Was macht ein Facherzieher für Integration?
Facherzieher für Integration sind Erzieher mit einer Zusatzausbildung, die in Kitas, Horten und Krippen die Betreuung von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf übernehmen. Das können Kinder mit einer körperlichen Behinderung sein, mit Autismus, mit Sprachentwicklungsstörungen, mit Verhaltensauffälligkeiten oder mit einer chronischen Erkrankung. Ein Teil der Arbeit unterscheidet sich nicht von der eines Erziehers: Frühstück begleiten, Konflikte in der Bauecke klären, Wickeln, Schlafwache, Spielangebote, Elterngespräche an der Garderobe. Hinzu kommt die gezielte Einzel- und Kleingruppenförderung, etwa Übungen zur Grob- und Feinmotorik, zur Wahrnehmung oder zur Sprache.
Ein zweiter Teil ist Schreibtischarbeit: Entwicklungsberichte für den Kostenträger, Förderpläne, Dokumentation von Beobachtungen, Anträge auf Eingliederungshilfe. Dazu kommt die Abstimmung mit Logopädie, Ergotherapie, Frühförderstelle, Sozialpädiatrischem Zentrum und Jugendamt. Facherzieher für Integration beraten außerdem das Team: Sie erklären Kolleginnen, warum ein Kind bei Lärm ausrastet, und entwickeln mit ihnen Absprachen, die im Alltag halten.
Wie wird man Facherzieher für Integration?
Grundlage ist die Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher an einer Fachschule oder Fachakademie für Sozialpädagogik. Sie dauert in Vollzeit meist drei Jahre einschließlich Berufspraktikum, in der praxisintegrierten Form ebenfalls etwa drei Jahre mit Vergütung. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss plus eine einschlägige Vorbildung, etwa als Sozialassistent oder Kinderpfleger. Alternativ führen ein Studium der Kindheitspädagogik oder Sozialen Arbeit in das Feld.
Die Zusatzqualifikation für Integration wird berufsbegleitend erworben, je nach Bundesland und Träger in Kursen von rund 200 bis 600 Stunden über ein bis zwei Jahre. In Berlin und Brandenburg ist die Bezeichnung Facherzieherin für Integration verbreitet, andernorts heißt es Fachkraft für Inklusion oder heilpädagogische Zusatzausbildung. Viele Träger übernehmen die Kosten und stellen Arbeitszeit frei, weil sie die Fachkraftstunden für die Finanzierung der Integrationsplätze benötigen.
Was der Beruf verlangt
Der Alltag ist laut, körperlich fordernd und selten planbar. Heben, Tragen, Bodenarbeit, Wickeln älterer Kinder, Begleitung bei Toilettengängen gehören dazu. Aggressive Situationen kommen vor, ebenso Selbstverletzung oder Krampfanfälle, auf die ruhig reagiert werden muss. Belastend ist häufig weniger das einzelne Kind als der Personalmangel: Wenn Kolleginnen fehlen, werden Förderzeiten zur Vertretung eingezogen, und die Dokumentation rutscht in den Abend.
Arbeitszeiten liegen in Früh- und Spätdiensten zwischen etwa sechs und achtzehn Uhr, Wochenenddienst ist unüblich. Wer Struktur braucht und Konflikte mit Eltern schlecht aushält, wird in diesem Beruf wenig Ruhe finden. Wer geduldig beobachten kann und kleine Fortschritte als Erfolg gelten lässt, findet dagegen eine Arbeit mit sichtbarer Wirkung.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird es bleiben. Der Rechtsanspruch auf inklusive Betreuung, steigende Diagnosezahlen und der allgemeine Fachkräftemangel führen dazu, dass qualifizierte Integrationsfachkräfte in fast jeder Region gesucht werden. Stellen sind meist unbefristet, ein Wechsel des Trägers ist ohne Weiteres möglich. Weitere Wege führen in die Heilpädagogik, in die Frühförderung, in die Praxisanleitung, in die Fachberatung eines Trägers oder in die Leitung einer Einrichtung. Ein Studium der Kindheitspädagogik oder Heilpädagogik lässt sich berufsbegleitend anschließen.