Fertigungsmitarbeiter
Fertigungsmitarbeiter bedienen Maschinen, montieren Bauteile und kontrollieren Produkte in der industriellen Serienfertigung. Der Beruf ist oft im Schichtbetrieb organisiert und in vielen Betrieben auch ohne einschlägige Ausbildung zugänglich.
21 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Fertigungsmitarbeiter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.100 € | 2.450 € | 2.900 € | 29.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.950 € | 3.600 € | 35.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.500 € | 4.400 € | 42.000 € |
Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben des Tarifvertrags der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemieindustrie liegen die Entgelte deutlich über denen tarifloser Betriebe und der Zeitarbeit, wo häufig nur wenig über Mindestlohn gezahlt wird. Schicht-, Nacht- und Wochenendzuschläge erhöhen das monatliche Einkommen spürbar.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Fertigungsmitarbeiter?
Fertigungsmitarbeiter arbeiten dort, wo Produkte in Serie entstehen: in der Metallverarbeitung, im Maschinenbau, in der Kunststoff-, Lebensmittel-, Elektro- oder Pharmaindustrie. Der Alltag besteht darin, Maschinen und Anlagen zu bestücken und zu bedienen, Werkstücke einzulegen und zu entnehmen, Baugruppen zu montieren, zu verschrauben, zu verkleben oder zu löten. Dazu kommt die Sichtprüfung und das Messen von Teilen mit Messschieber oder Lehre, das Aussortieren von Ausschuss und das Dokumentieren der Stückzahlen in Laufkarten oder im Betriebsdatensystem.
Die Arbeit folgt Arbeitsplänen und Taktzeiten. In der Fließfertigung gibt der Takt den Rhythmus vor, an Einzelarbeitsplätzen wird nach Auftrag gearbeitet. Häufig gehören auch das Verpacken der fertigen Teile, das Etikettieren, der Transport mit Hubwagen sowie das Reinigen und einfache Warten der Maschinen dazu. Bei Störungen wird der Einrichter oder die Instandhaltung gerufen, kleinere Probleme lösen erfahrene Mitarbeiter selbst.
Wie wird man Fertigungsmitarbeiter?
Einen geschützten Ausbildungsberuf mit diesem Namen gibt es nicht. Viele Betriebe stellen als Produktions- oder Fertigungshelfer ein und schulen intern an, oft innerhalb weniger Tage oder Wochen. Wer einen Abschluss als Maschinen- und Anlagenführer, Fachkraft für Metalltechnik, Industriemechaniker oder Verfahrensmechaniker mitbringt, steigt auf besser bezahlten Positionen ein und übernimmt anspruchsvollere Aufgaben wie das Rüsten und Einrichten von Maschinen. Der Quereinstieg ist üblich, häufig zunächst über Zeitarbeit; nach einigen Monaten folgt in vielen Betrieben die Übernahme. Berufsbegleitend lassen sich Staplerschein, Kranschein, Löt- oder Schweißzertifikate und eine Umschulung zum Maschinen- und Anlagenführer nachholen.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist körperlich. Stehen über die gesamte Schicht, Heben von Kisten und Werkstücken, gleichförmige Bewegungen, Lärm, Maschinenöl, Hitze an Öfen oder Kälte in Kühlbereichen gehören dazu. Wer Rücken- oder Gelenkprobleme hat, kommt an vielen Arbeitsplätzen an Grenzen. Die meisten Betriebe fahren Zwei- oder Dreischicht, teils mit Wochenendarbeit; Nachtschichten belasten Schlaf und Familienleben, bringen aber Zuschläge.
Gefordert sind Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Handgeschick und die Bereitschaft, sich an Arbeitsanweisungen und Qualitätsvorgaben zu halten. Deutschkenntnisse werden für Sicherheitsunterweisungen und Dokumentation erwartet, in vielen Betrieben reichen Grundkenntnisse. Die Arbeit ist monoton, wenn ein Takt über Stunden gleich bleibt. Wer damit schlecht umgehen kann, sollte einen Betrieb mit Arbeitsplatzrotation suchen.
Aussichten
Die Nachfrage bleibt hoch, ist aber konjunkturabhängig und schwankt stark nach Branche. In der Automobilzulieferindustrie werden Stellen abgebaut, in Lebensmittel-, Pharma- und Verpackungsproduktion wird gesucht. Einfache Handgriffe werden zunehmend automatisiert, gefragt sind Beschäftigte, die Anlagen bedienen, überwachen und rüsten können. Wer sich weiterqualifiziert, kann Vorarbeiter oder Schichtführer werden, in die Qualitätssicherung oder Instandhaltung wechseln oder über den Industriemeister eine Führungsposition anstreben. Ohne Qualifizierung bleibt das Risiko, bei Auftragsrückgängen zuerst betroffen zu sein.
Aufgaben
- Maschinen und Anlagen bestücken, bedienen und überwachen
- Bauteile montieren, verschrauben, verkleben oder löten
- Werkstücke sicht- und maßprüfen, Ausschuss aussortieren
- Stückzahlen und Qualitätsdaten dokumentieren
- Fertigteile verpacken, etikettieren und für den Versand bereitstellen
- Arbeitsplatz und Maschinen reinigen, einfache Wartungsarbeiten ausführen
- Material mit Hubwagen oder Stapler bereitstellen
Voraussetzungen
- Kein bestimmter Schulabschluss zwingend, Hauptschulabschluss üblich
- Bereitschaft zu Schichtarbeit, oft auch nachts und am Wochenende
- Körperliche Belastbarkeit: langes Stehen, Heben, gleichförmige Bewegungen
- Handgeschick, Sorgfalt und gleichbleibende Konzentration
- Deutschkenntnisse für Unterweisungen und Dokumentation
- Von Vorteil: Ausbildung in einem Metall-, Elektro- oder Verfahrensberuf, Staplerschein
Wo man arbeitet
- Industriebetriebe der Metall- und Elektroindustrie
- Kunststoff- und Chemieproduktion
- Lebensmittel- und Getränkeherstellung
- Pharma- und Medizintechnikfertigung
- Zulieferbetriebe der Automobilindustrie
- Zeitarbeitsfirmen mit Einsatz in der Produktion
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg erfolgt meist ohne formale Ausbildung über eine betriebliche Anlernphase von wenigen Tagen bis Wochen, häufig zunächst über Zeitarbeit. Wer dauerhaft besser verdienen will, absolviert eine zweijährige Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer oder zur Fachkraft für Metalltechnik, auch als Umschulung. Darauf aufbauend ist der Industriemeister möglich.
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Fachkraft für Metalltechnik
Fachkräfte für Metalltechnik fertigen und montieren Bauteile aus Metall – sie sägen, bohren, drehen, fräsen, schweißen und fügen Werkstücke nach technischen Zeichnungen zusammen. Der Beruf wird in einer zweijährigen Ausbildung mit vier Fachrichtungen erlernt.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 2.200 – 4.200 €
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- Offene Stellen
- 200
- Monatsbrutto
- 2.600 – 5.500 €
Maschinen- und Anlagenführer
Maschinen- und Anlagenführer richten Produktionsmaschinen ein, bedienen sie, überwachen den laufenden Betrieb und halten die Anlagen instand. Der Beruf gehört zum Kern der industriellen Fertigung und läuft meist im Schichtbetrieb.
- Offene Stellen
- 118
- Monatsbrutto
- 2.400 – 4.400 €
Produktionshelfer
Produktionshelfer unterstützen in Fabriken und Werkstätten beim Herstellen, Verpacken und Kontrollieren von Waren. Der Einstieg ist ohne Ausbildung möglich, die Arbeit läuft meist im Schichtbetrieb an Maschinen oder am Fließband.
- Offene Stellen
- 28
- Monatsbrutto
- 2.100 – 3.500 €
Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik
Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik richten Maschinen ein, mit denen aus Granulat oder Kautschukmischungen Formteile, Rohre, Folien oder Dichtungen entstehen, und überwachen die laufende Produktion. Sie sorgen dafür, dass Maße, Oberflächen und Materialeigenschaften der Teile stimmen.
- Offene Stellen
- 5
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.200 €
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