Was macht ein Leiter Logistik?
Ein Leiter Logistik verantwortet, dass Material und Ware zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Dazu gehört die Planung von Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand, außerdem der Transport zu Kunden oder zwischen Werken. Der Alltag besteht zu einem großen Teil aus Kennzahlen und Gesprächen: Lieferterminübersichten prüfen, Rückstände im Versand klären, mit dem Einkauf über verspätete Anlieferungen sprechen, mit der Produktion über kurzfristige Umplanungen, mit Speditionen über Frachtraten und Standzeiten.
Dazu kommt Führungsarbeit. Ein Logistikleiter hat je nach Betrieb ein Dutzend oder mehrere Hundert Beschäftigte unter sich, oft über Schichtführer und Meister gesteuert. Personaleinsatzplanung, Krankheitsvertretung, Einarbeitung, Konfliktgespräche und Arbeitssicherheit gehören dazu. Ein weiterer Teil der Aufgabe ist die Weiterentwicklung: Lagerflächen neu zuschneiden, Kommissionierwege verkürzen, ein neues Lagerverwaltungssystem einführen, Automatisierungsprojekte begleiten, Zoll- und Gefahrgutthemen sauber halten. Budgetverantwortung für Fracht-, Personal- und Lagerkosten ist die Regel.
Wie wird man Leiter Logistik?
Zwei Wege sind üblich. Der eine führt über ein Studium in Logistik, Supply Chain Management, Wirtschaftsingenieurwesen oder Betriebswirtschaft, danach einige Jahre als Disponent, Supply-Chain-Planer oder Projektleiter, dann die erste Teamleitung. Der andere Weg beginnt mit einer Ausbildung, etwa als Fachkraft für Lagerlogistik oder Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung, führt über Schichtführung und eine Weiterbildung zum Logistikmeister oder Fachwirt für Logistiksysteme in die Leitung. Beide Wege sind gängig; in Produktionsbetrieben und bei Logistikdienstleistern zählt praktische Erfahrung im Lager oft mehr als der Abschluss.
Vorausgesetzt werden fast immer mehrere Jahre Führungserfahrung, sicherer Umgang mit ERP- und Lagerverwaltungssystemen, meist SAP, sowie Englisch, sobald internationale Lieferketten im Spiel sind.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist störungsgetrieben. Ein liegengebliebener Lkw, ein Systemausfall im Lager oder ein Krankheitsstand von zwanzig Prozent verschieben den Tagesplan innerhalb von Minuten. Wer Termindruck schlecht erträgt oder Entscheidungen lange abwägen möchte, wird sich hier unwohl fühlen. Übliche Arbeitszeiten liegen deutlich über der vereinbarten Stundenzahl, Erreichbarkeit am Wochenende gehört bei Mehrschichtbetrieben dazu, besonders in Spitzenzeiten wie dem Weihnachtsgeschäft oder bei Inventuren.
Belastend ist außerdem die Personalsituation: In Lagerlogistik und Fahrbetrieb sind Stellen schwer zu besetzen, die Fluktuation ist hoch, ein Teil der Belegschaft arbeitet über Zeitarbeit. Ein Logistikleiter verbringt viel Zeit damit, Lücken zu schließen. Der Arbeitsplatz ist nicht rein am Schreibtisch - Hallenbegehungen bei Kälte, Lärm und Staub sind Teil des Tages.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis hoch, weil nahezu jedes produzierende oder handelnde Unternehmen Logistik braucht und erfahrene Führungskräfte mit Systemkenntnis knapp sind. Automatisierung und Digitalisierung verändern die Aufgabe, ersetzen sie aber nicht: Wer Projekte zur Lagerautomatisierung, Transportmanagementsysteme oder Nachhaltigkeitsberichte in der Lieferkette beherrscht, ist besonders gesucht. Entwicklungswege führen zum Werks- oder Standortleiter, in die Supply-Chain-Leitung mit Verantwortung für Einkauf und Planung oder in die Beratung.