Lokführer bei FlixTrain
Lokführer im Fernverkehr von FlixTrain steuern Reisezüge über hunderte Kilometer, oft quer durch Deutschland und ins benachbarte Ausland. Gefahren wird nach Plan, im Schichtdienst und mit voller Verantwortung für mehrere hundert Fahrgäste.
20 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Lokführer bei FlixTrain verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.100 € | 3.500 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.700 € | 4.200 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 4.300 € | 5.000 € | 51.600 € |
Entscheidend ist der Tarifvertrag des tatsächlichen Arbeitgebers: private Eisenbahnen fahren meist nach GDL- oder EVG-Tarifverträgen für Privatbahnen oder nach Haustarif, was deutlich unter oder auch über dem DB-Konzerntarif liegen kann. Zulagen für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsdienst sowie Auslöse bei Auswärtsübernachtung erhöhen das tatsächliche Monatsentgelt spürbar.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Lokführer bei FlixTrain?
Der Arbeitsplatz ist der Führerstand einer Elektrolokomotive, meist vor einem Wagenzug mit Fahrgästen. Vor der Fahrt steht die Vorbereitung: Lok in Betrieb nehmen, Bremsprobe, Zugdaten eingeben, Fahrplanunterlagen und Langsamfahrstellen prüfen. Auf der Strecke gilt es, Signale zu beobachten, Geschwindigkeiten einzuhalten, Fahrzeit und Energieverbrauch auszubalancieren und den Funkkontakt zur Betriebszentrale zu halten. Bei Störungen – Türfehler, Weichenstörung, Notbremsung, Personen im Gleis – entscheidet der Lokführer vor Ort und meldet weiter.
FlixTrain fährt Fernverkehr auf langen Linien, etwa Hamburg–Köln, Berlin–Stuttgart oder Richtung Basel. Die Umläufe sind entsprechend lang, Übernachtungen außerhalb des Heimatorts gehören dazu. Ein Teil der Züge wird nicht von FlixTrain selbst, sondern von Partner-Eisenbahnverkehrsunternehmen gefahren; der Arbeitsvertrag besteht dann mit diesem Unternehmen, nicht mit der Marke am Wagen.
Wie wird man Lokführer?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport. Häufiger ist im Fernverkehr der Quereinstieg: eine Umschulung zum Triebfahrzeugführer, die je nach Anbieter neun bis vierzehn Monate dauert und mit dem Triebfahrzeugführerschein nach Triebfahrzeugführerscheinverordnung endet. Dazu kommen fahrzeug- und streckenbezogene Zusatzbescheinigungen, die beim Wechsel des Arbeitgebers oder der Baureihe neu erworben werden müssen. Voraussetzung sind ein abgeschlossener Schulabschluss, meist eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Mindestalter von zwanzig Jahren für Personenzüge sowie eine betriebsärztliche Tauglichkeits- und eine psychologische Eignungsuntersuchung. Beide werden regelmäßig wiederholt; wer sie nicht besteht, darf nicht fahren.
Was der Beruf verlangt
Schichtdienst rund um die Uhr, an Wochenenden und Feiertagen. Frühdienste beginnen vor vier Uhr, Spätdienste enden nach Mitternacht. Wer Kinder betreut oder ein festes Vereinsleben hat, muss damit dauerhaft umgehen können. Die Arbeit ist körperlich nicht schwer, aber einsam und über Stunden hochkonzentriert – Aufmerksamkeit lässt sich nicht abschalten, auch wenn die Strecke bekannt ist.
Die größte Belastung ist die Verantwortung. Personenunfälle im Gleis treffen jeden Lokführer irgendwann; Betreuung danach ist vorgesehen, die Erfahrung bleibt. Bei privaten Bahnen sind die Umläufe oft länger und die Reserven dünner als bei großen Staatsbahnen, Verspätungen und ungeplante Übernachtungen kommen vor. Verlässlichkeit, ruhige Nerven und ein sauberes Führungszeugnis sind Grundvoraussetzung, nicht Bonus.
Aussichten
Lokführer sind seit Jahren knapp, und ein großer Teil der Belegschaft geht in den nächsten Jahren in Rente. Wer den Führerschein und Streckenkenntnis mitbringt, findet praktisch überall eine Stelle – bei Fernverkehrsanbietern, im Nahverkehr, im Güterverkehr oder bei Personaldienstleistern der Branche. Der Wechsel zwischen Unternehmen ist üblich und oft ein Weg zu besseren Bedingungen.
Entwicklungsmöglichkeiten liegen im Betrieb: Lehrlokführer, Ausbilder, Disponent oder Fahrdienstleiter, Betriebsleiter nach Eisenbahn-Betriebsleiterverordnung mit entsprechender Zusatzqualifikation. Wer im Führerstand bleibt, kann sich auf zusätzliche Baureihen und Auslandsstrecken qualifizieren, was den Einsatzbereich und meist auch die Bezahlung erweitert.
Aufgaben
- Triebfahrzeug in Betrieb nehmen und Bremsprobe durchführen
- Reisezüge nach Fahrplan über lange Strecken führen
- Signale, Geschwindigkeitsvorgaben und Langsamfahrstellen beachten
- Störungen am Fahrzeug erkennen und einfache Fehler selbst beheben
- Funkkontakt mit Betriebszentrale und Fahrdienstleitern halten
- Fahrgäste bei Verspätungen und Zwischenfällen informieren
- Unregelmäßigkeiten und Ereignisse dokumentieren und melden
- Rangierfahrten und Zugbereitstellung im Abstellbahnhof
Voraussetzungen
- Triebfahrzeugführerschein nach TfV sowie Zusatzbescheinigung für Fahrzeug und Strecke
- Abgeschlossene Berufsausbildung oder gleichwertige Qualifikation, Mindestalter 20 Jahre
- Bestandene betriebsärztliche Tauglichkeits- und psychologische Eignungsuntersuchung
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst mit Auswärtsübernachtungen
- Hohe Konzentrationsfähigkeit über lange Zeiträume und Belastbarkeit in Notlagen
- Gutes Deutsch in Wort und Schrift für Funk und Betriebsvorschriften
- Sauberes Führungszeugnis, keine Farbfehlsichtigkeit
Wo man arbeitet
- Eisenbahnverkehrsunternehmen im Schienenpersonenfernverkehr
- Partnerbahnen und Betreiber, die Züge im Auftrag fahren
- Bahnbetriebswerke und Abstellanlagen
- Personaldienstleister für Triebfahrzeugpersonal
Der Weg in den Beruf
Üblich ist entweder die dreijährige duale Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport, oder eine Umschulung zum Triebfahrzeugführer von neun bis vierzehn Monaten. Am Ende steht in beiden Fällen der Triebfahrzeugführerschein nach TfV, ergänzt um Zusatzbescheinigungen für die eingesetzten Baureihen und Strecken. Vor Beginn sind Tauglichkeits- und Eignungsuntersuchung zu bestehen.
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