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Gastronomie & Tourismus

Gruppenleiter Dingo

Gruppenleiter begleiten Reisegruppen – häufig Jugend- und Ferienfreizeiten – vor Ort, organisieren den Tagesablauf und sind Ansprechperson für Teilnehmende, Unterkunft und Veranstalter. Die Tätigkeit verbindet Betreuung, Organisation und Aufsichtspflicht.

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Gehalt

Was man als Gruppenleiter Dingo verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.400 € 2.800 € 28.800 €
Mit Berufserfahrung 2.500 € 2.900 € 3.400 € 34.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.000 € 3.500 € 4.300 € 42.000 €

Bei Trägern der Jugendarbeit und öffentlichen Einrichtungen wird häufig nach TVöD-SuE oder AVR vergütet, was höhere und verlässlichere Werte bedeutet als bei privaten Veranstaltern. Reine Saisoneinsätze werden oft als Pauschale pro Reisetag oder als Aufwandsentschädigung abgerechnet und liegen dann deutlich unter diesen Monatswerten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Gruppenleiter?

Gruppenleiter übernehmen die Verantwortung für eine Reisegruppe während der gesamten Reise. Bei Jugend- und Ferienfreizeiten heißt das: Teilnehmende am Abreiseort in Empfang nehmen, Zimmer verteilen, Mahlzeiten mit der Küche abstimmen, das Tagesprogramm anleiten, Ausflüge und Transfers koordinieren und abends dafür sorgen, dass Ruhezeiten eingehalten werden. Bei Erwachsenengruppen liegt der Schwerpunkt stärker auf Ablaufplanung, Reiseinformationen und der Kommunikation mit Hotels, Busunternehmen und lokalen Anbietern.

Ein großer Teil der Arbeit ist unauffällig: Teilnehmerlisten führen, Kasse und Belege verwalten, Krankmeldungen dokumentieren, mit Eltern oder Angehörigen telefonieren, Beschwerden aufnehmen und an den Veranstalter weitergeben. Dazu kommt die Leitung des Betreuerteams – Dienstpläne für Nachtbereitschaft, Aufgabenverteilung, kurze Teambesprechungen. Wenn etwas schiefgeht, vom verlorenen Gepäck bis zum Unfall auf dem Ausflug, ist der Gruppenleiter die erste Instanz und entscheidet, ob Arzt, Polizei, Veranstalter oder Eltern informiert werden.

Wie wird man Gruppenleiter?

Es gibt keinen geschützten Ausbildungsberuf. Der klassische Weg führt über die Juleica, die Jugendleiter-Card, die nach einem Kurs von rund 40 Stunden bei Jugendverbänden, Kirchen oder Sportbünden ausgestellt wird, zusammen mit einem Erste-Hilfe-Kurs und einem erweiterten Führungszeugnis. Viele beginnen als Betreuer im Team und übernehmen nach einigen Saisons die Leitung.

Wer die Tätigkeit hauptberuflich ausüben will, kommt meist über eine Ausbildung als Tourismuskauffrau oder Tourismuskaufmann, über Kaufleute für Tourismus und Freizeit, über die Hotelfachausbildung oder über ein Studium in Tourismusmanagement, Sozialer Arbeit oder Pädagogik. Quereinstieg ist verbreitet und in der Praxis üblich: entscheidend sind Erfahrung mit Gruppen, Sprachkenntnisse und Belastbarkeit.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist saisonal und zeitlich entgrenzt. Während einer Freizeit gibt es keinen Feierabend, sondern Bereitschaft rund um die Uhr, Nachtdienste, Wochenenden und Ferienzeiten. Freizeiten dauern ein bis drei Wochen, danach folgt oft direkt die nächste. Wer Familie oder festen Alltag braucht, kommt damit schwer zurecht.

Die Verantwortung ist erheblich, besonders bei Minderjährigen: Aufsichtspflicht, Umgang mit Heimweh, Konflikten, Alkohol, Grenzüberschreitungen oder psychischen Krisen. Vieles muss allein und schnell entschieden werden, oft im Ausland und in einer Fremdsprache. Bezahlt wird die Tätigkeit häufig als befristete Saisonstelle, im Ehrenamt sogar nur mit Aufwandsentschädigung – die Vergütungswerte hier beziehen sich auf feste Anstellungen bei Veranstaltern.

Aussichten

Der Bedarf an geeigneten Gruppenleitungen ist konstant hoch, weil viele nach wenigen Saisons aussteigen. Wer zuverlässig arbeitet, wird von Veranstaltern schnell wieder angefragt. Aus der Saisontätigkeit lassen sich feste Stellen in der Reiseleitung, in der Programmplanung, im Gruppenreisevertrieb, in der Personaldisposition für Betreuerteams oder in der Leitung von Jugendherbergen und Feriencamps entwickeln. Zusatzqualifikationen wie Rettungsschwimmabzeichen, Übungsleiterlizenzen, Skilehrerausbildung oder Erste-Hilfe-Ausbilderscheine erhöhen die Einsatzmöglichkeiten deutlich.

Aufgaben

  • Tagesablauf und Programm der Gruppe planen und anleiten
  • Betreuerteam einteilen und Nachtbereitschaft organisieren
  • Ansprechperson für Teilnehmende, Eltern und Angehörige sein
  • Unterkunft, Verpflegung und Transfers mit Anbietern abstimmen
  • Aufsichtspflicht wahrnehmen und Konflikte in der Gruppe klären
  • Reisekasse führen, Belege sammeln und abrechnen
  • Unfälle, Krankheiten und Vorkommnisse dokumentieren und melden
  • Programmpunkte und Ausflüge vor Ort buchen und begleiten

Voraussetzungen

  • Mindestalter 18 Jahre, für Leitungsfunktionen häufig 21 Jahre
  • Juleica oder vergleichbare Leitungsqualifikation, erweitertes Führungszeugnis
  • gültiger Erste-Hilfe-Kurs, oft Rettungsschwimmabzeichen
  • Erfahrung in der Betreuung von Gruppen, meist als Betreuer erworben
  • Englisch oder die Sprache des Zielgebiets
  • Belastbarkeit, Nervenstärke und Bereitschaft zu Bereitschaftsdienst rund um die Uhr
  • Organisationsvermögen und sauberes Arbeiten mit Listen und Abrechnungen

Wo man arbeitet

  • Veranstalter für Jugend- und Gruppenreisen
  • Feriencamps und Freizeitheime
  • Jugendherbergen und Ferienanlagen
  • Reisebüros mit Gruppengeschäft
  • Jugendverbände, Kirchen und Sportvereine
  • Bus- und Studienreiseveranstalter

Der Weg in den Beruf

Üblich ist der Einstieg über einen Jugendleiterkurs von rund 40 Stunden mit Juleica-Abschluss, Erste-Hilfe-Nachweis und erweitertem Führungszeugnis, gefolgt von mehreren Saisons als Betreuer im Team. Für hauptberufliche Stellen erwarten Veranstalter meist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung im Tourismus oder ein Studium in Tourismusmanagement, Sozialer Arbeit oder Pädagogik. Feste Leitungsstellen werden fast immer aus dem eigenen Betreuerpool besetzt.

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