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Gesundheit & Pflege

Facharzt für Radiologie

Fachärzte für Radiologie erzeugen und beurteilen Bilder des Körperinneren – mit Röntgen, Ultraschall, Computertomografie und Magnetresonanztomografie – und führen bildgesteuerte Eingriffe durch. Sie stellen Diagnosen, auf die sich andere Fachrichtungen bei Therapieentscheidungen stützen.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt für Radiologie verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.800 € 7.800 € 9.000 € 93.600 €
Mit Berufserfahrung 8.500 € 10.500 € 12.500 € 126.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 11.000 € 14.000 € 20.000 € 168.000 €

An kommunalen und Universitätskliniken gilt der TV-Ärzte/VKA beziehungsweise TV-Ärzte/TdL, der die Grundvergütung nach Erfahrungsjahren eng festlegt; Dienste, Rufbereitschaft und Wechselschichtzulagen machen dort einen erheblichen Teil des Einkommens aus. In Praxen, Medizinischen Versorgungszentren und privaten Klinikketten wird frei verhandelt, mit deutlich größerer Spanne nach oben, besonders bei interventioneller Spezialisierung, Teleradiologie oder Beteiligung als Praxisinhaber.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Radiologie?

Radiologinnen und Radiologen arbeiten mit Bildern, nicht überwiegend am Patientenbett. Sie legen fest, welche Untersuchung eine klinische Frage beantwortet, wählen Protokolle für CT und MRT aus, entscheiden über Kontrastmittel und beurteilen anschließend die Aufnahmen. Der größte Teil des Tages besteht aus Befundung am Monitor: Serie für Serie durchsehen, Auffälligkeiten benennen, mit Voraufnahmen vergleichen, den Befund diktieren. Dazu kommen Ultraschalluntersuchungen, Durchleuchtung, Mammografie und Gespräche mit Zuweisern, die eine Einschätzung brauchen, bevor sie operieren oder eine Chemotherapie beginnen.

Ein wachsender Teil der Arbeit ist interventionell: Biopsien unter CT-Steuerung, Drainagen, Gefäßeingriffe wie Angioplastien, Stentimplantationen, Embolisationen bei Blutungen oder Tumoren, Thrombektomien bei Schlaganfall. Wer in diese Richtung geht, steht im Eingriffsraum, arbeitet steril und trägt Verantwortung für akut bedrohte Patienten. Hinzu kommen Tumorkonferenzen, Strahlenschutzaufgaben, Qualitätssicherung an den Geräten und die Anleitung von Weiterbildungsassistenten und MTR.

Wie wird man Facharzt für Radiologie?

Am Anfang steht das Studium der Humanmedizin, in der Regel zwölf Semester mit drei Staatsprüfungen, danach die Approbation. Die anschließende Weiterbildung zum Facharzt für Radiologie dauert fünf Jahre und findet an Kliniken oder größeren radiologischen Praxen mit Weiterbildungsbefugnis statt. Vorgeschrieben sind Mindestzahlen an Untersuchungen in allen Modalitäten und Körperregionen sowie Zeiten in Neuroradiologie, Kinderradiologie und interventionellen Verfahren. Die Weiterbildung endet mit der Facharztprüfung bei der Landesärztekammer. Die Fachkunde im Strahlenschutz nach Strahlenschutzverordnung wird parallel erworben.

Danach sind Schwerpunkte möglich: Neuroradiologie und Kinderradiologie als eigene Schwerpunktbezeichnungen, dazu Zertifikate der Fachgesellschaften für interventionelle Radiologie, Mammadiagnostik oder Kardio-CT. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium existiert nicht; wer Bilder erzeugt, aber nicht befundet, arbeitet als Medizinische Technologin für Radiologie.

Was der Beruf verlangt

Befundung ist konzentrierte Bildschirmarbeit über Stunden, oft im abgedunkelten Raum, mit hohem Durchsatz und Zeitdruck. Die Zahl der Untersuchungen pro Kopf ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, die Erwartung an schnelle Befunde ebenso. Fehler sind folgenreich und werden im Nachhinein sichtbar, was den Beruf haftungsrechtlich exponiert. Nacht- und Wochenenddienste gehören an Kliniken dazu, in der Interventionsradiologie und in Schlaganfallzentren auch Rufbereitschaft mit realer Wahrscheinlichkeit, mitten in der Nacht zu operieren. Der Umgang mit ionisierender Strahlung erfordert Disziplin bei Dosimetrie und Schutzmaßnahmen; im Eingriffsraum bedeutet das Arbeiten in Bleischürze mit entsprechender Belastung für den Rücken. Wer viel Patientenkontakt sucht, wird ihn in der klassischen Diagnostik nur begrenzt finden.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Bildgebung ist in fast jeder Behandlungskette unverzichtbar, gleichzeitig fehlen Radiologen in Kliniken und im niedergelassenen Bereich, besonders abseits der Großstädte. Wege führen in die Oberarzt- und Chefarztposition, in die Praxis oder ein Medizinisches Versorgungszentrum, in die Teleradiologie mit Befundung aus der Distanz und in die Forschung. Algorithmen zur Bildauswertung übernehmen zunehmend Vorarbeiten wie Vermessung und Vorsortierung; die fachliche Verantwortung für den Befund bleibt ärztlich, das Anforderungsprofil verschiebt sich aber in Richtung Datenkompetenz.

Aufgaben

  • Röntgen-, CT- und MRT-Untersuchungen indizieren und Protokolle festlegen
  • Bilddaten befunden und schriftliche Befunde diktieren
  • Ultraschall- und Mammografieuntersuchungen durchführen
  • bildgesteuerte Eingriffe wie Biopsien, Drainagen und Gefäßinterventionen vornehmen
  • Zuweiser beraten und an Tumor- und Fallkonferenzen teilnehmen
  • Kontrastmittelgabe verantworten und Zwischenfälle behandeln
  • Strahlenschutz, Dosisdokumentation und Gerätequalität überwachen
  • MTR und Weiterbildungsassistenten anleiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium der Humanmedizin und Approbation als Ärztin oder Arzt
  • fünfjährige Weiterbildung und bestandene Facharztprüfung Radiologie
  • Fachkunde im Strahlenschutz
  • ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen und dauerhafte Konzentrationsfähigkeit
  • Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Rufbereitschaftsdiensten
  • feinmotorisches Geschick für interventionelle Tätigkeiten
  • Belastbarkeit bei Arbeiten in Bleischutzkleidung

Wo man arbeitet

  • Universitätskliniken und Krankenhäuser aller Versorgungsstufen
  • radiologische Praxen und Medizinische Versorgungszentren
  • Teleradiologiezentren
  • Brustkrebs-Screening-Einheiten
  • Forschungsinstitute und Industrie im Bereich Bildgebung

Der Weg in den Beruf

Nach dem sechsjährigen Medizinstudium und der Approbation folgt eine fünfjährige Weiterbildung an einer Klinik oder Praxis mit Weiterbildungsbefugnis, in der festgelegte Untersuchungszahlen in allen Modalitäten nachzuweisen sind. Sie endet mit der Facharztprüfung bei der Landesärztekammer; parallel wird die Fachkunde im Strahlenschutz erworben. Schwerpunktweiterbildungen in Neuroradiologie oder Kinderradiologie dauern zusätzlich zwei bis drei Jahre.

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Offene Stellen
3
Monatsbrutto
5.200 – 18.000 €

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