Was macht ein Hardware-Entwickler?
Hardware-Entwickler konstruieren die elektronische Basis technischer Produkte: Steuergeräte im Auto, Sensormodule in der Industrie, Messgeräte, Netzteile, Funkmodule, Rechnerbaugruppen. Am Anfang steht eine Anforderungsliste - welche Spannungen, welche Schnittstellen, welche Temperaturbereiche, welcher Preis. Daraus entsteht ein Konzept, dann die Auswahl der Bauteile: Mikrocontroller, Spannungsregler, Verstärker, Speicher. Der Schaltplan wird in einem CAD-Werkzeug wie Altium Designer, KiCad oder Cadence gezeichnet, danach folgt das Leiterplattenlayout, bei dem Signallaufzeiten, Störabstrahlung und Wärmeabfuhr über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Ist der Prototyp gefertigt und bestückt, beginnt der aufwendigste Teil: Inbetriebnahme und Fehlersuche mit Oszilloskop, Logikanalysator und Netzteil auf dem Labortisch. Oft schreiben Hardware-Entwickler auch erste Firmware, um die Baugruppe überhaupt testen zu können. Dazu kommen Dokumentation, Stücklistenpflege, Abstimmung mit Einkauf und Fertigung sowie die Vorbereitung von Prüfungen zur elektromagnetischen Verträglichkeit und zur Produktsicherheit.
Wie wird man Hardware-Entwickler?
Der übliche Weg ist ein Studium der Elektrotechnik, Informationstechnik, Mikroelektronik oder Mechatronik, als Bachelor oder Master, an einer Hochschule oder Universität. Praktika und Werkstudentenstellen zählen viel, weil Layout und Messtechnik nur in der Praxis sitzen. Der Einstieg ohne Studium ist möglich, aber selten: Wer eine Ausbildung als Elektroniker für Geräte und Systeme abgeschlossen und danach eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker der Elektrotechnik gemacht hat, kann in Entwicklungsabteilungen einsteigen, oft zunächst mit Layout- und Testaufgaben. Quereinsteiger aus der Softwareentwicklung finden eher in der Firmware-Nachbarschaft Anschluss als im analogen Schaltungsentwurf.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist selten unter Zeitdruck frei von Rückschlägen. Ein Fehler im Layout kostet einen Fertigungslauf und mehrere Wochen, ein Bauteil, das plötzlich nicht mehr lieferbar ist, wirft eine fertige Baugruppe zurück. Fehlersuche kann tagelang ergebnislos bleiben, und die Ursache liegt manchmal in einem Effekt, den kein Datenblatt beschreibt. Geduld und methodisches Vorgehen sind wichtiger als schnelle Einfälle.
Die Arbeitszeiten sind meist regulär, mit Gleitzeit und teilweise Homeoffice - allerdings nicht in Phasen, in denen im Labor gemessen werden muss oder eine Zertifizierung ansteht. Dann wird es enger. Reisen zu Fertigungspartnern, Prüflaboren oder Kunden kommen vor. Wer Farbenfehlsichtigkeit hat, sollte wissen, dass Bauteilkennzeichnungen und Messkurven farblich codiert sind. Englisch ist Pflicht: Datenblätter, Applikationsschriften und Abstimmungen mit Halbleiterherstellern laufen fast ausschließlich darin.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in einigen Feldern hoch, weil erfahrene Analog- und Hochfrequenzentwickler knapp sind und viele in den nächsten Jahren in Rente gehen. Treiber sind Elektromobilität, Leistungselektronik, Medizintechnik, Industrieautomatisierung und Verteidigungstechnik. Gleichzeitig hängen Arbeitsplätze in der Automobilzulieferindustrie an Konjunktur und Standortentscheidungen. Entwicklungswege führen in die Spezialisierung - Hochfrequenz, Leistungselektronik, EMV, FPGA-Design, ASIC - oder in Projektleitung und Teamverantwortung. Ein Wechsel in Applikationstechnik, technischen Vertrieb oder ins Produktmanagement ist mit dieser Grundlage gut möglich.