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IT & Software

IT Service Continuity Manager

IT Service Continuity Manager sorgen dafür, dass IT-Dienste auch bei Ausfällen, Cyberangriffen oder Katastrophen weiterlaufen oder schnell wieder verfügbar sind. Sie planen Notfallkonzepte, testen sie und halten sie aktuell.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als IT Service Continuity Manager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 5.900 € 7.000 € 70.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 7.600 € 9.500 € 91.200 €

Am stärksten hängt das Gehalt von der Branche ab: Banken, Versicherungen und Energieversorger zahlen deutlich mehr als kleinere IT-Dienstleister, im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe 12 bis 14 und damit am unteren Rand der Spanne. Zertifikate im Bereich Informationssicherheit und Erfahrung mit regulatorischen Prüfungen wirken sich merklich aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein IT Service Continuity Manager?

IT Service Continuity Manager beschäftigen sich mit der Frage, was passiert, wenn IT-Systeme ausfallen. Sie ermitteln, welche Anwendungen und Dienste für den Geschäftsbetrieb kritisch sind, wie lange ein Ausfall höchstens dauern darf und wie viel Datenverlust tolerierbar ist. Dazu führen sie Business-Impact-Analysen durch, sprechen mit Fachabteilungen und dokumentieren Abhängigkeiten zwischen Anwendungen, Servern, Rechenzentren und Dienstleistern.

Aus diesen Vorgaben entstehen Wiederanlaufpläne: Welche Systeme werden in welcher Reihenfolge hochgefahren, wer entscheidet, wer informiert die Kunden, wo liegen die Backups, welches Ausweichrechenzentrum übernimmt. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, diese Pläne zu testen. Notfallübungen werden geplant, mit dem Betrieb abgestimmt, durchgeführt und ausgewertet. Fast jede Übung deckt Lücken auf, die anschließend abgearbeitet werden müssen. Hinzu kommen Audits und Nachweise gegenüber Wirtschaftsprüfern, Aufsichtsbehörden oder Zertifizierungsstellen, etwa nach ISO 22301, ISO 27001, BSI-Grundschutz, DORA oder Vorgaben der BaFin.

Im Ereignisfall arbeiten IT Service Continuity Manager im Krisenstab mit, koordinieren zwischen technischen Teams und Management und protokollieren den Verlauf. Der Alltag außerhalb von Krisen ist dagegen stark von Dokumentation, Abstimmungsterminen und Nachverfolgung offener Maßnahmen geprägt.

Wie wird man IT Service Continuity Manager?

Der übliche Weg führt über ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder eines vergleichbaren Fachs, häufig auch über eine IT-Ausbildung mit anschließender Berufspraxis. Es ist kein Einstiegsberuf: Wer Notfallpläne für Rechenzentren schreiben soll, braucht Erfahrung aus dem IT-Betrieb, aus Infrastruktur, Netzwerk, Cloud oder Informationssicherheit. Viele kommen aus dem Service Management, dem Incident- oder Problem-Management oder aus dem IT-Risikomanagement. Verbreitete Qualifikationen sind ITIL-Zertifikate, ISO 22301 Lead Implementer oder Auditor, CISM sowie Schulungen zum BSI-Standard 200-4. Quereinstiege aus dem betrieblichen Notfallmanagement anderer Bereiche kommen vor, setzen aber technisches Verständnis voraus.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit mit hohem Anteil an Homeoffice, dafür mit viel Abstimmungsaufwand. Wiederanlaufpläne kosten Geld und Zeit, ohne im Normalbetrieb sichtbaren Nutzen zu bringen. Entsprechend müssen Budgets und Testfenster gegen andere Prioritäten verteidigt werden, oft gegen Widerstand aus Projekten und Fachbereichen. Wer keine Ausdauer für wiederkehrende Erinnerungen und zähe Gremienarbeit hat, wird damit Mühe haben.

Notfallübungen und Umschaltungen finden häufig nachts oder am Wochenende statt, weil der Produktivbetrieb nicht gestört werden darf. Bei echten Störungen gilt Erreichbarkeit, in manchen Häusern gibt es Rufbereitschaft. Krisensituationen bringen Druck von allen Seiten: Kunden, Vorstand, Aufsicht. Gleichzeitig verlangt der regulatorische Teil sehr genaue, geduldige Dokumentationsarbeit.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und wächst, getrieben von Cyberangriffen und neuen Vorschriften. Banken, Versicherungen, Energieversorger, Krankenhäuser und Telekommunikationsunternehmen müssen Ausfallvorsorge nachweisen, DORA und NIS-2 haben den Bedarf zusätzlich erhöht. Erfahrene Fachleute sind schwer zu finden, besonders solche mit Technik- und Regulierungskenntnis.

Entwicklungswege führen in die Leitung eines Business-Continuity- oder Informationssicherheitsbereichs, in die Rolle des Informationssicherheitsbeauftragten, ins IT-Risikomanagement oder in die Beratung. Auch der Weg in die Auditierung und Zertifizierung ist möglich.

Aufgaben

  • Business-Impact-Analysen mit Fachbereichen durchführen
  • Wiederanlauf- und Notfallpläne für kritische IT-Dienste erstellen und pflegen
  • Notfallübungen und Rechenzentrumsumschaltungen planen und auswerten
  • Abhängigkeiten zwischen Anwendungen, Infrastruktur und Dienstleistern dokumentieren
  • Backup- und Wiederherstellungskonzepte mit dem IT-Betrieb abstimmen
  • Anforderungen aus ISO 22301, ISO 27001, BSI-Grundschutz, DORA oder NIS-2 umsetzen
  • im Krisenstab mitarbeiten und Kommunikation zwischen Technik und Management koordinieren
  • Audits und Prüfungen begleiten sowie offene Maßnahmen nachverfolgen

Voraussetzungen

  • Studium in Informatik, Wirtschaftsinformatik oder vergleichbare IT-Qualifikation
  • mehrjährige Erfahrung im IT-Betrieb, Service Management oder in der Informationssicherheit
  • Verständnis für Infrastruktur, Netzwerke, Cloud-Architekturen und Backup-Technik
  • Kenntnisse in ITIL, ISO 22301 oder BSI-Standard 200-4, teils als Zertifikat gefordert
  • Fähigkeit, technische Sachverhalte für Management und Prüfer verständlich darzustellen
  • Durchsetzungsvermögen und Geduld in Abstimmungsprozessen
  • gutes Englisch, in internationalen Konzernen Arbeitssprache
  • Bereitschaft zu Übungen und Umschaltungen außerhalb der Regelarbeitszeit

Wo man arbeitet

  • Banken und Versicherungen
  • IT-Dienstleister und Rechenzentrumsbetreiber
  • Industrie- und Handelskonzerne mit eigener IT
  • Energieversorger, Telekommunikationsunternehmen und andere Betreiber kritischer Infrastruktur
  • Behörden und öffentliche IT-Dienstleister
  • Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Informatik oder Wirtschaftsinformatik, alternativ eine dreijährige IT-Ausbildung, etwa als Fachinformatiker für Systemintegration, mit anschließender Weiterqualifizierung. Danach folgen meist drei bis fünf Jahre Praxis im IT-Betrieb oder in der Informationssicherheit, bevor die Rolle übernommen wird. Fachzertifikate wie ITIL, ISO 22301 Lead Implementer oder CISM werden häufig berufsbegleitend erworben.

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