearbeitung und Layoutvarianten, was Einstiegstätigkeiten unter Druck setzt und gleichzeitig von Gestaltern verlangt, diese Werkzeuge zu beherrschen. Gute Chancen haben Leute mit klarer Spezialisierung und technischem Verständnis, etwa in UX/UI, 3D oder Frontend-Nähe.
Entwicklungswege führen zum Senior Designer, zur Art Direction, zur Creative Direction oder in die Selbstständigkeit. Marketingabteilungen von Unternehmen zahlen meist stabiler als Agenturen, bieten aber weniger gestalterische Bandbreite.
Aufgaben
- Layouts für Print- und Digitalmedien entwerfen und umsetzen
- Bilder retuschieren, freistellen und für verschiedene Ausgabekanäle aufbereiten
- Corporate-Design-Vorgaben anwenden und weiterentwickeln
- Druckdaten prüfen, Farbprofile anlegen und Reinzeichnungen erstellen
- Websites und Apps in Figma gestalten und Komponenten dokumentieren
- Animationen und Videoschnitte für Social Media produzieren
- Entwürfe präsentieren und Feedback in Korrekturrunden einarbeiten
Voraussetzungen
- Ausbildung als Mediengestalter oder Studium im Kommunikations- bzw. Mediendesign
- Portfolio mit eigenen Gestaltungsarbeiten
- sichere Kenntnisse in InDesign, Illustrator, Photoshop, zunehmend Figma
- Gespür für Typografie, Farbe und Bildaufbau
- Fähigkeit, Gestaltungsentscheidungen zu begründen und Kritik anzunehmen
- genaues, termintreues Arbeiten unter Zeitdruck
- gutes Farbsehen und Ausdauer für lange Bildschirmarbeit
Wo man arbeitet
- Werbe- und Digitalagenturen
- Marketing- und Kommunikationsabteilungen von Unternehmen
- Verlage und Redaktionen
- Druckereien und Medienproduktionen
- Designstudios
- Selbstständigkeit im Homeoffice
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print mit IHK-Abschluss oder ein sechs- bis siebensemestriges Bachelorstudium in Kommunikations- oder Mediendesign, für das meist eine Bewerbungsmappe verlangt wird. Beide Wege führen über Praktika und erste Juniorstellen in den Beruf; das Portfolio entscheidet stärker als der Abschluss.
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