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Bildung & Soziales

Leitung sozialer Dienst

Die Leitung des sozialen Dienstes führt ein Team von Fachkräften, das Bewohner, Patienten oder Klienten in sozialen und rechtlichen Fragen begleitet. Sie verbindet Beratungsarbeit mit Personalführung, Organisation und Qualitätssicherung.

9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Leitung sozialer Dienst verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 3.800 € 4.300 € 45.600 €
Mit Berufserfahrung 3.900 € 4.500 € 5.100 € 54.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.600 € 5.200 € 6.300 € 62.400 €

Bei kommunalen und kirchlichen Trägern richtet sich die Vergütung nach TVöD-SuE beziehungsweise nach den AVR von Caritas und Diakonie, meist in den Entgeltgruppen S 12 bis S 17 mit geringer Spannbreite. Private Betreiber zahlen ohne Tarifbindung häufig darunter, große Klinikkonzerne und Häuser mit vielen Betten teils deutlich darüber.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Leitung sozialer Dienst?

Der soziale Dienst ist in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Rehakliniken, Einrichtungen der Behindertenhilfe oder in Justizvollzugsanstalten die Stelle, an der soziale, rechtliche und persönliche Fragen der Menschen bearbeitet werden. Die Leitung führt dieses Team. Sie plant den Personaleinsatz, verteilt Fälle, führt Mitarbeitergespräche und ist bei schwierigen Situationen die letzte fachliche Instanz.

Ein Teil der Arbeit bleibt Fallarbeit: Aufnahmegespräche mit neuen Bewohnern und deren Angehörigen, Klärung von Kostenträgerfragen mit Pflegekassen und Sozialämtern, Anträge auf Betreuung, Organisation von Entlassungen und Anschlussversorgung. Der andere Teil ist Steuerung: Dienstpläne, Dokumentationsstandards, Vorbereitung von Prüfungen des Medizinischen Dienstes, Berichte an die Geschäftsführung, Mitarbeit an Konzepten. Dazu kommt Vernetzung nach außen, etwa mit Kliniken, Pflegediensten, Beratungsstellen, Vormundschaftsgerichten und Ehrenamtlichen. In kleineren Häusern verantwortet die Leitung zusätzlich Betreuungsangebote, Veranstaltungen und die Einarbeitung von Betreuungskräften.

Wie wird man Leitung sozialer Dienst?

Der übliche Weg führt über ein Studium der Sozialen Arbeit oder Sozialpädagogik mit Bachelorabschluss, häufig verbunden mit der staatlichen Anerkennung. Danach folgen meist einige Jahre Praxis im sozialen Dienst einer Einrichtung, bevor die Leitungsstelle erreichbar ist. Ein zweiter, in der Altenhilfe verbreiteter Weg führt über eine Ausbildung als Pflegefachkraft mit anschließender Weiterbildung zur Leitung des sozialen Dienstes oder zum Sozialmanagement. Auch Heilerziehungspflege, Pflegepädagogik oder ein Masterstudium in Sozialmanagement kommen als Grundlage in Frage. Wer aus einer anderen Richtung kommt, braucht in der Regel eine anerkannte einschlägige Qualifikation, denn Heimgesetze und Rahmenverträge der Kostenträger geben Mindestanforderungen vor.

Was der Beruf verlangt

Die Tätigkeit liegt zwischen zwei Erwartungen: Bewohner und Angehörige wollen Zeit und Zuwendung, die Geschäftsführung erwartet Belegungssteuerung, Dokumentation und Wirtschaftlichkeit. Diesen Widerspruch muss die Leitung täglich aushalten. Themen wie Sterben, Demenz, Vereinsamung, familiäre Konflikte und Gewalt gehören zum Alltag, ebenso Beschwerden und gelegentlich offene Aggression. Wer sich nicht abgrenzen kann, brennt in diesem Feld aus.

Die Arbeitszeiten sind meist Regelarbeitszeiten von Montag bis Freitag, allerdings mit Abend- und Wochenendterminen bei Feiern, Angehörigenabenden oder Angeboten. Der Verwaltungsanteil ist hoch und wird von vielen unterschätzt. Personalmangel wirkt sich indirekt aus: Fällt Pflegepersonal aus, gerät auch der soziale Dienst unter Druck, weil Betreuungsangebote und Begleitung an ihm hängen bleiben. Führungsverantwortung für ein kleines Team bedeutet zugleich, unangenehme Gespräche zu führen und Entscheidungen gegen Widerstand zu vertreten.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und wächst mit der Zahl pflegebedürftiger Menschen. Stellen sind in Trägerschaft von Kommunen, Diakonie, Caritas, AWO und privaten Betreibern ausgeschrieben, oft mit Schwierigkeiten bei der Besetzung. Entwicklungswege führen zur Einrichtungsleitung, in das Qualitätsmanagement, in die Fachbereichsleitung eines Trägers oder in die Beratung. Wer die Weiterbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft oder ein Studium im Sozialmanagement anschließt, kommt an größere Häuser mit entsprechender Verantwortung. Auch der Wechsel in die Fallberatung bei Kostenträgern oder in ein Case Management im Krankenhaus ist möglich.

Aufgaben

  • Fachliche und personelle Führung des Sozialdienst-Teams
  • Aufnahme- und Beratungsgespräche mit Bewohnern und Angehörigen
  • Klärung von Kostenzusagen mit Pflegekassen und Sozialämtern
  • Anträge auf gesetzliche Betreuung und Leistungen vorbereiten
  • Entlassungen und Anschlussversorgung organisieren
  • Dienst- und Angebotsplanung sowie Dokumentationsstandards sichern
  • Zusammenarbeit mit Kliniken, Behörden, Gerichten und Ehrenamtlichen
  • Berichte für Geschäftsführung und externe Prüfungen erstellen

Voraussetzungen

  • Studium der Sozialen Arbeit oder Sozialpädagogik, alternativ Pflegeausbildung mit Weiterbildung zur Leitung des sozialen Dienstes
  • Mehrjährige Praxiserfahrung in der Altenhilfe, im Krankenhaus oder in der Behindertenhilfe
  • Kenntnisse im Sozialrecht, insbesondere SGB V, IX, XI und XII
  • Belastbarkeit im Umgang mit Krankheit, Sterben und Konflikten
  • Führungsbereitschaft und Fähigkeit zur Abgrenzung
  • Sicherer Umgang mit Dokumentationssoftware
  • Erweitertes Führungszeugnis, je nach Einrichtung Impf- oder Immunitätsnachweise

Wo man arbeitet

  • Pflegeheime und Einrichtungen der Altenhilfe
  • Krankenhäuser und Rehakliniken
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe
  • Ambulante Dienste und Beratungsstellen
  • Justizvollzugsanstalten und Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein dreieinhalbjähriges Bachelorstudium der Sozialen Arbeit oder Sozialpädagogik mit staatlicher Anerkennung, gefolgt von etwa drei bis fünf Jahren Praxis im sozialen Dienst. In der Altenhilfe ist auch der Weg über eine dreijährige Pflegeausbildung mit anschließender Weiterbildung zur Leitung des sozialen Dienstes anerkannt, die berufsbegleitend rund sechs bis zwölf Monate dauert.

Offene Stellen als Leitung sozialer Dienst

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