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Vertrieb & Kundenservice

Kaufmann im Einzelhandel / Verkäufer

Kaufleute im Einzelhandel und Verkäufer beraten Kunden, kassieren, füllen Waren nach und kümmern sich um Bestellungen und Präsentation der Sortimente. Der Beruf ist im Lebensmittelhandel, im Textil-, Elektro- und Baumarktbereich zu Hause.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Kaufmann im Einzelhandel / Verkäufer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.350 € 2.650 € 28.200 €
Mit Berufserfahrung 2.350 € 2.700 € 3.100 € 32.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.800 € 3.400 € 4.500 € 40.800 €

Entscheidend ist, ob der Betrieb den Tarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes anwendet - tarifgebundene Ketten zahlen deutlich mehr als tariffreie Betriebe, die sich oft am Mindestlohn orientieren. Zuschläge für Spät-, Samstags- und Sonntagsarbeit sowie Filialleitungsfunktionen erhöhen das Einkommen zusätzlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kaufmann im Einzelhandel?

Der Arbeitstag beginnt meist vor der Ladenöffnung: Ware auspacken, Regale auffüllen, Preise prüfen, Mindesthaltbarkeitsdaten kontrollieren, abgelaufene Artikel aussortieren. Danach steht der Kundenkontakt im Mittelpunkt - Fragen beantworten, Größen und Modelle heraussuchen, Geräte erklären, Reklamationen aufnehmen, an der Kasse abrechnen. Dazwischen liegen Aufgaben, die von außen kaum sichtbar sind: Bestände im Warenwirtschaftssystem prüfen, Nachbestellungen auslösen, Lieferungen gegen den Lieferschein abgleichen, Warenträger nach Vorgaben der Zentrale umbauen, Aktionsflächen bestücken, Inventur mitzählen.

Der Unterschied zwischen Verkäufer und Kaufmann im Einzelhandel liegt weniger im Alltag als in der Ausbildungsdauer und den kaufmännischen Inhalten. Kaufleute lernen zusätzlich Kalkulation, Sortimentssteuerung, Personaleinsatzplanung und betriebswirtschaftliche Auswertungen und werden deshalb häufiger für Substituten- und Abteilungsleiterstellen eingesetzt.

Wie wird man Kaufmann im Einzelhandel?

Üblich ist die duale Ausbildung im Betrieb mit Berufsschule. Verkäufer wird man in zwei Jahren, Kaufmann im Einzelhandel in drei; wer die Verkäuferprüfung bestanden hat, kann das dritte Jahr anhängen. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen Filialisten überwiegend Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein. Der Quereinstieg ist einer der leichtesten im gesamten Arbeitsmarkt: Viele Ketten schulen Aushilfen und angelernte Kräfte selbst ein, allerdings zu niedrigeren Löhnen und mit schlechteren Aufstiegschancen als mit Abschluss.

Was der Beruf verlangt

Der größte Teil der Arbeit findet im Stehen und Gehen statt, oft acht Stunden mit kurzen Pausen. Kisten heben, Paletten ziehen, im Kühlbereich arbeiten, Getränke stapeln - das schlägt auf Rücken, Knie und Füße. Die Arbeitszeiten liegen in Randlagen: Spätdienste bis Ladenschluss, Samstage regelmäßig, in Bahnhöfen und Flughäfen auch Sonntage. Teildienste und kurzfristig geänderte Dienstpläne sind verbreitet, verlässliche Freizeitplanung ist nicht immer möglich.

Dazu kommt der Umgangsdruck. Kunden sind ungeduldig, manche werden ausfallend; Diebstahl, Beschwerden und Warteschlangen gehören zum Alltag. In vielen Filialen ist die Personaldecke dünn, sodass eine Kraft gleichzeitig Kasse, Beratung und Regalpflege abdecken muss. Wer Konflikte nicht persönlich nimmt und auch bei Hochbetrieb freundlich bleibt, kommt gut durch. Die Bezahlung liegt im unteren Bereich des Arbeitsmarkts, besonders außerhalb tarifgebundener Betriebe, und viele Stellen sind bewusst als Teilzeit ausgeschrieben.

Aussichten

Der Einzelhandel ist einer der größten Arbeitgeber Deutschlands und sucht dauerhaft Personal, gerade im Lebensmittelbereich. Wer bleibt, kann relativ schnell aufsteigen: erst stellvertretende Marktleitung, dann Filial- oder Marktleitung, in größeren Häusern Abteilungs- oder Bereichsleitung. Weiterbildungen zum Handelsfachwirt oder zum Betriebswirt des Handels öffnen Positionen in Einkauf, Category Management oder Bezirksleitung, wo deutlich mehr verdient wird. Gleichzeitig verändert der Onlinehandel das Berufsbild: Filialen werden zu Abhol- und Rückgabepunkten, Selbstbedienungskassen verschieben Aufgaben von der Kasse zur Beratung und Warenpflege. Reine Kassiertätigkeit verliert an Bedeutung, Beratungskompetenz und Sortimentswissen gewinnen.

Aufgaben

  • Kunden beraten und passende Artikel heraussuchen
  • Kasse bedienen und Tagesabrechnung erstellen
  • Ware annehmen, prüfen und einlagern
  • Regale auffüllen, Preise und Haltbarkeit kontrollieren
  • Bestellungen über das Warenwirtschaftssystem auslösen
  • Reklamationen und Umtausch bearbeiten
  • Aktionsflächen und Schaufenster gestalten
  • Bei Inventuren zählen und Differenzen klären

Voraussetzungen

  • Haupt- oder Realschulabschluss für einen Ausbildungsplatz üblich
  • Freundlichkeit und Geduld auch bei schwierigen Kunden
  • Körperliche Belastbarkeit, langes Stehen und Heben
  • Bereitschaft zu Spätdiensten, Samstagsarbeit und wechselnden Dienstplänen
  • Sicheres Rechnen und Sorgfalt beim Kassieren
  • Gute Deutschkenntnisse für Beratung und Telefonate

Wo man arbeitet

  • Supermärkte und Discounter
  • Bekleidungs- und Schuhfilialen
  • Bau- und Gartenmärkte
  • Elektro- und Möbelhäuser
  • Drogerien und Apothekenzubehörmärkte
  • Fachgeschäfte und Kaufhäuser

Der Weg in den Beruf

Verkäufer ist ein zweijähriger, Kaufmann im Einzelhandel ein dreijähriger anerkannter Ausbildungsberuf im dualen System mit Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Wer als Verkäufer abschließt, kann das dritte Jahr anschließen und den Kaufmannsabschluss nachholen. Angelernte Kräfte ohne Abschluss werden häufig eingestellt, verdienen aber weniger.

Offene Stellen als Kaufmann im Einzelhandel / Verkäufer

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